Hyper-V-Konfigurationsprobleme mit dem Best Practice Analyzer (BPA) lösen

Microsoft Hyper-V BPA kann dabei helfen, unerkannte Konfigurationsprobleme zu lösen. Die Fehlersuche erfolgt mit einigen wenigen Cmdlets.

Wenn es um Zeit oder Geld geht, ist es eigentlich immer besser, proaktiv statt reaktiv vorzugehen. Auch wenn es so aussieht als würde Ihr System problemlos arbeiten, kann ein übersehenes Problem sehr schnell beides, also Zeit und Geld, kosten.

Aus diesem Grund hat Microsoft den Best Practice Analyzer (BPA) veröffentlicht, der Probleme bereinigen kann und Produktionsumgebungen in Übereinstimmung mit den Best Practices von Microsoft bringen soll. Der BPA hat sich für Microsoft-Kunden als eine sehr brauchbare Komponente herausgestellt, da er über vordefinierte Regeln verfügt, deren Prüfung gängige Konfigurationsprobleme aufdeckt und so dabei hilft, schon vor dem Auftreten von Problemen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Jede in Windows Server 2012 (oder neuer) installierte Serverrolle verfügt über den BPA. Er ist ebenfalls für Hyper-V verfügbar und umfasst mehr als 74 vordefinierte Scans, die für die aktuelle Hyper-V-Konfiguration durchgeführt werden können.

Der Hyper-V Best Practice Analyser dient vorrangig zwei Zwecken: Er prüft, ob virtuelle Maschinen (VMs) in Hyper-V und deren virtuelle Netzwerke korrekt konfiguriert sind bzw. ob diese überhaupt konfiguriert sind. Der Hyper-V BPA ist in Windows Server 2012 (oder neuer) standardmäßig enthalten, für ältere Versionen des Server-Betriebssystems kann er heruntergeladen werden.

Die Vorteile des Microsoft Best Practice Analyzer

Für den regelmäßigen Einsatz des Hyper-V Best Practice Analyzer sprechen mehrere Gründe:

Beispielsweise könnten Sie den Hyper-V Best Practices gefolgt sein, um die Stabilität Ihrer Umgebung zu gewährleisten, solche aber möglicherweise bei Entwurf und Planung außer Acht gelassen haben. Dies lässt sich dann auch nachträglich nachholen.

Hyper-V BPA führt mehrere Scans durch, mit deren Ergebnisse sich Rückschlüsse auf mögliche Probleme ziehen lassen. Sie erhalten beispielsweise eine Warnung, falls der Dienst Hyper-V Virtual Machine Management nicht automatisch startet. 

Das mag Ihnen zunächst eher unwichtig erscheinen, und doch ist es gut möglich, dass Sie diesen Umstand bei Ihrem ursprünglichen Entwurf nicht berücksichtigt hatten. Eine vergleichbare Warnung erhalten Sie, wenn ein virtuelles Netzwerk nicht speziell für VM-Traffic eingerichtet wurde, oder wenn Sie dasselbe virtuelle Netzwerk auch für Management-Traffic nutzen.

Hyper-V Best Practice Analyzer kann aber auch wertvolle Tipps für Einsparungen liefern und hilft bei der Einrichtung einer Hyper-V-Konfiguration mit vollem Microsoft-Support. Entspricht nämlich Ihre Umgebung nicht offiziell unterstützten Rahmenbedingungen, so versagt Ihnen der Microsoft Product Support Service möglicherweise seine Hilfe. Dies kann beispielsweise auch dann passieren, wenn Ihr Hyper-V-Host mehr VMs beherbergt als empfohlen.

Microsofts PSS dazu zu bringen, sich eine nicht offiziell unterstützte Hyper-V-Konfiguration genauer anzuschauen, ist eine Herausforderung für sich. Bereits um mögliche Verzögerungen im Supportprozess zu eliminieren, lohnt es sich daher, den Hyper-V BPA vor dem Kontaktieren des Support-Teams anzuwenden und von diesem bemängelte Aspekte vorab in Einklang mit offiziellen Standards zu bringen. Das spart Ihnen nicht nur Geld, sondern gerade in kritischen Fällen auch eine Menge Zeit.

Der Hyper-V BPA hilft Ihnen zudem, Betriebsstörungen zu vermeiden. Einer der BPA-Tests prüft beispielsweise, ob sich eine virtuelle Maschine gerade im Pause-Modus befindet. Es ist wenig sinnvoll, eine VM über längere Zeit zu pausieren, da diese den belegten Speicher nicht freigibt. 

Nutzen Sie für alle Ihrer VMs Hyper-V Dynamic Memory, so wird ein solches Verhalten schnell zu Problemen führen: Da Speicher durch die pausierte VM belegt wird, wird Hyper-V bei Anfrage neuer VMs nach Speicher irgendwann keine andere Wahl haben, als neue Anfragen mangels verfügbarem Speicherplatz abzulehnen. Ähnlich gelagert sind Fälle, in denen Ihre VM auf einer alten Version der Integration Services läuft.

Tipps zur Verwendung des Best Practice Analyzer

Es gibt zwei Möglichkeiten, Hyper-V BPA auf Hyper-V-Hosts auszuführen: Mithilfe des Server-Managers oder über das PowerShell-Cmdlet Invoke-BPAModel.

Aus dem Server-Manager heraus müssen Sie lediglich den Hyper-V Best Practices Analyzer anklicken, den Hyper-V BPA vom Tasks-Menü aus ausführen und dann den Status dem Informationsreiter entnehmen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Abbildung: Hyper-V BPA im Server-Manager

Da der Hyper-V Best Practice Analyzer als Teil des Server-Managers in Windows Server 2012 (und neuer) verfügbar ist, können Sie ihn für lokale Konfigurationsprüfungen ebenso einsetzen wie für entfernte Hyper-V-Hosts.

Ein PowerShell-Skript bietet die Möglichkeit, Hyper-V-Hosts lokal oder remote in bestimmten Zeitabständen durch Hyper-V BPA prüfen zu lassen, und ermöglicht auch das Versenden von Informationen über gefundene Konfigurationsprobleme. Um mit PowerShell einen Hyper-V-BPA-Scan zu initiieren, führen Sie das folgende PowerShell-Cmdlet aus:

Invoke-BpaModel –BestPracticesModel Microsoft/Windows/Hyper-V

Achten Sie darauf, dass das Invoke-BpaModel PowerShell-Cmdlet lediglich den Hyper-V BPA ausführt, aber keine Ergebnisse anzeigt. Um die Ergebnisse zu analysieren und anzuzeigen, müssen Sie das Get-BpaResult PowerShell-Cmdlet verwenden:

Get-BpaResult –BestPracticesModel Microsoft/Windows/Hyper-V C:\Temp\BPAOutput.txt

Öffnen Sie nach dem Ausführen die Datei BPAOutput.txt und schauen Sie sich die Inhalte der Spalte Compliance an. Dort finden Sie etwaige Compliance-Probleme der Hyper-V-Konfiguration aufgeführt.

Es ist empfehlenswert, Hyper-V-Server in Produktionsumgebungen monatlich durch den Hyper-V BPA prüfen zu lassen. Damit sichern Sie einen effizienten Betrieb Ihrer Hyper-V-Umgebung und vermeiden Probleme bei der Inanspruchnahme von Microsoft-Supportdienstleistungen.

Nicht verschwiegen bleiben soll zuletzt, dass der Hyper-V BPA in einigen Fällen Probleme bemängelt, die mitunter wenig Sinn ergeben. Beispielsweise postuliert Hyper-V BPA, dass Hyper-V die einzige aktive Rolle auf einem Windows Server 2012 R2 sein sollte. Oder, dass Hyper-V auf einer Server-Core-Installation ausgeführt werden sollte. Je nach Ausgestaltung Ihrer Umgebung dürfen Sie solche Empfehlungen aber getrost in den Wind schlagen.

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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