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Die Cloud-Storage-Preise von Microsoft Azure im Vergleich

Die Preise der Cloud-Speicherangebote unterscheiden sich je Storage-Typ, wie Azure Blob oder Files. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle, wie Leistung oder Zugriffshäufigkeit.

Die Preise für Microsoft Azure-Speicher variieren je nach Art des Cloud-Speichers, von Blob Storage bis Managed Disks. Innerhalb jeder Art gibt es zusätzlich Tiers, Reservierungen, Zeiträume und andere Kostenaspekte.

Kunden sollten alle verschiedenen Preisoptionen für Microsoft-Azure-Speicher prüfen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Es ist wichtig, den Speichertyp und die Leistungsstufe zu wählen, die den Anforderungen des Unternehmens am besten entsprechen. IT-Verantwortliche müssen auch auf die Speicherregion achten. Vergleichen Sie die Preise mehrerer Cloud-Anbieter. Beachten Sie dabei auch alle zusätzlichen Gebühren, die Anbieter erheben. Beispielsweise können Gebühren für den Datenexport erheblich sein und das Speicherbudget drastisch beeinflussen.

Wie andere Cloud-Anbieter auch, basiert Microsoft seine Speicherkosten zumindest teilweise auf dem verbrauchten Speichervolumen. Diese kapazitätsbezogenen Kosten werden in der Regel pro Gigabyte und Monat berechnet. Microsoft definiert ein Gigabyte als 230 Bytes oder 1.073.741.824 Bytes.

Azure Blob Storage

Die Kosten für Azure Blob Storage variieren stark je nach Speicherebene, gespeichertem Datenvolumen und je nachdem, ob es sich um ein Pay-as-you-go-Modell oder um reservierte Kapazität handelt. Darüber hinaus sind die Menge und er Typ der ausgeführten Vorgänge für die Preiskalkulation entscheidend, ebenso anfallende Kosten für Datenübertragungen. Auch die gewählten Datenredundanzoptionen spielen eine Rolle.

Als Speicherebenen stehen Standardspeicher und Storage Premium zur Auswahl. Die nutzungsbedingten Speicherpreise werden in den Kategorien Premium, Heiß, Kühl, Kalt und Archiv berechnet. Der gewünschte Namespace (hierarchisch oder flach) ist für diese Preise unerheblich. Die im folgenden angeführten Preise gelten für die Region Deutschland, Westen-Mitte, einen hierarchischen Namespace sowie den Redundanztyp LRS.

Der Preis pro Gigabyte und Monat für den Blob-Speicher liegen bei 0,16719 Euro für das Premiumangebot. 0,0169 Euro für heiße Daten, 0,00858 Euro für kühlen Storage sowie 0,00386 Euro für kalte Daten und 0,00155 Euro für Archivspeicher. Die gesicherteren Datenmengen haben keinen Einfluss auf den Preis, ob die ersten 50 Terabyte oder über 500 Terabyte pro Monat, diese Preismodelle ändern sich nicht. Ausnahme ist hier nur der Preis für heißen Speicher, der bei 450 Terabyte zu 0,0162 Euro und bei über 500 Terabyte bei 0,0155 Euro liegt.

Der Cloud-Nutzer kann zudem feste Storage-Kapazitäten reservieren, entweder für ein oder für drei Jahre. Auch hier kann der Anwender zwischen heißem, kühlem und Archiv-Speicher wählen. Wer für ein Jahr 100 Terabyte pro Monat reserviert, muss dafür 1.411 Euro zahlen. Im Vergleich dazu kostet dieses Angebot bei drei Jahren 1.1227 Euro und HDD 0,0082 Euro.136 Euro. Die Speicherkapazität kann in 100-Terabyte-Schritten auf bis zu ein Petabyte erweitert werden. Ein Petabyte heißer Speicherplatz kostet dann 13.744 Euro mit einem Einjahres-Abo und 10.925 Euro in einem Dreijahres-Vertrag. Archivspeicher ist auch hier die günstigste Form des Kapazitätsangebots. Dieser kostet bei 100 Terabyte 141 respektive 130 Euro, für ein Petabyte an Archivdaten fallen 1.376 Euro (ein Jahr) oder 1.263 Euro (drei Jahre) an.

Die Liste der Parameter für die Kostenkalkulation für Blob-Storage ist damit aber nicht zu Ende. Es gibt etliche Vorgänge und Datenübertragungen, für die weitere Kosten anfallen, darunter Schreib- und Lesevorgänge, Containervorgänge oder Point-in-Time-Wiederherstellungen. Darüber hinaus werden zusätzliche Blob-Funktionen abgerechnet: für den Blobindex, Datenübertragungen für Blockblobs, für Geo Priority Replication, Object Replication Priority Replication, für das Blob-Inventar sowie für Blobänderungen und Verschlüsselungsbereiche.

Besonderes Augenmerk sollten Admins auf die Vorgaben zu Löschvorgängen werfen, denn diese können schnelle zur Kostenfalle werden. Microsoft verlangt hier eine Strafgebühr für vorzeitig gelöschte Daten. Das gilt für Daten, die gelöscht, überschrieben oder in eine andere Ebene (Tier) verschoben wurden. Der Anbieter erklärt die Berechnung wie folgt:

Alle Blobs, die in die Archivebene verschoben werden, unterliegen für das frühzeitige Löschen des Archivs einem Zeitraum von 180 Tagen. Alle Blobs, die in die kühle Zugriffsebene verschoben werden, unterliegen für das frühzeitige Löschen der kühle Zugriffsebene einem Zeitraum von 90 Tagen. Alle Blobs, die in die kalte Ebene verschoben werden, unterliegen für das frühzeitige Löschen der kalten Ebene einem Zeitraum von 30 Tagen. Diese Gebühr wird anteilig auf der Grundlage des Datenspeicherpreises der entsprechenden Stufe berechnet, d. h. das Löschen eines archivierten Blob nach 120 Tagen führt dazu, dass dieses Objekt für 180 Tage berechnet wird.

Der IT-Verantwortliche sollte sich auch über die entsprechenden Online-Zugriffsebenen informieren.

Azure Files

Wie bei Blob Storage berechnet Microsoft Azure Files nach bereitgestelltem Speicher oder nutzungsbasiert sowie nach der Auswahl des Storage Tiers, wobei hier zwischen SSD (Premium) und HDD (Standard) gewählt werden kann. Bereitgestellter SSD-Speicher kostet 0,1227 und HDD-Kapazität 0,0082 Euro pro Monat. Das sind nicht die einzigen Kostenfaktoren. Anwender zahlen darüber hinaus unter anderem für bereitgestellte IOPS, Durchsatz oder vorläufig gelöschten verwendeten Speicher.

Beim nutzungsbasierten Abrechnungsmodell fallen für heißen Speicher 0,0233 Euro pro GiB pro Monat in heißem Speicher an und 0,0129 Euro für kaltes Storage. Und auch hier kommen rasch zusätzliche Kosten hinzu, beispielsweise für Metadatenspeicher, Write-Transaktionen, List-Transaktionen oder das Abrufen von Daten.

Reservierungen sind auch für Azure Files möglich, wie auch im Blob-Speicher mit einjähriger oder dreijähriger Reservierungslaufzeit. So kosten 10 TiB pro Monat 195,12 in heißem Speicher und 107,96 Euro in kühlem Storage bei einjähriger Laufzeit. Wird die Speicherkapazität für drei Jahre reserviert, so liegen die Preise für 10 TiB bei 157,02 Euro (heiß) und 86,93 Euro (kalt). Die Preise gelten für die Speicherebene HDD (Standard). IT-Verantwortliche können bis zu 100 TiB pro Monat reservieren.

Darüber hinaus fallen Zusatzkosten für Dateisynchronisierungen an. Dabei bezahlt der Anwender pro Synchronisierungsserver. Ein solcher Server ist zwar kostenlos enthalten, aber bei einer Synchronisierung ist eben mehr als nur ein Server notwendig. Microsoft berechnet alle Vorgänge, die während des Synchronisierungsprozesses erstellt werden. Die Kosten steigen oder sinken ja nach der Anzahl der Dateiänderungen und der Anzahl der zu synchronisierenden Server.

Azure Queue Storage

Das Preismodell von Microsoft Azure für Queue Storage ist einfacher als das für Files und Blob Storage. Die Preise reichen je nach Redundanztyp 0,0755 Euro (LRS) pro Gigabyte im Monat, 0,1021 Euro (GRS) und 0,1287 Euro. Weitere Kosten kommen für Vorgänge und Datenübertragungen zusammen, die auch je nach Redundanztyp berechnet werden.

Azure-Tabellenspeicher

Die Preise für Azure-Tabellenspeicher reichen von 0,0581 Euro pro Gigabyte pro Monat (LRS) bis zu 0,1201 Euro pro Gigabyte pro Monat (georedundanter Speicher mit Lesezugriff), wobei mehrere andere Preisstufen ebenfalls verfügbar sind: GRS, RA-GRS, zonenredundanter Speicher und georedundanter Speicher. Vorgänge und Datenübertragungen schlagen mit 0,000309 Euro pro 10.000 Transaktionen zu Buche. Darüber variieren die Preise auch danach, ob kontospezifische verschlüsselte Tabellen oder Tabellen, die einen Schlüssel gemeinsam nutzen, zum Einsatz kommen. Vorgänge wie zum Beispiel Löschen, Auflisten und Batch erzeugen ebenso zusätzliche Kosten.

Azure Managed Disks

Azure Managed Disks bieten eine schwindelerregende Anzahl von Preisoptionen. Die Kosten variieren je nach Festplattengröße, Reservierungszeitraum, Leistung, Festplattentyp und Kapazität. Die kostengünstigste Festplatte ist eine P1-Festplatte mit einer Kapazität von 4 GiB, die 0,67 Euro pro Monat plus 0,04 Euro pro Mount pro Monat kostet. Die teuerste Option ist die P80-Festplatte mit 32 TiB, die 3.398,79 Euro pro Monat kostet, zuzüglich 244,09 Euro pro Mount pro Monat. Bei einer einjährigen Reservierung sinkt der Preis für eine P80-Festplatte auf 3.228,81 Euro pro Monat – zuzüglich der Gebühr pro Mount pro Monat.

Preismodell der Azure-Cloud: Ein Labyrinth von vielen

Die Anzahl der Angebote an Cloud-Speicher bei Azure ist vergleichbar mit der anderer großer Cloud Service Provider. Wer glaubt, ein Vergleich ist einfach, der täuscht sich, denn die zahlreichen Kostenfaktoren machen es extrem schwierig. Ein oberflächlicher Vergleich der Preise für Blob-Storage für 50 Terabyte ergab, dass AWS etwa 1.100 Euro, Google Cloud etwas unter 1.000 Euro und Azure rund 900 Euro berechnet. Allerdings ist dies mit Vorsicht zu genießen. Azure gibt beispielsweise von vornherein an, dass ihre Preise nur Schätzungen seien und der tatsächliche Endbetrag von zahlreichen Parametern abhängt.

Der verfügbare Preisrechner kann auch nur so gut wie sein Input sein. Anwender, die den Kalkulator mit so vielen und präzisen Fakten wie möglich füttern, die sollten zumindest einen annähernd realistischen Kostentrend erhalten.

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