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Platform as a Service (PaaS) beschleunigt Entwicklung von Anwendungen

Unternehmen müssen Anwendungen und Updates zunehmend schneller und in kürzeren Zyklen auf den Markt bringen. Hier kann Platform as a Service helfen.

Cloud Services werden immer wichtiger. Im Jahr 2014 setzten 44 Prozent der deutschen Unternehmen in Deutschland auf Cloud Computing – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 24 Prozent der Firmen planen oder diskutieren den Einsatz. Das ist das Ergebnis des Cloud-Monitors 2015, den Bitkom Research im Auftrag von KPMG erstellt hat. Das Gros der Unternehmen setzt dabei auf Infrastructure as a Service (IaaS) und Software as a Service (SaaS). Platform as a Service (PaaS)-Modelle sind mit 28 Prozent bisher noch weniger verbreitet. Allerdings signalisieren die relativ hohen Planungszahlen (30 Prozent) ein zukünftiges Wachstum bei Plattform-Services.

Kurze Begriffsklärung: Bei IaaS beziehen Unternehmen IT-Ressourcen wie Speicher, Server oder Netzwerkkomponenten als Service aus der Cloud. Software as a Service (SaaS) stellt Anwendungen in einer Cloud-basierten Version bereit. PaaS wiederum bietet eine Entwicklungs- und Hosting-Plattform für die schnelle Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen.

PaaS beschleunigt die Softwareentwicklung

Platform as a Services wie die Oracle Cloud liefern neben der Basisinfrastruktur (Hardwareservice, Betriebssystem) auch die Anwendungsinfrastruktur mit technischen Frameworks wie Middleware und Datenbanken oder die gesamte Entwicklungsplattform mit. Am effizientesten ist PaaS in Kombination mit IaaS, da damit die komplette Infrastruktur flexibel und skalierbar zur Verfügung steht – von der Entwicklung bis zum Einsatz von Anwendungen. Für Unternehmen entfallen die Investitionen für Infrastruktur und Softwareumgebung; die Entwickler brauchen sich nicht mit der Administration und Wartung der Infrastruktur zu befassen, sondern können sich komplett auf die Entwicklung der Anwendungen konzentrieren.

Im Gegensatz zur traditionellen Entwicklung von Business-Anwendungen, die in mehreren Phasen und relativ langsam verlief, beschleunigt PaaS die Softwareentwicklung, da sie agile Methoden mit sich überlappenden Schritten erlaubt. Dank diverser Tools und Techniken ist es möglich, Anwendungen schon zu testen, wenn sie noch nicht komplett fertig entwickelt wurden. So kann beispielsweise jeder Entwickler seine Ideen in einer schnell bereitgestellten Testumgebung testen, welche die spätere Produktivumgebung möglichst genau simuliert.

Über PaaS lassen sich auch Entwicklung und IT-Betrieb enger verzahnen. Da sie Funktionserweiterungen direkt automatisiert testen können, erhalten Entwickler zügig Feedback über potenzielle Fehler. Nach erfolgreichen Tests lässt sich das neue Software-Build schnell auf der Produktivumgebung installieren. Dank der Automatisierung lassen sich auch kleine Funktionen kontinuierlich ausliefern, falls notwendig, auch mehrmals täglich. Dadurch können Entwickler sehr schnell auf neue Anforderungen etwa aus den Fachabteilungen reagieren oder neue Software schneller auf den Markt bringen.

PaaS eignet sich aber nicht für alle Anwendungen. So lohnt sich PaaS nicht für eher statische Anwendungen oder wenn der Aufwand für die PaaS-Anpassung zu hoch ist. Beispiele hierfür sind bestehende Standardsoftware, kleinere CMS-Anwendungen oder alte eigenentwickelte Legacy-Software ohne Abstraktionslayer.

Merkmale einer PaaS-Lösung

PaaS-Lösungen vereinfachen mit verschiedenen Funktionen die Zusammenarbeit an Projekten. So lassen sich beispielsweise Entwickler schnell und einfach zu einem Projekt hinzufügen, es gibt Werkzeuge zur Koordination von Projekten und den Austausch von Informationen. Da jedes Teammitglied selbst auf alle notwendigen Ressourcen zugreifen (Transparenz) kann, verfügt jeder Entwickler über die gleiche Wissensbasis. Das Self-Service-Portal versetzt sie zudem in die Lage, die benötigten Tools und Ressourcen schnell und einfach hinzuzufügen – die Bereitstellung erfolgt meist automatisiert.

Für die einfachere Integration in bestehende Umgebungen (Hybrid Cloud) sowie die Anbindung verschiedener Plattformen (Interoperabilität) bieten PaaS-Lösungen eine offene Architektur, standardisierte Schnittstellen sowie gut dokumentierte APIs. PaaS befördert eine Anwendung per Befehlszeile oder mithilfe eines Plug-ins direkt von einer integrierten Entwicklungsumgebung aus in die Cloud. Nach einer Analyse der Anwendung stellt PaaS diese in einem Runtime-Container bereit, der genau ihren benötigten Ressourcen entspricht. Für die Verwaltung sorgen Management-Tools etwa zum Monitoring der Services, Load Balancing oder zur Systemkonfiguration.

Natürlich verfügen PaaS-Lösungen auch über diverse Sicherheitsfunktionen. So lassen sich innerhalb einer oder mehreren Clouds mehrere Instanzen bereitstellen, um Unternehmensumgebungen voneinander zu isolieren. Dies ist besonders für Anwendungen wichtig, bei denen Compliance-Richtlinien bedacht werden müssen oder bei Anwendungen, auf die Mitarbeiter nur intern zugreifen dürfen.

Vorteile von PaaS auf einen Blick

Durch PaaS können sich Entwickler auf das konzentrieren, was sie am besten können: das Programmieren von Anwendungen. Hier die wichtigsten Vorteile von PaaS für Entwickler auf einen Blick:

  • Skalierbarkeit: PaaS-Applikationen können im laufenden Betrieb in kurzer Zeit skaliert und damit an sich wandelnde Anforderungen angepasst werden.
  • Schnelle Entwicklung und verkürzte Produktzyklen: Entwickler können dank Self Service und automatisierter Bereitstellung der Infrastruktur Anwendungen und Services schneller entwickeln und bereitstellen.
  • Höhere Produktivität durch ein vielfältiges Angebot an Tools und Entwicklungsmethoden (zum Beispiel Scrum, Crystal, Synamic Systems Development Method DSDM), Automatisierung und wiederverwendbare Komponenten.
  • Standardisierung und bessere Erweiterbarkeit ermöglicht Portabilität für unterschiedliche Plattformen und Endgeräte.
  • Effizientere Sicherheitsmaßnahmen und Geschäftskontinuität: Anwendungen lassen sich mit definierten Sicherheitsstandards und für hohe Verfügbarkeit programmieren; Tools für die Suche nach Programmierfehlern unterstützen eine höhere Zuverlässigkeit.
  • Bessere Kontrolle: Mit PaaS-Diensten haben Entwickler die Kontrolle über ihre Anwendungen – von der Entwicklung bis zur Bereitstellung.
  • Größere Unabhängigkeit: Entwickler schätzen die Möglichkeit, sich die benötigten Ressourcen selbst zu beschaffen, um unabhängig arbeiten zu können.

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