Upgrade des SAP Solution Manager verbessert die Systemleistung

Zwei Upgrades des Solution Manager sollen die Überwachung der SAP-Systemlandschaft verbessern. Die Nutzung bleibt zum Teil umständlich.

SAP-Anwender fiebern derzeit mehreren Ereignissen entgegen: Zum einen hat der Softwareanbieter die Support-Pakete 9 und 10 des Solution Managers (SolMan) angekündigt. Andererseits fand die SAP TechEd in Las Vegas statt. Anfang November steht nun die TechEd in Amsterdam vor der Tür. Auf der Konferenz sollen Entwickler und IT-Spezialisten auch mit den neuen Feature für den Solution Manager vertraut gemacht werden. Im Folgenden stellen wir einige Performance-Management- und Monitoring-Funktionen innerhalb des SAP Solution Managers vor, die sie vielleicht noch nicht kennen.

Bei der Performance-Überwachung geht es nicht nur darum, wie die Anwendungen funktionieren oder welche Kennzahlen herauskommen. Es beinhaltet zudem Faktoren, die eine entscheidende Bedeutung für die Leistung der SAP-Landschaft haben.

Configuration Management Database

Das beginnt bei der Configuration Management Database (CMDB).  Die einfachste Form der CMDB ist die Aufzeichnung von Software, Version und Konfiguration, um Veränderungen in der Leistung messen zu können. Diese Grundlage hilft dabei, alle Veränderungen bei der Verwendung des SAP Systems und in der Performance festzustellen.

Die CMDB-Funktion wurde ursprünglich von der Solution Manager System Landscape (SMSY) übernommen, die die SAP Instanzen innerhalb einer definierten Gruppe aufzeichnete. Diese wurde nun von der Landscape Management Database (LMDB) ersetzt. Dieses Upgrade war unumgänglich, da es nur noch eine Version der SAP-Landschaft abbildet. Hierfür synchronisiert es System Landscape Directory (SLD) und SMSY, so dass sich die Konfiguration vereinfacht. Für viele Anwender war die alte Implementierung zu umständlich, da immer wieder Problemen bei der Synchronisierung auftraten.

Trotz einiger früherer Fehler ist dies ein grundlegendes Element, das Unternehmen bei der Implementierung des Solution Managers benötigen. Auf der untersten Ebene der Systemlandschaft bezieht es sich auf alles, womit die Anwendung zu tun hat. Beispielsweise kommt die Information, die das Change-Request-Management (ChARM)-Tool benutzt, um sich mit dem System zu verbinden, direkt aus der LMDB. ChARM synchronisiert sich darüber hinaus direkt mit dem SAP Marketplace, um Downloads zu initiieren.

Change Request Management

Ein weiterer Aspekt des ChARM-Tools ist zu prüfen, wie es innerhalb des SAP Solution Managers Veränderungen übernimmt und umsetzt. Die beiden neue Versionen SPS 9 und 10 beinhalten ein Update der ChARM-Anwendung. Ein Beispiel ist die Fähigkeit, Änderungen zu analysieren, um Abhängigkeiten zu erkennen, bevor sie im SAP System implementiert sind. Dadurch kann sich das Risiko einer Systembeeinträchtigung verkleinern. Allerdings wird dies wahrscheinlich auch für Kopfschmerzen bei Drittanbietern sorgen, die das aktuelle Change Management von SAP unterstützen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob ChARM wirklich so gut ist, wie SAP propagiert oder ob Unternehmen weiterhin für Anwendungen von Drittanbietern zahlen müssen.

Benutzerdefiniertes Code-Management

SAP hat ebenfalls eine Custome-Code-Lifecycle-Management (CCLM)-App entwickelt, mit der Kunden ihren benutzerdefinierten Code überwachen können. Für Administrator wird es damit einfacher, Veränderungen in der eigenen Systemlandsschaft nachvollziehen zu können. Das CCLM-Tool ermöglicht es, die einzelnen Ebenen der benutzerdefinierten Objekte im Blick zu behalten. Zudem lässt sich beispielsweise ermitteln, welches Objekt verwendet wird und welches entfernt werden kann.

Performance-Management

Wie Athleten, die ihre Leistung messen und analysieren möchten, können SAP Kunden mit dem Solution Manager ihre Leistung überwachen und verbessern. Dabei hat es grundlegende Veränderungen in der Architektur des Performance Monitorings gegeben. SAP hat Diagnose- und Host-Agents implementiert, die das Computing Center Management System (CCMS) beziehungsweise die ABAP-CCMS-Überwachung ablösen. Diese Instanzen arbeiten auf der Ebene des Betriebssystems und sammeln Daten, die für die Diagnose durch den Endanwender verwendet werden.

Der SAP Solution Manager ist ein erstaunliches Werkzeug, um Informationen sowie Metriken zu sammen und auszuwerten. Allerdings gibt es aus verschiedenen Gründen nur wenige Kunden, die es richtig nutzen. Die Erfassung von Daten ist eine Sache. Sie in etwas Brauchbares zu verwandeln etwas anderes. Der Solution Manager macht dies nicht gerade einfach. Die Visualisierung der Daten und das Schreiben von Reports stehen allerdings auch nicht immer ganz oben auf der Liste von Kundenwünschen.

Zudem ist das Ad-hoc-Reporting bei SAP nicht einfach. Wenn ein Kunde eine Lösung für ein Problem sucht, ist es sinnvoll, Daten von vielen verschiedenen Quellen zu sammeln. Dazu gehören die Fähigkeit, eine Rundumsicht eines Nutzers zu erstellen, der mit einer Anwendung auf einem Server arbeitet, und gleichzeitig die Aktivitäten auf dem Backend-Server zu tracken. Das alles sollte in einer Grafik oder Tabelle ersichtlich sein. Leider ist es schwer, das mit dem Solution Manager zu machen, auch wenn die Informationen bereits vorliegen. Die SAP-Mentorin Tammy Powlas hat in einem Blog-Beitrag beschrieben, wie sich Microsoft Excel verwenden lässt, um eine BI-Auswertung der Daten des Solution Managers zu erhalten.

Schließlich benötigt die Konfiguration der Monitoring-Parameter Zeit und erfordert einen iterativen Ansatz, was nicht gerade sexy ist und Geduld verlangt. Viele Administratoren stehen vor dem Dilemma, keine Zeit für eine derartige Konfiguration zu haben. Die meiste Zeit sind sie mit der Problembeseitigung beschäftigt. Die Ironie ist, dass die richtige Konfiguration der Überwachung auch die Probleme reduziert. Mein Rat an SAP-Projektmanager ist daher, dies zu priorisieren, da es wie ein Multiplikator auf die gesamte Systemlandschaft wirkt.

Mobile Anwendungen

Mobile Anwendungen von SAP eröffnen Administratoren neue Möglichkeiten für Datenanalysen und Korrekturen. Mittlerweile gibt es sieben mobile Apps für Admin-Funktionen. Einige davon, darunter Anwendungen für das Erkennen der Störfälle und die Bestätigung der Change Requests, sind bereits nativ in den Solution Manager integriert. Andere, wie die Serveranwendung für die Datenmigration, lassen sich wahlweise in den Solution Manager oder einem anderen Teil des SAP-Systems integrieren. Die folgenden Anwendungen sind für iOS und teilweise für Android verfügbar:

  1. System Monitoring: Systemleistung und Benachrichtigung überwachen
  2. Replication Monitoring: Kopier-Status der Hana Data Feeds
  3. End User Experience Monitoring: Analyse und Überwachung der Anwender
  4. IT Change Approval: Veränderungen innerhalb des ChARM-Tools genehmigen
  5. Test Data Migration Server (TDMS) Monitoring: Überwachung und Beeinflussung der TDMS-Prozesse
  6. User Access Monitoring: Änderungen von Nutzern und Passwörtern, neue Anwender hinzufügen
  7. IT Incident Management: Ereignisse oder Störfälle aktualisieren beziehungsweise beseitigen

Vorteile von SolMan nutzen – auch wenn es nicht immer einfach ist

Wenn Anwender über das Performance-Management ihrer SAP-Landschaft reden, wird dies meist mit der Kompetenz ihrer Administratoren gleichgesetzt. Daher ist es für SAP-Administratoren von entscheidender Bedeutung, das richtige Werkzeug in der Hand zu haben, um ihre Systemlandschaft zu verwalten. Die oben erwähnten Tools bieten hierfür eine solide Grundlage und machen es ihnen einfacher, Änderungen zu realisieren. Gleichzeitig muss SAP aber daran arbeiten, die Funktionen des Solution Managers zu erweitern und deren Implementierung zu vereinfachen. Nur so überzeugt das Softwareunternehmen seine Kunden vom wirtschaftlichen Nutzen der Solution-Manager-Suite.

Ich habe gegenüber SAP-Mitarbeitern schon oft erwähnt, dass mich das Konzept des Solution Managers überzeugt. Auch Performance-Management und die Monitoring-Funktionen sind beeindruckend. Leider hat SAP bis heute nicht alle Probleme beseitigt und die Nutzung zu komplex gestaltet, so dass die Leistungsüberwachung und Verwaltungsfunktionen der Software nicht voll zum Tragen kommen.

Über den Autor: Chris Kernaghan ist Senior SAP Technical Architect beim Technologie- und Beratungshaus Capgemini.

Erfahren Sie mehr über Business-Software

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close