Marketing Automation: diese Funktionen bieten die Tools

Marketing Automation Tools bieten verschieden Funktionen für Mittelständler und Großunternehmen. Lernen Sie in diesem Beitrag die Unterschiede kennen.

Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Artikel-Serie zum Thema Marketing Automation Tools. Im ersten Beitrag erläuterte Marshall Lager die Grundlagen zu Marketing-Kampagnen und Marketing Automation Tools.

Der Markt für Marketing Automation Software (MA Software) ist in Bewegung. Dabei steht MA auch für Mergers & Acquisitions und während der letzte Jahren gab es viele Übernahmen und Akquisitionen in diesem Marktsegment. Die leistungsfähigsten Marketing-Automatisierungssysteme sind daher eigenständig oder befinden sich unter dem Dach eines größeren Anbieters.

Enterprise-Anbieter: Sobald Enterprise-Kunden betroffen sind, zählen Eloqua (von Oracle übernommen) und Marketo zu den möglichen Adressen. Beide bieten eine Vielzahl von Funktionen (nicht nur für Großunternehmen) und beide haben sich im Laufe der Jahre eine starke Ausgangsbasis mit anspruchsvollen Anwendungen erarbeitet. Sie bieten einen Vorgeschmack davon, was möglich ist. Zu den weiteren Anbietern in dieser Kategorie zählen Aprimo (mittlerweile Teradata), Unica (IBM), Teradata und SAS Institute.

Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMUs): Viele der Wettbewerber sind auch im kleinen und mittleren Segment aktiv. Dabei gibt es zwei Arten von Anbietern: Unternehmen, die ein CRM-Produkt mit integrierten Marketing-Funktionen bieten und Firmen, die sich ausschließlich auf Marketing-Funktionen spezialisiert haben. Diese Einteilung ist allerdings nicht starr, da sich Kunden im Cloud-Zeitalter auch die Rosinen herauspicken können.

Der erste Anbieter bei dem Sie wahrscheinlich nach einem Softwarepaket suchen werden ist Salesforce.com, ironischerweise weil es selbst ausgezeichnetes Marketing für sich betreibt. Zwischen seinen Akquisitionen und Partnern, bietet Salesforce eine Menge Funktionen. Unter erfahrenen Anwendern gibt es aber auch die Tendenz, Technologien von anderen Herstellern zu integrieren. Es ist allerdings nicht notwendig, diese Praxis zu stoppen: SAP und Microsoft bieten innerhalb ihrer jeweiligen Suiten ebenfalls Marketing-Automation-Funktionen mit (angeblich) besseren nativen Fähigkeiten. SAP ist tendeziell aber eher etwas für größere Unternehmen, was es für einige Anwender ungeeignet macht.

Nichenanbieter: Spezialisierter Anbieter von Marketing-Automation-Tools können die beste Wahl für Unternehmen sein, die wissen, was sie benötigen. Das bedeutet jedoch, dass die Anbieter zu erst ihre Hausaufgaben machen müssen oder sie verlieren schnell den Wettbewerb. Die Anbieter wollen, dass Sie mir ihren Lizenzen und Abo-Modellen zufrieden sind. Der angebotene Service sollte somit beinhalten, dass das System funktioniert oder es sollte früh angepasst werden, wenn es noch nicht hundertprozentig angepasst ist.

Obwohl es kein Marketing-Spezialist ist, konnte sich Silverpop in den letzten Jahren in diesem Segment etablieren. Der eigentliche Schwerpunkt von Silverpop liegt auf Business-to-Commerce-Unternehmen, die Mobile- und Social-Media-Kampagnen einsetzen. Zu den stärksten Konkurrenten zählen Adobe Campaign (vorher Neolane) und ExactTarget.

Tipps für Käufer von automatisierten Marketing-Tools

Diese Auflistung liest sich auf dem Papier erst einmal gut, doch Unternehmen benötigen Tools, die die Bedürfnisse der Anwender abdecken. Im folgenden finden Sie daher einige Hinweise, ob ein Tool zu Ihnen passt:

Komplexität: Wenn das Produkt kompliziert wirkt, ist es das wahrscheinlich auch. Unterschätzen Sie nicht die Zeit, die man benötigt, um alles zu integrieren und zum Laufen zu bringen. Zudem sollten Sie nicht die Lernkurve der Nutzer unterschätzen. Wenn der Anbieter Schulungen anbietet, sollten Sie diese in Anspruch nehmen. Eine User-Community bietet ebenfalls Support und berät Sie bei Fragen.

Change Management: Onboarding umfasst nicht nur die Integration und Verwendung der Technologie. Es kann eventuell zu Widerständen in Ihrem Unternehmen kommen, wenn Sie etwas neues einsetzen möchten. Wenn Sie die Mitarbeiter früh für eine neue Anwendung begeistern können – bevor Sie die Technologie einsetzen – haben Sie die Schlacht bereits gewonnen. Beziehen Sie alle Akteure in den Entscheidungsprozess ein, so dass sich niemand ausgeschlossen fühlt und unerwünschte Lösungen sowie Geschäftsprozesse einsetzen muss.

Nutzen Sie die Technologie: Geben Sie keine Geld für etwas aus, dass Sie nicht nutzen. Wenn Sie lediglich eine Anwendung für E-Mail-Marketing in einem 50-Mitarbeiter-Unternehmen benötigen, sollten Sie keine riesige Omni-Channel-Suite für Großunternehmenn mit mehreren Standorten einsetzen. Allerdings ist auch das Gegenteil wahr: Wenn Sie dafür zahlen, sollten Sie es auch nutzen. Marketing-Automatisierung ist nicht nur eine Anhäufung von E-Mails. Entdecken Sie die Möglichkeiten und haben Sie keine Angst vor Experimenten.

Geben Sie zu, wenn Sie neue Tools benötigen: Es reicht nicht zu sagen, dass Sie es bisher ohne Marketing Automation bereits weit gebracht haben. Sie liegen eventuell falsch und haben noch nicht erkannt, was Sie verpasst haben.

Überlegen Sie, was Sie haben: Ihr CRM-System hat vielleicht Marketing-Funktionen, die Sie nicht verwenden. Es macht keinen Sinn, zweimal Geld auszugeben. Wenn Sie nicht die richtigen Komponenten haben, wird ihr Anbieter sicher glücklich sein, eine Lösung zu finden.

Fragen Sie Ihre Experten: Wenn Sie eine eigene Marketingabteilung haben, profitieren Sie von deren Wissen. Marketing-Experten erzählen Ihnen, was Sie benötigen. Möglicherweise haben diese sogar Tools ausprobiert, ohne sich mit Ihnen ausgetauscht zu haben.

Forschen Sie: Wenn Sie genau wissen, was Sie benötigen, ist das der beste Ratgeber. Wenn E-Mail-Marketing beispielweise für Sie nutzlos ist, wählen Sie keinen Anbieter, der sich darauf spezialisiert hat.

Über den Autor:

Marshall Lager ist Geschäftsführer von Third Idea Consulting. Er hält Vorträge und schreibt Artikel über den CRM-Markt. Er ist unter marshall@3rd-idea.com oder http://www.twitter.com/Lager.

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