Neue AWS-Entwickler-Tools bieten bessere Einblicke und Kontrolloptionen

Neue AWS-Entwickler-Tools bieten mehr Kontrolle für die App-Entwicklung. Allerdings begrenzt Amazon damit auch Anwendungen von Drittanbietern.

Amazon hat in den letzten Monaten seine Anstrengungen intensiviert, die Herzen von Entwicklern zu gewinnen, indem es die Palette an Entwickler-Tools erweitert hat. Amazon Web Services (AWS) setzt mit den neuen Tools aber auch Schranken für Drittanbieter-Tools.

Der Schwerpunkt der AWS re:Invent Ende November 2016 lag auf neuen Anwendungen, die tiefere Einblicke und Überwachungsoptionen für Applikationen bieten, die in der AWS-Cloud laufen. Das war zwar eine willkomme Nachricht für Entwickler, lässt aber viele Unternehmen außen vor, die ihre Anwendungen auf Instanzen anderer Cloud-Anbieter betreiben.

AWS hat außerdem die Koordinierung von Kunden verbessert, die mit großen Datensätzen arbeiten und zunehmend auf die Funktionen eines Serverless-Ansatzes setzen.

Mehrere Managed Services, die AWS seiner Plattform hinzugefügt hat, richten sich an Entwickler, darunter OpsWorks for Chef für kontinuierliche Bereitstellung (Continuous Deployment) und AWS CodeBuild, das bestehende Continuous-Integration-/ Continuous-Development-Services für Tests und Integration von Code beinhaltet. AWS Lambda hat ebenfalls neue Funktionen für Entwickler mit Lamda@Edge und AWS Step Functions erhalten, die neben den Services Greengrass und Snowball Edge veröffentlicht wurden.

Wie der Name impliziert, fügt Lambda@Edge Lambda-Funktionen Amazon-Standorten über weltweite CloudFront-Standorte hinzu. Die Funktionen, die über eine HTTP-Anforderung verfügbar sind, können Daten verarbeiten, ohne sie an die ursprüngliche Quelle zurück übertragen zu müssen. Step Functions bezieht sich auf mehrere komplexe Lambda-Funktionen, indem der Service Microservices über eine Reihe programmierter Schritte koordiniert, die in einem visualisierten Workflow dargestellt werden.

Einblicke in das AWS-Ökosystem

Einer der meistbeachteten neuen Services ist AWS X-Ray. Dieser kann verteilte Anwendungen analysieren und debuggen, die produktiv auf Elastic Compute Cloud (EC2) laufen, um granulare Einblicke in Latenzzeiten und andere Problembereiche zu bieten, welche die Workloads beeinflussen können.

„Anwender haben bisher wirklich schwer herausfinden können, was mit ihrem System los ist. Daher ist es wirklich angenehm zu sehen, dass Amazon einen neuen Ansatz verfolgt, der wirklich ernsthafte Einblicke auf Probleme bietet“, sagt Rob Harrop, CEO von Skipjaq, einem Start-up, dass eine SaaS-basierte Performance-Optimierungslösung auf AWS aufbaut.

Ein weiterer neuer Service ist AWS Shield, der automatisch in den Kundenkonten verfügbar ist, um DDoS-Angriffe abzuwehren. Der Service bietet Schutz auf Anwendungsebene verbunden mit einer Webanwendungs-Firewall. AWS Shield Advanced bietet darüber hinaus ein 24/7-Response-Team, das Kunden bei der Verteidigung ihrer Systeme hilft.

Amazon hat außerdem eine Reihe von Open-Source-Projekten für Container-Management und –Orchestrierung mit dem Namen Blox ausgerollt. Während es einige Erwartungen gab, dass Amazon seinen Support für Kubernetes erweitern würde, entschied sich das Unternehmen stattdessen für die Open-Source-Initiativen.

Ein anderer neuer Dienst, der auf der re:Invent vorgestellt wurde, ist EC2 Systems Manager, der bestehende Services zusammenfasst, um die Konfiguration und Automatisierung von EC2 für Windows und Linux auf einer Ebene mit On-Premises Workloads auszubessern. Der Service Personal Health Dashboard wiederum ermöglicht eine individuelle Ansicht der Anwendungsfunktionsweise.

Daten sind überall ... auf AWS

Amazon schenkte in den letzten Monaten auch der Rolle von Datenanalysten viel Aufmerksamkeit. Gleichzeitig haben viele Fühungskräfte die Lücke zwischen den Services und die Herausforderung bei der Zusammenführung aller disparaten Quellen und Services auf einer Plattform erkannt.

Zu den AWS-Tools, die einige dieser Herausforderungen adressieren, gehören:

  • Amazon Pinpoint, ein Analytics-Service für Mobile Apps, der auf Nutzerverhalten reagiert;
  • AWS Batch für die Stapelverarbeitung auf Basis des Volumen- und Ressourcenbedarfs;
  • AWS Glue, ein Katalog- und ETL-Service, um Aufgaben zu automatisieren und Daten zwischen den verschiedenen Amazon-Services zu verschieben.

Diese Upgrades kommen zusätzlich zu anderen Services, die Amazon vorgestellt hat, zum Beispiel Amazon Athena für das Abfragen von Daten, die im Simple Storage Service gespeichert sind.

„Die genannten Services lösen nicht alle Probleme bei der Verwaltung disparater Datenquellen und Tools, doch es ist ein positiver Schritt“, sagt Harrop. „Es wäre naiv anzunehmen, dass es auf magische Weise die Daten in eine unberührte Kathedrale verfrachtet, aber ich bin froh, dass der Ansatz, den sie gewählt haben, die Probleme erkennt.“

Der AWS-Partner Informatica hat bereits angekündigt, einige der Entwickler-Tools, die Amazon Ende November 2016 vorgestellt hat, in seine Services zu integrieren. „Wir sehen aber auch eine klare Linie zwischen den Anforderungen der Entwickler und den Arten von Kontrollen, die Unternehmen benötigen“, sagt Ronen Schwartz, Senior Vice President und General Manager of Data Integration and Cloud Integration bei Informatica.

„Es gibt eine Menge von Komponenten, die reife Enterprise-Information-Management-Organisationen als etwas betrachten, was Entwickler in der Regel nicht suchen, da sie bereits die nächste Schicht bedienen“, ist Schwartz überzeugt. Es geht daher davon aus, dass Amazon einige Katalogfunktionen hinzufügt, um Datenspeicher außerhalb des AWS-Ökosystems zu bedienen.

Mehr zum Thema AWS:

Welche Zahlungsoptionen bietet AWS für den Verkauf von Software an?

App-Entwicklung für Mobilgeräte: Amazon Web Services (AWS) versus Google.

Kostenloses E-Handbook: Was AWS und Co. für Datenbanken aus der Cloud bieten.

Fünf unentbehrliche AWS-Tools für Cloud-Entwickler und –Architekten.

Mit diesen Tricks lassen sich AWS Lambda-Probleme vermeiden.

Enterprise-IT auf AWS: Partner sind noch kritisch

Die meisten der zwei Dutzend neuen veröffentlichten Services bieten lediglich inkrementelle Fortschritte anstatt revolutionäre Entwicklungen - was die Reife der AWS-Plattform zeigt. Gleichzeitig ist die Kluft zwischen AWS und seinen Partnern gewachsen. Dabei soll das Amazon-Ökosystem die Lücke für Unternehmen eigentlich schließen.

„Es gibt Service Provider für diesen Flaschenhals“, sagt Carl Brooks, Analyst bei 451 Research. „Amazon hat nicht genug Manpower, um alle Kunden zu unterstützen.“ Diese Service Provider sind notwenig geworden, um mit der Komplexität umgehen zu können, besonders mit Blick auf die wenigen vorhandenen IT-Mitarbeiter und Ressourcen, die diese managen müssen, so Brooks.

AWS X-Ray ist ein gutes Beispiel für diesen Bedarf. Viele Dienstleister haben auf der re:Invent 2016 gesagt, dass sie planen, es in ihr eigenes Angebot zu integrieren. Und auch wenn einige mittelständische Unternehmen es direkt für Self-Management verwenden möchten, ist diese Art von Service sowohl für AWS als auch seine Partner von Vorteil, sagt Jeff Cotten, Senior Vice President bei Rackspace und General Manager für Fanatical Support.

„Sie entwickeln aktuell Management- und Automatisierungs-Tools, die wir ansonsten selbst erstellen müssten, da es ansonsten menschliche Mitarbeiter machen müssten – entweder ihre Mitarbeiter oder unsere – und wir haben hierfür heute nicht genug Mitarbeiter“, sagt Cotten.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Cloud Computing

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close