magmac83 - Fotolia

Die wichtigsten Kaufkriterien für Tools zum Management virtueller Umgebungen

Beim Kauf von Management-Tools für virtuelle Umgebungen spielen viele Faktoren eine Rolle. Diese Kaufkriterien helfen bei der Entscheidung.

Noch vor dem Kauf von Verwaltungswerkzeugen für virtuelle Umgebungen sollten sich IT-Abteilungen fragen, ob sie überhaupt Management-Tools benötigen und wenn ja, welche Funktionen diese aufweisen müssen. Geht es schließlich an die Kaufentscheidung, gibt es einige weitere Kriterien, die berücksichtigt werden sollten.

In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Entscheidungskriterien für den Kauf von Management-Tools für virtuelle Umgebungen vor, auch wenn nicht alle diese Kriterien für jedes Produkt relevant sein mögen. Manche Verwaltungswerkzeuge konzentrieren sich eben mehr auf das Management an sich, während andere den Fokus mehr auf Monitoring oder Reporting legen.

Lizenzierung der Management-Tools

Der erste Blick sollte und wird ziemlich sicher auch auf die Gesamtkosten fallen, die für ein Management-Tool fällig werden. Verwaltungswerkzeuge für virtuelle Umgebungen werden auf unterschiedlichen Arten lizenziert, daher ist die Auswahl eines geeigneten Produkts natürlich auch abhängig von der jeweiligen Lizenzierung.

Wenn ein Management-Tool beispielsweise für jede einzelne virtuelle Maschine eine Lizenz voraussetzt, dann sollte man diese Lösung besser meiden. Nicht nur, weil die Lizenzierung pro VM potenziell schnell ins Geld gehen kann, sondern vor allem auch, weil dadurch zukünftigem Wachstum eine hohe Hürde gesetzt werden kann – sowohl durch die Lizenzkosten als auch aufgrund der hohen Komplexität bei der zukünftigen Verteilung der virtuellen Maschinen.

Plattformübergreifende Funktionalität

Ein weiteres Kriterium für die Kaufentscheidung von Management-Tools für virtuelle Umgebungen betrifft die Verwaltungsmöglichkeit über unterschiedliche Plattformen hinweg. Plattformübergreifende Verwaltungsfunktionen sind allerdings nicht für jedes Unternehmen gleich wichtig. Wer sich etwa auf nur eine Virtualisierungsplattform stützt, beispielsweise auf Microsoft Hyper-V oder VMware ESXi, für den spielt die Möglichkeit plattformübergreifender Verwaltung kaum eine große Rolle.

Trotzdem könnten auch solche IT-Abteilungen in der Zukunft weitere Hypervisoren einbinden, womit ein Blick auf die plattformübergreifende Funktionalität auch in diesem Fall nicht schaden kann und die Zukunftsfähigkeit der Management-Lösung sicherstellt. Das plattformübergreifende Verwalten virtueller Server muss aber natürlich dann als zwingende Voraussetzung für Management-Tools gelten, wenn bereits jetzt mehr als nur ein Hypervisor zum Einsatz kommt. Im Idealfall lassen sich mit dem Kauf eines neuen Tools dann Funktionen mehrerer Einzellösungen zusammenführen, was Management und Monitoring der virtuellen Infrastruktur wesentlich vereinfacht.

Unterstützung für Templates

Bei der Kaufentscheidung sollte zudem berücksichtigt werden, ob ein Verwaltungswerkzeug für die Virtualisierung die Nutzung von Templates unterstützt. Im generischen Sinne ist eine Vorlage nur ein Mechanismus, der zum Erstellen neuer virtueller Maschinen genutzt werden kann, die vorkonfigurierte Hardwarekonfigurationen und ein vorinstalliertes Betriebssystem aufweisen.

Auch wenn das Erstellen virtueller Maschinen über ein Template zweifelsfrei bequem ist, sollte darauf geachtet werden, dass das fragliche Management-Tool auch weiterführende Funktionen unterstützt. Einige Produkte ermöglichen zum Beispiel die Nutzung von Vorlagen für virtuelle Anwendungen oder sogar für die Bereitstellung von Multi-Tier-Applikationen.

Die Unterstützung von VM-Templates ist zwar nicht zwangsläufig kriegsentscheidend, kann sich aber als wichtig bei der Verwaltung der Infrastruktur erweisen. Außerdem kann das Erstellen virtueller Maschinen über VM-Templates wichtig werden, wenn zum Beispiel Anwendern die Möglichkeit zur VM-Provisionierung per Self-Service-IT gegeben werden soll.

Änderungen an laufenden VMs vornehmen

Die Mehrheit aller Unternehmen betreibt heutzutage virtuelle Server in Produktivumgebungen. Wie auch bei physischen Servern sollten in aller Regel auch virtuelle Server in Produktivumgebungen nicht heruntergefahren werden, weil kritische Workloads meist rund um die Uhr Kapazitäten benötigen.

Daher ist der Umfang, in dem ein Management-Tool mit laufenden virtuellen Maschinen interagieren kann, ein essentielles Kriterium für die Kaufentscheidung. Jedes Verwaltungswerkzeug für die Server-Virtualisierung sollte eine grundlegende Interaktion mit laufenden VMs beherrschen, etwa zum Starten von Aufgaben, dem Anfertigen von Snapshots oder dem Anzeigen der VM-Konsole. Es gibt aber auch komplexere Möglichkeiten, die für viele Unternehmen ebenso wichtig sein können.

Oft ändern sich mit der Zeit die Anforderungen an eine virtuelle Maschine. In diesem Fall muss die Hardwarekonfiguration einer virtuellen Maschine geändert werden können, ohne die VM hierfür aus dem Betrieb nehmen zu müssen. Das kann etwa zum Hinzufügen oder Entfernen von Hauptspeicher sein, zur Ergänzung eines weiteren Netzwerkadapters, zur Erweiterung von Massenspeicher oder sogar zur Konfigurationsänderung an virtuellen CPUs. Außerdem sollte ein gutes Verwaltungsprodukt für virtuelle Umgebungen auch die Migration oder das Erstellen eines Templates von einer laufenden virtuellen Maschine ermöglichen.

Möglichkeiten zum Storage-Management

Jede Verwaltungslösung für virtuelle Umgebungen sollte zudem über die Fähigkeit verfügen, mit dem vorhandenen Massenspeicher zu interagieren. Eine solche Grundfähigkeit ist zwar natürlich sowieso gegeben, weil die Software schließlich virtuelle Maschinen erstellen können und darauf zugreifen können muss, was auf der Speicherebene geschieht. Einige Management-Tools beherrschen allerdings auch eine tiefergehende Speicherintegration als andere.

Als Mindestanforderung sollten Verwaltungswerkzeuge für virtuelle Umgebungen Größenänderungen virtueller Festplatten im laufenden Betrieb ermöglichen. Ein ideales Verwaltungsprodukt sollte darüber hinaus aber auch die Fähigkeiten der Storage-Hardware umsetzen und über die Software zugänglich machen können. Zum Beispiel beherrschen einige Produkte die Nutzung von Offload Data Transfer während der Migration einer VM. Mit dieser Unterstützung wird der zugrundeliegende Kopiervorgang schneller als dies bei einem Kopiervorgang über eine Netzwerkverbindung der Fall wäre.

Chargeback-Integration

In manchen Unternehmen kommen auch Chargeback-Funktionen zum Einsatz, dann ist natürlich auch die Chargeback-Unterstützung in Management-Tools für virtuelle Umgebungen wichtig. Auch wenn Unternehmen Chargeback und Showback noch nicht flächendeckend einsetzen, kann es sinnvoll sein, nach Management-Tools mit entsprechenden Funktionen Ausschau zu halten, weil sich so die anfallenden Kosten der bereitgestellten Ressourcen einfacher verdeutlichen lassen.

Self-Service-Provisioning

Ein weiteres Kaufkriterium ist die Möglichkeit zur Self-Service-Bereitstellung von IT-Ressourcen. Manche Management-Tools ermöglichen zuvor autorisierten Anwendern das Erstellen virtueller Maschinen aus vordefinierten Vorlagen, ohne dass hierfür manuelle Arbeit seitens der IT-Abteilung nötig ist. Derartige Bereitstellungsmöglichkeiten werden derzeit immer beliebter, vor allem im Wechsel traditioneller IT hin zur Private oder Hybrid Cloud.

Jede Software, die das Self-Service-Provisioning ermöglicht, sollte auch ein Quota-System aufweisen. Ein solches Quota-System kann verhindern, dass ein unautorisierter Nutzer eine übertrieben große Anzahl virtueller Maschinen erstellt. Einige Verwaltungsprodukte für virtuelle Umgebungen ermöglichen sogar mehrstufige Quotas, die dann normalerweise Begrenzungen auf der Anwender- sowie auf Abteilungsebene implementieren.

Zudem ist bei der Self-Service-Bereitstellung eine dedizierte Benutzeroberfläche wichtig. Als Administrator möchte man seinen Anwendern schließlich keinen Zugriff auf die eigentliche Management-Oberfläche der IT-Umgebung geben, auch wenn hier nur eingeschränkte Rechte zur Verfügung stehen würden. Viel sinnvoller ist die Nutzung einer eigenen Benutzeroberfläche für das Self-Service-Provisioning, über die autorisierten Nutzern nur die Self-Service-Funktionen zur Verfügung stehen.

IT-Automatisierung

Zu beachten sind zudem auch die Automatisierungsfunktionen. Die Automatisierung von IT-Prozessen kann für viele Zwecke innerhalb einer virtuellen Umgebung eingesetzt werden. Zum Beispiel ließe sich so ein automatischer Prozess einrichten, mit dem periodisch in bestimmten Zeitabständen nach ungenutzten virtuellen Maschinen gesucht wird und diese anschließend deprovisioniert werden. Das Spektrum der möglichen IT-Automatisierung ist dabei  aber noch weitaus größer.

Reporting

Ein essentielles Kaufkriterium für Verwaltungs- oder Überwachungslösung virtueller Umgebungen sind zudem Reporting-Funktionen. Management-Tools sollten in der Lage sein, umfassende Berichte zu erstellen, mit deren Hilfe Administratoren detaillierte Informationen über die erstellten virtuellen Maschinen sowie zu vorhandenen Berechtigungen und zur Ressourcennutzung erhalten. Ein solides Berichtsmodul sollte Reportings zu nahezu allen wichtigeren Features des Produkts ausgeben können.

Integration in eigene Umgebung entscheidend

Üblicherweise umfassen Management-Tools für virtuelle Umgebungen hunderte Funktionen. Je nach Unternehmen und spezifischen Anforderungen sind manche davon wichtiger, andere zu vernachlässigen. Damit können IT-Abteilungen jede Menge Zeit beim Versuch verlieren, detaillierte Feature-Vergleiche verschiedener Produkte anzufertigen.

Die in diesem Artikel zusammengetragenen Kaufkriterien dürften die wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung für oder gegen eine Management-Lösung zusammenfassen. Ein weiteres Kriterium betrifft dann die Frage, wie gut sich das fragliche Produkt in der eigenen Umgebung ausrollen und integrieren lässt.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine VMware-Umgebung betreibt, dann liegt es nicht gerade nahe, die Verwaltungslösung eines Drittanbieters zu wählen, die nicht alle VMware-Funktionen unterstützt. Unternehmen müssen also primär herausfinden, wie gut das jeweilige Management-Tool mit ihrer virtuellen Umgebung harmoniert.

Folgen Sie SearchDataCenter.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Data-Center-Betrieb

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close