Lizenz-Management für virtuelle Desktops: Das nächste Problem für die IT-Abteilung

Auch in VDI-Umgebungen müssen die Lizenzanforderungen von Betriebssystem und Anwendungen eingehalten werden. Spezielle Tools erleichtern dies.

Desktop-Virtualisierung kann extrem vorteilhaft für die Betriebssystemumgebung eines Unternehmens sein. Der Einsatz von optimierter Desktop-Hardware und zentralem Computing macht es möglich, bislang inkompatible Anwendungen auf demselben physischen Rechner auszuführen. Dabei sollten sich IT-Entscheider während des Planungsprozesses für die Desktop-Virtualisierung über ein kritisches Puzzleteil im Klaren sein: die Lizenzierung bei virtuellen Desktops.

Die meisten Desktop-Anwendungen benötigen mehrere Softwareschichten, um zu funktionieren. Daher muss jede Schicht ordnungsgemäß lizenziert sein, andernfalls muss man sich auf unangenehme Audits, potenzielle Strafen und einen beschädigten Ruf gefasst machen. Leider ist meist jede Softwareschicht, also beispielsweise Anwendungen, Anwendungs-Frameworks, Datenverwaltung und das Betriebssystem selbst, unter anderen Geschäftsbedingungen und nach verschiedenen Lizenzbestimmungen verfügbar.

Lizenzierung des Betriebssystems

Anbieter wie Apple und Microsoft haben häufig unterschiedliche Geschäftsbedingungen und Anforderungen für die Lizenzierung von Anwendungen. Wenn ein Unternehmen Software von mehreren Anbietern implementiert, ist es wahrscheinlich, dass jeder Anbieter andere Lizenzbestimmungen hat. Apple zum Beispiel wird nicht erlauben, Mac OS in einer virtuellen Maschine auszuführen. Andererseits erlaubt es Apple aber sehr wohl, alternative Betriebssysteme in einer Mac-Umgebung zu hosten.

Wer also Mac-Anwendungen bevorzugt, der wird Mac-Hardware und ein Produkt wie Parallels oder VMware Fusion benötigen, um damit auch Windows- oder Linux-Umgebungen zu unterstützen. Die Mac-Anwendung selbst ist dann nur ein kleiner Teil des Workloads, den die physische Hardware unterstützen wird.

Auch Microsoft arbeitet an der Unterstützung von Desktop-Virtualisierung und kooperiert dafür mit einigen – aber nicht allen – Softwareanbietern in den Bereichen virtuelle Maschinen und Betriebssystem-Virtualisierung/Partitionierung. Leider hat Microsoft auch unterschiedliche Bestimmungen dafür, ob eine Einzelperson, ein kleines Unternehmen oder ein großer Konzern die Virtualisierungstechnologie zu implementieren plant.

Linux-Anbieter akzeptieren in der Regel ebenfalls virtualisierte Umgebungen. Linux-Software wird meist gemäß einer Open-Source-Lizenz bereitgestellt. Damit können Unternehmen beliebig viele virtuelle Maschinen auf einem einzigen physischen System implementieren.

Die Übersicht über die Lizenzbestimmungen behalten

Viele Anbieter liefern auch Tools, die Unternehmen dabei helfen, festzustellen, welche Software in ihren Netzwerken verwendet wird. Diese Tools erzeugen ein Bestandsverzeichnis der Software, mit dem die Einhaltung der Lizenzbestimmungen sichergestellt wird. Dies kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass große Expertenteams eingesetzt werden, die jede Änderung bei den großen Softwareanbietern verfolgen.

Unter anderem bieten Unternehmen wie ManageSoft oder Symantec entsprechende Tools an. Wenn Ihr Unternehmen nicht über das nötige rechtliche Fachwissen verfügt oder sich hinsichtlich der Bestimmungen für jedes einzelne Softwareprodukt nicht sicher ist, empfiehlt es sich, entsprechend zielgerichtet Unterstützung beizuziehen. Lassen Sie es lieber nicht darauf ankommen. Wenn erst ein Prüfer vor der Tür steht und sämtliche Lizenzen für Ihre Software sehen will, dann ist es sicherlich zu spät, um herauszufinden, dass Sie mit Ihrem bisherigen Vorgehen falsch lagen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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