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KVM, RHEV oder OpenStack: Die Qual der Wahl bei der Virtualisierung mit Red Hat

In Red-Hat-Umgebungen gibt es mit KVM, RHEV und OpenStack drei Möglichkeiten zur Virtualisierung. Alle drei bedienen unterschiedliche Anforderungen.

Viele Linux-basierten virtuellen Umgebungen laufen auf Red Hat Enterprise Linux (RHEL), das seit RHEL 6 auf dem KVM-Hypervisor basiert. KVM wurde in Form von zwei Kernel-Modulen integriert, was die Pflege des Codes vereinfacht, der damit Teil des Upstream-Linux-Kernels ist.

Für das Management virtueller Red-Hat-Umgebungen stehen dann unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Wer lediglich ein paar wenige virtuelle Maschinen bereitstellen will, der kann hierfür meist problemlos auf die in KVM eingebauten Funktionen zurückgreifen, die Red Hat zum Beispiel mit jeder Version von RHEL 7 liefert. Für das Ausführen virtueller Maschinen auf RHEL 7 sind so auch keine zusätzlichen Lizenzen notwendig.

In dieser Konfiguration sind zwei Management-Oberflächen verfügbar, von denen aber keine integrierte virtuelle Umgebungen verwalten kann, sondern lediglich die virtuellen Maschinen auf dem Linux-Server: Virsh und Virtual Machine Manager.

Virsh ist eine vergleichsweise mächtige Verwaltungsumgebung, mit der Administratoren Management-Aufgaben über die Kommandozeile erledigen können, beispielsweise das Starten oder Stoppen virtueller Maschinen, die Konfiguration von VM-Storage oder das Anlegen von VM-Snapshots.

Die andere Möglichkeit wäre der Virtual Machine Manager, der eine grafische Benutzeroberfläche bietet und damit das Management virtueller Maschinen einfacher macht. Administratoren können sich so sehr einfach mit virtuellen Maschinen oder anderen Hosts verbinden, um beispielsweise Einstellungen der VM-Hardware zu ändern. Allerdings ist es damit nicht möglich, virtuelle Umgebungen mit unterschiedlichen Hypervisoren zu verwalten.

Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV)

Wer dagegen Umgebungen mit mehr als nur einer Handvoll Server verwalten will, der sollte einen Blick auf Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) werfen. Die Virtualisierungsplattform von Red Hat wurde für das Management des Software-defined Data Center (SDDC) entwickelt und bietet so eine zentrale Oberfläche für die Verwaltung unterschiedlicher Hypervisor-Hosts – eine Funktion, die Virtual Machine Manager fehlt. RHEV kann daher in gewisser Weise durchaus mit VMware vSphere oder Microsoft Hyper-V verglichen werden.

RHEV-M ist bei RHEV die Management-Plattform, die ein Browser-Interface bietet und Administratoren die Verwaltung großer Mengen von RHEV-H-Hosts ermöglicht. Als RHEV-H-Hosts werden die Hypervisor-Hosts bezeichnet, auf denen die virtuellen Maschinen laufen. RHEV-H basiert auf RHEL, ist aber um alle unnötigen Funktionen entschlackt, was die Performance erhöht und Sicherheitsrisiken minimiert. RHEV kann auch RHEL-basierte Hypervisor-Hosts integrieren, was aber durch die unnötigen Pakete in RHEL zu zusätzlichem Verwaltungsaufwand führt.

RHEL OpenStack Platform (RHEL OSP)

Wer nun noch einen Schritt weitergehen will und mit Red Hat ein IaaS-Angebot (Infrastructure as a Service) bereitstellen will, der kommt an RHEL OpenStack Platform (RHEL OSP) nicht vorbei. Auch wenn Red Hats OpenStack-Plattform das Ausführen virtueller Maschinen auf Basis einer OpenStack-Cloud ermöglicht, sollten Unternehmen auch immer IaaS als Alternative zur Virtualisierung im Auge behalten.

Eine IaaS-Cloud liefert virtuelle Maschinen über eine Infrastruktur aus, die mit elastischer Ressourcen-Vergabe und Self-Service-IT im Hinterkopf entwickelt wurde. Die Server-Virtualisierung dagegen fokussiert sich mehr auf die Bereitstellung virtueller Maschinen im eigenen Rechenzentrum.

Dabei ist es natürlich auch möglich, eine Private Cloud auf Basis von RHEL OSP zu nutzen, um die Vorteile beider Welten zu vereinbaren. Damit lässt sich die Flexibilität erhöhen und zusätzlich können Self-Service-Optionen für die virtuelle Red-Hat-Umgebung hinzugefügt werden. Für alle Unternehmen, die schnell, einfach und skalierbar virtuelle Maschinen bereitstellen wollen, sind dies wichtige Funktionen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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