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SIEM: Funktionen und Vorteile im Überblick
Seit ihren Anfangszeiten haben sich SIEM-Lösungen erheblich weiterentwickelt. Als zentrale Stelle der wesentlichen Informationen können sie Cyberabwehr und Cyberresilienz stärken.
SIEM-Lösungen werden seit mehr als 20 Jahren eingesetzt. Der ursprüngliche Zweck von SIEM (Security Information and Event Management) war recht einfach: Ereignisprotokolldateien von verschiedenen Servern und anderen Geräten auf einen zentralen Server zu übertragen, um sie dort zu überprüfen und zu analysieren.
Das SIEM wertete die Protokolldaten aus und erstellte Berichte zur Systemleistung und zu Verhaltensbenchmarks. Die Analysten des Security Operations Center (SOC) überprüften die Berichte und führten Abfragen im SIEM durch, während sie verdächtige Aktivitäten untersuchten.
Seit diesen frühen Jahren hat sich die SIEM-Funktionalität erheblich erweitert, um den steigenden Anforderungen und Bedürfnissen von SOCs gerecht zu werden. Heute konsolidieren und standardisieren SIEMs Sicherheitsdaten aus vielen Computergeräten, virtuellen Umgebungen, Anwendungen, Diensten und anderen Quellen. In vielen Unternehmen werden SIEMs auch mit anderen Tools integriert und ergänzen diese, beispielsweise mit Security Orchestration, Automation and Response (SOAR), Extended Detection and Response (XDR), Managed Detection and Response (MDR) und KI-gesteuerten Automatisierungsplattformen.
Während Technologien wie SOAR, XDR, MDR, maschinelles Lernen (ML) und KI fortschrittliche Orchestrierung, Analyse und automatisierte Reaktion bieten, benötigen Unternehmen nach wie vor SIEMs, um Informationen zu aggregieren und zu korrelieren, um diese fortschrittlichen Tools zu versorgen. Stellen Sie sich SIEM als eine Möglichkeit vor, alle unterschiedlichen Sicherheitsdatenpunkte in einem Unternehmen zu vereinheitlichen, sodass ein Unternehmen einen ganzheitlichen Echtzeit-Überblick über seine Sicherheitsumgebung erhält. Im Folgenden werden die wichtigsten Funktionen und Vorteile eines modernen SIEM vorgestellt.
Wichtige SIEM-Funktionen
Ältere SIEM-Systeme sammelten und korrelierten Daten für die Analyse durch menschliche Analysten aus relativ einfachen lokalen Umgebungen. In modernen Unternehmen mit ihren komplexen Hybridumgebungen, verteilten Netzwerken und einer Vielzahl von Sicherheitstools und -diensten verursachen ältere SIEM-Systeme jedoch eine unüberschaubare Flut von Daten und Sicherheitswarnungen, mit denen menschliche Teams allein nicht Schritt halten können.
Moderne SIEMs bieten wichtige Funktionen, die SOC-Teams dabei helfen, Sicherheitswarnungen effektiver zu verwalten und Fehlalarme von echten Bedrohungen zu unterscheiden. Dazu gehören die folgenden Funktionen:
- Log-Management und Berichterstellung. Ein SIEM empfängt und speichert Kopien der Gerätelogdaten aus allen verfügbaren Quellen sicher an einem zentralen Ort. Dadurch verfügt das SOC über einen einzigen Ort, an dem es Logdaten überprüfen und analysieren, Berichte erstellen und diese Informationen für langfristige Referenz- und Beweiszwecke archivieren kann.
- Aggregation und Korrelation von Ereignisdaten. Eine grundlegende Funktion von SIEM ist die Möglichkeit, Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen zu kombinieren und zu verknüpfen. Einige moderne SIEM-Lösungen analysieren auch den Kontext, wie beispielsweise das Verhalten von Benutzern und Geräten, IP-Adressen, Geolokalisierungen und vieles mehr. Durch Aggregation und Korrelation können SOC-Analysten verdächtige Aktivitäten erkennen und eine einzelne Spur böswilliger Aktivitäten verfolgen, während diese sich durch das Unternehmen bewegt.
- Analyse zur Erkennung von Bedrohungen. Um Bedrohungen und verdächtige Ereignisse in den Protokollereignisdaten zu erkennen, stützen sich SIEMs in der Regel auf eine Kombination aus signaturbasierten und anomaliebasierten Analysetechniken. Ein SIEM, das mit externen Threat-Intelligence-Feeds verbunden ist, kann die neuesten Bedrohungen und Angriffstrends berücksichtigen, um die Erkennungsgeschwindigkeit und -genauigkeit weiter zu verbessern. Einige moderne SIEMs verwenden auch Verhaltens-Baselines und ML, um Protokolldaten zu analysieren und Bedrohungen zu erkennen.
- Erkennung von Vorfällen und Automatisierung. Eine weitere wichtige Funktion moderner SIEM-Systeme besteht darin, potenzielle Sicherheitsvorfälle zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Ein SIEM-System mit geringer Zuverlässigkeit bei relativ geringfügigen Vorfällen könnte eine Warnmeldung auslösen, die einen SOC-Analysten dazu veranlasst, die Daten zu überprüfen. Ein modernes SIEM-System mit hoher Zuverlässigkeit bei schwerwiegenden Vorfällen könnte hingegen automatisierte Eindämmungsmaßnahmen einleiten, um den laufenden Angriff zu stoppen.
Wesentliche Vorteile von SIEM
Moderne SIEMs können in den heutigen SOCs von Unternehmen die folgenden Vorteile bieten.
- Zentralisierte Verwaltung von Sicherheitsprotokollen. Automatisierte Aggregation und Normalisierung aller Sicherheitsereignisprotokolldaten für Überwachung, Analyse, Abfrage und Berichterstellung.
- Transparenz in Echtzeit. Sofortige Transparenz und Korrelation von Sicherheitsereignissen, die im gesamten Unternehmen, über verschiedene Technologien, Plattformen, Standorte und Benutzer hinweg auftreten.
- Effizientere Erkennung von Bedrohungen und Reaktion auf Vorfälle. Schnellere und genauere Erkennung und Charakterisierung bedeutender Cybersicherheitsbedrohungen und -vorfälle. Eine schnellere Erkennung ermöglicht eine effizientere Eindämmung und Beseitigung von Bedrohungen und Vorfällen, wodurch deren Auswirkungen verringert und die Rückkehr zum normalen Betrieb beschleunigt werden. Moderne SIEMs, die automatisierte Eindämmungsmaßnahmen einleiten, können auch die Reaktionszeiten direkt verkürzen.
- Unterstützung beim Compliance-Management. Durch die Bereitstellung eines zentralen Repository für Sicherheitsereignisprotokolle und Berichte unterstützt ein SIEM eine effiziente und genaue Compliance-Berichterstattung.