zodar_ce - Fotolia

SAP ERP: Qualitätskosten bei Produktion und Supply-Chain-Management beachten

Firmen können fundiertere Entscheidungen treffen und Produktionprozesse verbesseren, wenn Sie Qualitätskosten im SAP-ERP-System berücksichtigen.

Viele Unternehmen benötigen einen detaillierten Überblick von Zeit, Aufwand, Ressourcen und Kosten, die mit einer Produktreklamation oder Kundenbeschwerde zusammenhängen. Daneben müssen sie Kosten beachten, die für die Vermeidung von Produkt- oder Prozessfehler anfallen. Dennoch finden diese Firmen es häufig überflüssig, Qualitätskosten in ihr SAP-ERP-System zu implementieren, das ihnen bei der kontinuierlichen Produkt- und Prozessverbesserung helfen kann.

Die Integration von Qualitätskosten in wichtige Logistik- und Supply-Chain-Funktionen ermöglicht es Unternehmen, Informationen über Prüfkosten, Fehlerkosten und Fehlerverhütungskosten zu ermitteln. Dies erlaubt es dem Unternehmen wiederum, fundiertere Entscheidungen zu treffen.

Hier ein Überblick, welche Kosten Qualitätskosten im Einzelnen aufzeichnen kann:

  • Prüfkosten: Das sind Kosten, die im Zusammenhang mit routinemäßigen Qualitätsprüfungen von beschafften oder produzierten Materialien sowie durch Inspektionen entstehen.
  • Fehlerkosten: Diese Kosten entstehen für Firmen aufgrund von Fehlproduktionen, der Überarbeitung von Produktionsschritten sowie dem verminderten Wert eines Produkts, das eine geringere Qualität aufgrund von Produktionsfehlern hat.
  • Fehlerverhütungskosten: Dies sind anfallende Kosten für die kontinuierliche Produkt- und Prozessverbesserung. Um Verbesserungen zu erreichen, können Unternehmen statistische Prozesssteuerung (SPC), Qualitätsförderungen, Qualitätstrainings für Mitarbeiter und Lieferantenbewertungen einführen.

Hat ein Unternehmen die Komponente SAP Qualitätsmanagement (QM) des SAP-ERP-Systems in die Logistik- und Supply-Chain-Prozesse integriert, kann es auch Qualitätskosten implementieren. Der Geschäftsprozess in Qualitätskosten umfasst die Einrichtung eines QM-Auftrags, der als Kostensammler für Zeit, Aufwand und Ressourcen dient und der die Kosten aufzeichnet, die durch Prüfung, Fehler und Fehlerverhütung entstehen.

Im Folgenden werden drei Möglichkeiten aufgezählt, wie ein Prozesseigner Qualitätskontrollen aufzeichnen und die Qualitätskosten transparent gestalten kann:

  • Wenn ein Qualitätsprüfer Prüfergebnisse für ein Material festhält, kann man die benötigte Zeit für die Qualitätsprüfung aufzeichnen. Die aufgezeichnete Zeit hat eine zugeordnete Rate, welche die Qualitätskosten widerspiegelt. Ein Beispiel: Es dauert zehn Minuten, um ein Instrument einzurichten, das die Qualität eines Materials prüft. Die Kosten für die Einrichtung betragen 100 Euro pro Stunde. Somit betragen die Kosten 16,67 Euro für zehn Minuten.
  • Während der Entscheidung, ob ein Material für den Verbrauch oder Verkauf genehmigt oder abgelehnt wird – in SAP QM als Verwendungsentscheid bezeichnet – kann der Qualitätsprüfer Zeit und Aufwand für die Prüfung der Materialqualität aufzeichnen.
  • Man kann außerdem fixe Kosten für die Bearbeitung von Qualitätsmeldungen festlegen, die aus einem Lieferanten- oder Produktfehler, einem internen Produktionsvorfall oder einer Kundenreklamation resultieren. Wann immer ein Anwender eine Qualitätsmeldung erstellt, verursacht dies Qualitätskosten. Unternehmen können diese Daten verwenden, um zu prüfen, wie viele Qualitätsmeldungen für jede Art von Fehler oder Beschwerde erfasst wurden und wie viel diese kosten.

Mehr zum Thema SAP ERP:

SAP Business One Cloud über SAP-eigene Rechenzentren verfügbar.

Wie Sie sich gegen SAP-ERP-Schwachstellen schützen.

SAP ERP: Ausschuss in der Materialbedarfsplanung (MRP) besser berechnen.

Welche Funktionen hat die Kapazitätsplanung (PP-CRP) in SAP ERP?

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Erfahren Sie mehr über Business-Software

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close