Talent-Management-Software unterstützt Unternehmen bei der Personalsuche

In den nächsten Jahren geht die Baby-Boomer-Generation in Rente, neue Mitarbeiter kommen kaum nach. Talent-Management hilft aus diesem Dilemma.

Talent-Management-Software bietet einen abgestimmten Satz von IT-Werkzeugen für das Personalwesen, der das ganze Spektrum von HR-Services für Mitarbeiter abdeckt. Ein Talent-Management-System ermöglicht einen systematischen Blick auf die Mitarbeiter, der den Unternehmen ermöglicht, gute Mitarbeiter zu finden, sie in das Unternehmen einzugliedern, sie zu schulen, ihnen Orientierung geben und sie zu entlohnen.

Baby-Boomer gehen in Rente

Der Bedarf an Talent-Management-Software wird weiter wachsen. Mitarbeiter, die das Unternehmen und seine Mechanismen auswendig kennen, werden ihre Stühle räumen. Der Jahrgang 1950 wird in diesem Jahr 64; damit geht die Baby-Boomer-Generation ihrer Rente entgegen. Die Unternehmen werden künftig zwar neue Mitarbeiter einstellen, allerdings werden nur ein Viertel der frei werdenden Stellen besetzt. Welches berufliche Wissens müssen die künftigen Ruheständler an ihr Unternehmen weitergeben?

In manchen Unternehmen arbeitet ein Drittel der Beschäftigten von zuhause oder unterwegs. Darf das Urlaubverwaltungssystem Eingaben von einem Smartphone-Browser akzeptieren? Darf eine regionale Vertriebsleiterin ihr aktuelles Trainingsmodul auf ihrem Apple iPad abschließen? Solche und andere Fragen lassen die strategischen und taktischen Themen erkennen, bei denen aktuelle HR-Programme Lücken aufweisen. Die Umgruppierung eines außertariflichen Mitarbeiters zu einem Tarifmitarbeiter ist eine einfache, rein bürokratische Aufgabe.  Aber wie lassen sich die Auswirkungen der Umgruppierung abschätzen?

Die Mitarbeiter selbst mögen ihren persönlichen Pensionsplan nicht kennen. Die bekannten Trends beim Verrentungsalter jedoch erlauben Prognosen über die Anzahl der Rentner in einem bestimmten Jahr. Und anhand dieser Prognosen lassen sich Modelle erstellen, die zeigen, was mit den Personalgewinnungs-, Einarbeitungs- und Schulungsprogrammen passieren wird.

Gründe für Talent-Management-Software

Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Bersin & Associates, umfasst der Markt für Talent-Management-Software ein Volumen von drei Milliarden US-Dollar und wächst jährlich um zwölf Prozent.

Ein Talent-Management-System ist nicht nur eine Softwarelösung. Sie ist auch ein analytisches Werkzeug, mit dem sich traditionelle HR-Funktionen mit den oftmals veränderlichen Bedürfnissen des Unternehmensumfeldes in Einklang bringen lassen. Es unterstützt Unternehmen bei folgenden Aufgaben:

  • Gewinnung der richtigen Mitarbeiter;
  • Eingliederung der Mitarbeiter in das Unternehmen;
  • Unterstützung für Mitarbeiter an wichtigen Punkten ihrer Karriere;
  • Sicherstellung, dass die Mitarbeiter ihre persönlichen Entwicklungsziele erreichen und erfolgreich zu den Geschäftszielen des Unternehmens beitragen.

Grundlagen des Talent-Management-Lebenszyklus

Forrester Research definiert ein Talent-Management-System als Verbund von Anwendungen für die Personalgewinnung, das Leistungs-Management, für Lern- und Entwicklungsprogramme und das Vergütungs-Management. Diese Bereiche werden auch als „die vier Säulen“ bezeichnet. Die Financial Times hat dies weiter ausgeführt:

  • Mithilfe von Personalgewinnungsanwendungen ermitteln Arbeitgeber den besten Kandidaten für eine Rolle und bearbeiten seine Bewerbung.
  • Anwendungen für das Leistungs-Management dienen dazu, für die Rolle des Beschäftigten spezifische Ziele zu setzen. Deren Erreichung trägt gleichzeitig zur Erreichung der Unternehmensziele bei: zum Beispiel die Einführung eines neuen Produkts, die Expansion in eine neue Region oder die Ansprache einer neuen soziodemografischen Zielgruppe.
  • In Lern- und Entwicklungsprogrammen werden der Kompetenzstand des Mitarbeiters bei Beschäftigungsbeginn und alle weiteren erworbenen Kompetenzen festgehalten sowie Ziele festgelegt, die zur Rolle und den Ambitionen des Mitarbeiters passen.
  • Anwendungen für das Vergütungs-Management schließlich verknüpfen den Erfolg des Mitarbeiters mit seiner Vergütung und den Bonusleistungen.

Bisherige HR-Systeme enthalten eines oder mehrere dieser Elemente. Das Spezifische an Talent-Management-Systemen ist nun, dass sie in ihrem Bereich mehr Funktionen abdecken und entsprechend mehr Informationen einbinden.

Beim Talent-Management geht es gleichermaßen um Prozesse wie um Systeme. Talent-Management-Systeme sind von einer Reihe von Anbietern erhältlich. Der Käufer hat mehrere Optionen:

Die früher als exotisch geltenden Cloud-Services sind in der HR-Softwarelandschaft schon länger normal. Cloud-basierte Systeme, ob als Public oder Private Cloud, bieten die Skalierbarkeit, die mit dem zur Normalität gewordenen asymmetrischen Wachstum von Unternehmen Schritt halten kann.

Technologische und demografische Trends die Talent-Management beeinflussen

Wie die weitreichenden Veränderungen durch die Pensionierung der Baby-Boomer-Generation, wirken sich auch Unsicherheiten über die Entwicklung gesetzlicher Regelungen, Outsourcing und der Einzug von Mobilgeräten auf die Struktur von Talent-Management-Systemen aus. Zugleich sollen aber auch Probleme gelöst werden. Wenn beispielsweise Mitarbeiter ihre persönlichen Enderäte zum Arbeitsplatz mitbringen (Stichwort: Bring Your Own Device, BYOD), hat dies nicht nur Auswirkungen auf die IT, sondern auch auf die technische Sicht die Mitarbeiter auf ihre Arbeit und darauf, wer über die Art und Weise der Aufgabenerledigung entscheidet.

Darüber hinaus nutzen einige Talent-Management-Systeme die APIs sozialer Netzwerke, wie zum Beispiel Xing, Facebook und Twitter. In diesen Kanälen können Unternehmen aber nicht nur Stellen ausschreiben, sondern sie treffen auch talentierte Kandidaten in ihrem angestammten Umfeld an.

All diese Szenarien bedeuten eine Belastung für System und Menschen, verstärkt durch die Unsicherheit, was innerhalb und außerhalb des Unternehmens geschieht. Meta-Trends wie der demografische Wandel, gesetzliche Veränderungen und ein durch Mobilität und BYOD geprägtes technisches Umfeld betreffen nie nur einen einzelnen Teil der HR-Aktivitäten. Sie betreffen aber auch nicht alle Teile gleichermaßen.

Fragt man die Experten, so umfasst gute Talent-Management-Software robuste Schnittstellen für neue Komponenten sowie die Fähigkeit, neue Anwendungsfälle im Modell zu erfassen. Dadurch kann die Planung für ein Talent-Management-System, das auf Störungen eingerichtet ist, selbst ohne Störungen vonstatten gehen.

Peoplefluent beispielsweise versetzt die Nutzer in eine Spielsituation, um Führungskräften seine Talent-Management-App für das iPad näher zu bringen. Mithilfe von dynamischen Daten über die derzeitigen Mitarbeiter lernen die Führungskräfte die Möglichkeiten der App kennen. Diese beantwortet Fragen wie: „Wer ist der am meisten unterbezahlte von Ihren Mitarbeiter auf der zweituntersten Hierarchieebene?“ oder „Wessen Berufserfahrung beinhaltet Erfahrungen mit Firma XY?“ Nach Ansicht von Neal Bruce, Vice President Produkt-Management bei Peoplefluent, ist dies ein Weg, eigene Mitarbeiter kennenzulernen, und sorgt für eine starke Lernmotivation. Spiele als Lehrmethode und zur Stimulierung von Engagement sind etwas Neues, so Bruce. Aber: „Bestimmte Aspekte der Leistungsfähigkeit von Spielen haben wir noch nicht ganz verstanden. Sie müssen erst erforscht werden."

Laut verschiedener Arbeitsmarktuntersuchungen wird der Arbeitsmarkt des kommenden Jahrzehnts von mehreren miteinander zusammenhängenden Kräften geprägt sein: Erfahrene und qualifizierte Beschäftigte werden ihr Erwerbsleben beenden und in den nächsten Lebensabschnitt eintreten. Neue Beschäftigtengruppen aus zunehmend unterschiedlichen Bevölkerungsteilen werden Erwerbschancen suchen, die weniger scharf definiert sind als die Berufe ihrer Eltern.

Und dies ist nur ein Ausschnitt aus der Komplexität, die HR-Führungskräfte zu bewältigen haben und die das Anforderungsprofil für HR-Softwaresysteme bestimmt. Talent-Management-Systeme können die geeigneten und anpassungsfähigen Werkzeuge bereitstellen, die HR-Profis brauchen, um Probleme erkennen und darauf reagieren zu können, bevor sie sich zu Krisen auswachsen.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Business-Software

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close