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NAS vs. Cloud-Speicher: Was eignet sich für Ihr Unternehmen?
Lokales NAS und Cloud Storage sind die beiden wichtigsten Optionen für Dateispeicher. Firmen müssen die Vor- und Nachteile beider Optionen abwägen, um die beste Wahl zu treffen.
Wenn es um Datenspeicherung geht, stehen Unternehmen oft vor der Wahl zwischen Network Attached Storage (NAS) und Cloud-Speicher, genauer gesagt Cloud-NAS-Dienste, die Dateien speichern kann.
Beide Optionen ermöglichen eine sichere Speicherung von Daten, doch die Entscheidung zwischen den beiden ist nicht immer einfach. Oft hängt sie von Kriterien wie Gesamtbetriebskosten (TCO), Datenhoheit, Komplexität und Leistung ab.
Lokaler NAS-Speicher bietet beispielsweise eine hervorragende Leistung, was für Teams, die mit großen Dateien arbeiten, wichtig ist. Diese Systeme erfordern jedoch eine Vorabinvestition in physische Hardware und deren laufende Wartung. Umgekehrt ist Cloud-Speicher hoch skalierbar und von überall aus zugänglich, aber die laufenden Kosten können beträchtlich sein.
Letztendlich hängt die Wahl zwischen NAS und Cloud-Speicher davon ab, was das Unternehmen benötigt. Eine Produktionsfirma, die mit digitalen Videos arbeitet, würde sich wahrscheinlich für NAS-Speicher entscheiden, da dieser einen schnellen Zugriff auf große Videodateien ermöglicht, ohne dass hohe Kosten für die Speicherung von Cloud-Daten anfallen. Auf der anderen Seite würde eine Marketingfirma mit Remote-Mitarbeitern in verschiedenen Städten möglicherweise Cloud-Speicher bevorzugen, da die Cloud eine kollaborative Umgebung ermöglicht, in der alle Anwender Zugriff auf dieselben Dateien haben.
Was ist Network Attached Storage (NAS)?
Netzwerkspeicher ist ein dedizierter Speicher, der es mehreren Benutzern und Geräten ermöglicht, Daten aus einem zentralen Kapazitätspool abzurufen. Das NAS-Gerät erstellt ein Dateisystem auf physischen Medien und verfolgt, wo Dateisegmente gespeichert sind. Es verwaltet auch Metadaten für jede Datei. Dazu können Attribute wie Dateiname, Erstellungs- und Änderungsdatum und -uhrzeit, Größe und Typ gehören.
Während die Dateispeicher ein häufiges Anwendungsbeispiel für NAS ist, können einige NAS-Geräte auch Blockspeicher unterstützen. Blockspeicher hat eine Struktur und ein Verwaltungssystem, die sich erheblich von der Dateispeicherung unterscheiden. Blockspeicher speichert Daten als Blöcke mit fester Größe und bietet in der Regel eine höhere Leistung als Dateispeicher, der einen Teil seiner Rechenleistung für den Overhead seines Dateisystems aufwenden muss.
Blockspeicher wird häufig für die Speicherung der virtuellen Festplatten verwendet, die mit virtuellen Maschinen verbunden sind. Auch einige Datenbanken können die Vorteile von Blockspeicher nutzen.
Vorteile von NAS-Speicher
NAS-Speicher bietet Unternehmen, die sich für seine Einführung entscheiden, viele Vorteile. Zu diesen Vorteilen gehören unter anderem:
- Einfache Implementierung und Verwaltung. Viele NAS-Geräte bieten GUI-basierte Schnittstellen, die die Bereitstellung und Konfiguration weitgehend automatisieren.
- Einfache Umstellung. Die Umstellung auf NAS und das Shared-Storage-Paradigma ist nahezu transparent, da das System weiterhin mit den gewohnten Ordner- und Dateiformaten arbeiten kann. Diese Übertragbarkeit ist besonders wichtig für kleine Unternehmen, die möglicherweise nicht über die IT-Ressourcen verfügen, um einen technisch anspruchsvolleren Übergang zu bewältigen.
- Vertraute Netzwerkoptionen. Alle NAS-Geräte bieten Ethernet-Netzwerkfunktionen. Unternehmen mit höheren Anforderungen an die Konnektivität werden feststellen, dass viele NAS-Geräte eine Vielzahl von Hochgeschwindigkeits-Konnektivitätsoptionen sowie Erweiterungssteckplätze für die Installation von Fibre-Channel-Adaptern oder anderer Netzwerkhardware bieten.
- Skalierbarkeit. Einer der attraktivsten Aspekte von NAS ist seine Skalierbarkeit, um steigenden Kapazitätsanforderungen gerecht zu werden. Die Skalierung kann einfach durch Hinzufügen einer neuen Festplatte oder eines neuen Solid-State-Mediums, das Anschließen eines neuen Laufwerksgehäuses oder das Hinzufügen eines komplett neuen NAS-Systems und Koppeln dieses mit dem installierten NAS über Clustering-Software erfolgen.
- RAID-Unterstützung. Viele moderne NAS-Geräte unterstützen eine Vielzahl von RAID-Strukturen, sodass Administratoren die Option auswählen können, die ihren Anforderungen an Leistung und Fehlertoleranz entspricht. Einige Geräte ermöglichen auch die Installation von Hot Spares, die im Falle eines Festplattenausfalls automatisch bereitgestellt werden können.
- Unterstützt verschiedene Medientypen. Einige NAS-Geräte sind so konzipiert, dass sie eine Vielzahl von Medientypen unterstützen. Ein einzelnes NAS kann beispielsweise SSDs, Festplatten mit extrem hoher Kapazität und sogar Steckplätze für die Installation von NVMe-Festplatten unterstützen. Einige NAS-Anbieter ermöglichen es Administratoren, Hochgeschwindigkeitsfestplatten für die Speicherung von Rohdaten, für Caching oder für beides auszuwählen.
- Aufrüstbar. Oftmals lässt sich die Leistung eines NAS-Geräts durch die Installation von zusätzlichem RAM, schnelleren Festplatten oder schnelleren Netzwerkadaptern steigern.
- Hohe Verfügbarkeit. Viele NAS-Geräte gehen beim Konzept der hohen Verfügbarkeit über die installierten Festplatten hinaus. Es ist nicht ungewöhnlich, dass NAS-Geräte der Enterprise-Klasse über redundante Stromversorgungen und redundante Konnektivität verfügen.
Nachteile von NAS-Speicher
NAS hat jedoch auch einige Schwachstellen. Zu den Nachteilen von NAS-Speicher zählen unter anderem:
- NAS Sprawl. Es besteht die Gefahr einer Ausbreitung (Sprawl) von NAS und damit Unübersichtlichkeit, wenn Unternehmen eine wachsende Anzahl von NAS-Geräten installieren, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. NAS-Sprawl bezeichnet die unkontrollierte Zunahme von NAS-Systemen in einer Organisation.
- Erforderliches Fachwissen. Sofern ein NAS-Gerät nicht für die einfache Dateispeicherung verwendet wird, sind gewisse Kenntnisse im Bereich Speicher erforderlich, um das Gerät zu konfigurieren, zu verwalten und zu warten.
Was ist Cloud-Storage oder Cloud NAS?
Cloud Storage oder genauer Cloud NAS ist eine Alternative zur Dateispeicherung mit Systemen am eigenen Standort. Cloud-NAS-Dienste bieten eine externe Dateispeicherung, die installierte NAS-Geräte ersetzt oder ergänzt. Die Kosten für Cloud NAS basieren in der Regel auf der genutzten Kapazität und können auch Gebühren für den Zugriff auf Daten sowie für das Ein- und Auslesen von Daten aus dem Cloud-Dienst umfassen.
Vorteile von Cloud NAS
- Keine Vorabinvestitionen. Der Hauptvorteil der Verwendung von Cloud NAS besteht darin, dass keine Vorabinvestitionen erforderlich sind und keine Hardware gewartet werden muss. Unternehmen zahlen lediglich für den Speicherplatz und die Bandbreite, die sie tatsächlich nutzen.
- Skalierbarkeit. Ein weiterer Vorteil von Cloud NAS ist, dass es nahezu unbegrenzt skalierbar ist. Es müssen niemals zusätzliche Festplatten installiert oder zusätzliche NAS-Hardware gekauft werden.
- Wartung. Erwähnenswert ist auch, dass der Cloud-Anbieter die gesamte Hardware-Wartung übernimmt. Unternehmen, die Cloud NAS nutzen, müssen sich nie um den Austausch alternder Festplatten oder die Installation der neuesten Firmware-Updates kümmern.
Nachteile von Cloud NAS
Cloud NAS hat einige potenzielle Nachteile. Dazu gehören unter anderem:
- Unvorhersehbare Kosten. Den Benutzern wird jedes Gigabyte an genutztem Speicherplatz in Rechnung gestellt, und die meisten Anbieter berechnen ihren Kunden auch Gebühren für den Datenzugriff und den Datenexport. Daher können die Kosten etwas unvorhersehbar sein und langfristig wahrscheinlich die Kosten für das Hosting einer lokalen NAS-Appliance übersteigen.
- Leistung. Cloud-Speicher ist möglicherweise nicht die beste Option für die Speicherung großer, häufig verwendeter Dateien. Benutzer werden eine erhebliche Verzögerung feststellen, wenn sie versuchen, eine mehrere Gigabyte große Datei zu öffnen, da die Datei heruntergeladen werden muss, um verwendet werden zu können. Benutzer können Kopien häufig verwendeter Dateien auf ihre lokalen Rechner herunterladen, um die langsame Leistung zu vermeiden, die mit dem Zugriff auf große Dateien in der Cloud verbunden ist.
Lokales NAS und Cloud NAS im Vergleich
Die Wahl zwischen NAS und Cloud NAS hängt vom Kontext ab. Es gibt Situationen, in denen es sinnvoller ist, ein lokales NAS-Gerät zu verwenden. Für andere Umgebungen ist Cloud-Speicher die offensichtliche Wahl.
Warum ein NAS-Konzept wählen?
Lokale NAS-Systeme sind eine einmalige Ausgabe mit einigen wiederkehrenden Kosten für Wartung und Support. Cloud NAS verursacht monatliche Gebühren, die sich nach dem Speicherverbrauch richten. Wenn Benutzer ein 10-TB-NAS-System kaufen, zahlen sie einmalig für diese Kapazität. Wenn Benutzer 10 TB Daten in einem Cloud-Dienst speichern, zahlen sie die monatliche Gebühr, solange die Daten in der Cloud gespeichert sind. Langfristig kann Cloud-Speicher teurer sein als die einmalige Anschaffung eines lokalen NAS. Das Gleiche gilt für das Datenwachstum. Die Erweiterung der Kapazität mit einem lokalen NAS erfordert möglicherweise nur das Hinzufügen von Festplatten oder SSDs zur bestehenden Konfiguration, eine kostengünstige, einmalige Transaktion.
NAS am eigenen Standort hat gegenüber Cloud-NAS einen Vorteil, wenn es um den Datenzugriff geht. Systemadministratoren können eine Vielzahl von Geräten und Benutzern verbinden und effiziente Arbeitsumgebungen für Benutzer schaffen, die große Dateien austauschen, beispielsweise für Multimedia-Anwendungen.
NAS kann auch eine gute Wahl für Unternehmen in regulierten Branchen sein, da es ihnen ermöglicht, Daten sicher vor Ort zu speichern. Einige Cloud-Speicheranbieter garantieren ebenfalls die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, aber eine solche Garantie ist nicht universell.
Wann eignet sich ein Cloud NAS?
Cloud-Speicherdienste haben eine lange Erfolgsgeschichte in Bezug auf Zuverlässigkeit und Datensicherheit. Sie sind in der Regel flexibler als lokale Ressourcen, wenn es um Geräteprobleme oder andere Störungen geht. In einem Cloud-Dienst gespeicherte Daten sind möglicherweise sicherer als lokale Speicher, da Cloud-Dienstanbieter stark in Sicherheit investieren.
Cloud-NAS hat gegenüber lokalem NAS einen leichten Vorteil hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit, zumindest was die Einrichtung und die laufende Verwaltung betrifft, aber beide sind relativ einfach zu verwalten und zu verwenden.
Cloud-Speicher hat auch einen Vorteil, wenn es um die Unterstützung einer weit verstreuten Remote-Belegschaft geht. Auf Cloud-Speicher kann von überall aus zugegriffen werden, was ihn ideal für diejenigen macht, die Daten zwischen geografisch getrennten Benutzern austauschen müssen.
So wählen Sie die beste Option für Ihr Unternehmen
Wenn Sie die Vor- und Nachteile von NAS vor Ort und Cloud-NAS abwägen, sollten Sie mit den folgenden Anwendungsfällen beginnen, da diese oft ausschlaggebend für die beste Lösung sind:
- Dateifreigabe (File Sharing) für Benutzer für Produktivitätsanwendungen. Lokales NAS bietet wahrscheinlich eine bessere Leistung und Flexibilität für Änderungen, wenn Mitarbeiter auf gemeinsam genutzte Dateien und Produktivitätswerkzeuge angewiesen sind.
- Backup-Ziel. Sowohl Vor-Ort- als auch Cloud-Optionen eignen sich als Backup-Optionen, aber die Cloud bietet eine höhere Ausfallsicherheit, da sie automatisch eine Datenkopie außerhalb des Standorts speichert.
- Kosten. Die Implementierung eines NAS ist mit erheblichen Vorlaufkosten für den Kauf, die Installation und die Konfiguration der Hardware verbunden. Die Kosten für Cloud NAS fallen jedoch laufend an und sind auf lange Sicht wahrscheinlich höher. Dies gilt insbesondere angesichts der versteckten Kosten, die mit Cloud NAS verbunden sind, darunter möglicherweise Gebühren für den Datenzugriff und die Datenausgabe.
- Skalierbarkeit. Zu Beginn kann NAS durch die Installation größerer Festplatten skaliert werden. Letztendlich erreicht ein NAS-Gerät jedoch seine Speichergrenze, und die einzige Möglichkeit, die Speicherkapazität zu erhöhen, besteht darin, in ein zusätzliches NAS zu investieren oder in ein größeres NAS, um das bestehende zu ersetzen. Cloud-Speicher lässt sich nach Bedarf skalieren, ohne dass Kapazitätsplanung oder Investitionen in neue Hardware erforderlich sind.
- Datensicherheit und Compliance. Mit NAS hat das Unternehmen die vollständige Kontrolle über die Datensicherheit. Einige Cloud-NAS-Anbieter bieten zwar konfigurierbare Sicherheitseinstellungen an, aber das Unternehmen hat niemals die vollständige Kontrolle über die Sicherheit. Darüber hinaus ermöglicht NAS dem Unternehmen, sensible Daten intern zu speichern.
- Wartung. NAS erfordert IT-Mitarbeiter für die Wartung und Fehlerbehebung, obwohl der Wartungsaufwand oft minimal ist. Cloud-NAS-Anbieter übernehmen die Wartung für den Benutzer. Dies reduziert die Arbeitsbelastung des Unternehmens, kann jedoch dessen Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter erhöhen.
Hybrid Cloud und andere NAS-Alternativen
Eine der beliebtesten Alternativen zu NAS und Cloud NAS ist die Verwendung einer Hybrid Cloud. Eine Hybrid Cloud kombiniert lokale und Public-Cloud-Ressourcen und ermöglicht es, Daten dort zu speichern, wo es am sinnvollsten ist. Ein Unternehmen kann beispielsweise beschließen, seine sensibelsten Daten und großen Dateien lokal zu speichern, während kleinere Dateien wie Dokumente in der Public Cloud verbleiben.
Eine weitere mögliche Alternative zu NAS ist die Bereitstellung eines Dateiservers auf einer physischen oder virtuellen Maschine (VM). Auf diese Weise hat der Benutzer die vollständige Kontrolle über die Wahl des Betriebssystems, der Hardware und der Sicherheitskonfiguration. Der Nachteil dieser Flexibilität sind jedoch höhere Kosten und eine größere Komplexität.
Auf einen Blick: Die Wahl zwischen lokalem NAS und Cloud Storage
Die Wahl zwischen NAS und Cloud-NAS hängt stark von den individuellen Anforderungen eines Unternehmens ab.
- NAS-Systeme überzeugen durch hohe Leistung, vollständige Datenkontrolle und einmalige Investitionskosten – ideal für große Dateien, sensible Daten und lokale Teams.
- Cloud-NAS bietet nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit, einfache Verwaltung und ortsunabhängigen Zugriff – optimal für verteilte Belegschaften und dynamisch wachsende Datenmengen.
In der Praxis erweist sich oft eine Hybrid-Cloud-Strategie als sinnvoll: Sie kombiniert die Performance und Sicherheit lokaler NAS-Systeme mit der Flexibilität und Ausfallsicherheit der Cloud.