Tipps für die Migration virtueller Maschinen in die Public Cloud

In Sachen Skalierbarkeit geht nichts über die Public Cloud. Bei der Cloud-Migration virtueller Maschinen gilt es aber, einige Dinge zu beachten.

Einer der ganz großen Trends derzeit ist die Nutzung der Public Cloud als Erweiterung des eigenen Data Centers. Bei diesem Nutzungsszenario können aber Probleme auftreten, wenn virtuelle Maschinen nicht für den Einsatz in der Cloud optimiert wurden.

Public Clouds bieten ein Level an Skalierbarkeit, das im eigenen Data Center nur schwer oder eher gar nicht erreicht werden kann. Daher eignet sich die Cloud hervorragend, um dort leistungshungrige Workloads auszuführen. Allerdings bringt es einige Herausforderungen mit sich, bestehende virtuelle Umgebungen für den Einsatz in der Cloud fit zu machen, beispielsweise bei Identitäts- und Bandbreiten-Management. Eines der größten Probleme stellt aber immer wieder die Migration bestehender virtueller Maschinen von einem lokalen Hypervisor auf eine Public Cloud dar.

Die einzelnen Schritte variieren natürlich je nach verwendetem Hypervisor und Cloud-Anbieter erheblich. Die Migration von VMware-Workloads in die Cloud funktioniert anders als die Migration von Hyper-V-Workloads. Gleichzeitig hat Amazon andere Anforderungen beim Import von virtuellen Maschinen in EC2 wie Microsoft mit Azure.

Unabhängig von verwendetem Hypervisor und Cloud-Anbieter hilft eine frühzeitige Planung aber in jedem Fall, den Migrationsprozess einfach und schneller durchführen zu können. Viele Dinge können bereits im Vorfeld erledigt werden, mit denen sich die Cloud-Portabilität bestehender VMs erhöhen lässt. So wird die Migration in die Cloud später wesentlich erleichtert.

Die Cloud-Migration planen

Eine wichtige Sache bei der vorausschauenden Planung für die Migration virtueller Workloads in die Cloud ist das Vermeiden von Pass-Through-Disks. Mit Pass-Through-Disks können virtuelle Maschinen direkt auf eine physische Festplatte zugreifen und müssen sich nicht vollständig auf virtuelle Disks verlassen. Bei der Migration einer virtuellen Maschine in die Cloud besteht ein Teil aber darin, virtuelle Festplatten in die Cloud hochzuladen. Aus diesem Grund ist es nicht ohne weiteres möglich, VMs mit Pass-Through-Disks zu migrieren.

Wenn daher auch nur die kleinste Möglichkeit besteht, dass eine virtuelle Maschine vielleicht einmal in die Cloud migriert werden soll, ist der Verzicht auf Pass-Through-Disks eine gute Idee. Sollten virtuelle Maschinen derzeit auf Pass-Through-Disks zugreifen, dann kann es eine hilfreich sein, diese vorausschauend vollständig auf virtuelle Festplatten zu migrieren – außer natürlich, es gibt einen wichtigen Grund für den Rückgriff auf Pass-Through-Disks.

Das bringt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt: Nur weil ein Cloud-Anbieter die Migration einer virtuellen Maschine eines lokalen Hypervisors in seine Cloud ermöglicht heißt das noch lange nicht, dass auch alle VM-Konfigurationen übernommen werden. Daher ist es äußerst wichtig, noch vor der Migration zu klären, welche Konfigurationen übernommen werden. Viele große Cloud-Anbieter unterstützen beispielsweise die Migration von Hyper-V-VMs, aber nur in der Konfiguration mit dem älteren VHD-Dateiformat. Das neuere VHDX dagegen findet noch keine große Unterstützung.

Eine weitere Empfehlung lautet, virtuelle Maschinen stets mit der aktuellsten Betriebssystemversion laufen zu lassen. Manche Cloud-Anbieter kümmern sich aber zum Beispiel nicht um diese Frage, andere wiederum schon. Amazon EC2 beispielsweise setzt für die Migration ein von Amazon unterstütztes Betriebssystem voraus. Der Grund hierfür liegt darin, dass die VM bei der Migration von Amazon eine Softwarelizenz bekommt. Wenn das Betriebssystem nicht von Amazon unterstützt wird, dann kann Amazon auch keine Lizenz an die VM ausgeben.

VM-Migration erfordert Flexibilität

Ein weiteres häufiges Problem besteht darin, dass virtuelle Maschinen bei der Migration in die Cloud oft nicht ihre ursprüngliche Hardwarekonfiguration behalten können. Wer seine virtuellen Maschinen beispielsweise zu Microsoft Azure migriert, der muss zwischen verschiedenen VM-Größen entscheiden. Damit ist im Grunde eine festgelegte Hardwarekonfiguration der VM gemeint.

Die VM-Größe legt dabei zum Beispiel die Anzahl virtueller CPU-Kerne, die Speichergröße und die Art des Speichers fest, die der virtuellen Maschine zugeordnet werden. Meistens wird die zu migrierende VM aber nicht zufällig genau den festgelegten VM-Größen entsprechen, daher wird man hier die nächstbeste Kategorie wählen müssen.

Eine gängige Empfehlung lautet daher, noch vor der Migration Performance-Benchmarks durchzuführen, um ausreichende Kapazitäten auch nach der Migration sicherzustellen. Jeder Cloud-Anbieter hat seine eigenen Ecken und Kanten. Das wichtigste bei der Migration ist es daher, die feinen Unterschiede zu erkennen und für sich den am besten geeigneten Anbieter auszuwählen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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