Bei der Storage-Planung die Größe der Mailbox-Datenbanken von Exchange 2013 berücksichtigen

Die Storage-Architektur für Exchange Server 2013 und dessen Mailbox-Datenbanken ist sorgfältig zu planen. Nicht nur die Performance hängt davon ab.

Eine Storage-Architektur für Exchange Server 2013 zu planen, grenzt an Kunst. Ihre Storage-Architektur beeinflusst Performance, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit. Somit sollten Sie sich die Zeit nehmen und die Möglichkeiten im Hinblick auf die Datenbanken der Exchange-Mailboxen ausführlich studieren. Ein Abstecher zu Microsofts Storage-Empfehlungen kann ebenfalls nicht schaden.

Der Schlüssel für die bestmögliche Performance und Zuverlässigkeit ist, die Datentypen der Exchange Server zu isolieren. Zumindest sollten Sie einen dedizierten Massenspeicher für das Windows-Betriebssystem ohne Exchange-Binärdateien zur Verfügung stellen. Weiterhin gehören die Datenbanken des Exchange-Servers und die unterstützenden Transaktions-Logs jeweils auf einen separaten Datenträger.

Separate Datenträger für die Auslagerungs-Datei und jede einzelne Exchange-Server-Datenbank sind zudem auf keinen Fall eine schlechte Idee.

Datenbank-Größen bezüglich Exchange 2013

Exchange Server 2013 bietet die Möglichkeit, große Mailbox-Datenbanken zu erstellen. Die maximale Größe einer Exchange-Mailbox-Datenbank beträgt wenigstens zwei TByte. In mancher Microsoft-Dokumentation spricht man sogar von 16 TByte. Allerdings ist es nicht empfohlen, die Größen der Exchange-Server-Datenbanken in höhere TByte-Bereiche wachsen zu lassen.

Obwohl Exchange Server 2013 sehr wohl Datenbanken im TByte-Umfang kreieren und verwalten kann, wirkt sich das möglicherweise negativ auf andere Bereiche aus. Dazu gehören Backup, Wiederherstellung, Replikation (speziell beim ersten Lauf) und allgemeine Datenbank-Wartung. Somit ist es sinnvoll, die maximale Datenbank-Größe einer Exchange-Mailbox wenn möglich auf 200 GByte zu beschränken.

Die maximale Anzahl an Datenbanken mit der ein einzelner Exchange Server 2013 umgehen kann ist im Gegensatz zu Exchange Server 2010 geringer. Exchange Server 2010 Enterprise Edition erlaubte bis zu 100 Datenbanken. Bei seinem Nachfolger liegt die Grenze bei 50.

DAGs (Data Availabiliy Groups) und Datenbank-Replikation

Der primäre Mechanismus für Fehlertoleranz in Exchange Server 2013 sind DAGs (Data Availability Groups). Diese replizieren Kopien der Mailbox-Datenbanken über mehrere Mailbox-Server.

Auch wenn DAGs sehr geradlinig sind, gibt es im Hinblick auf Storage und den Replikations-Prozess einen leicht zu übersehenden Aspekt. Die Datenbanken eines Exchange Servers werden basierend auf der darunterliegenden Datenträger-Struktur optimiert. Aus diesem Grund unterstützt Microsoft das Kopieren der Datenbanken von einem Datenträger-Typ auf einen anderen nicht. Ist die Datenbank zum Beispiel auf einer Festplatte mit Sektoren von 512 Byte gespeichert, können Sie diese nicht auf eine mit vier KByte Sektorgröße replizieren.

Wie sieht es mit RAID-Konfigurationen aus?

Wenn wir über Datenträger für Datenbanken sprechen, hängen die Best Practices für RAID-Konfigurationen von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Größe der Implementierung und ob die Datenbanken repliziert werden oder nicht.

Für kleinere Installationen ohne replizierte Datenbanken ist zum Datenschutz eine RAID-5-Konfiguration empfohlen. Ein RAID-5-Array sollte dabei nicht mehr als sieben Datenträger enthalten. Verwenden Sie mehr Festplatten, könnte sich das negativ auf die Performance des Datenträger-Verbundes auswirken. Grund ist der zusätzliche Overhead bezüglich Paritäts-Verwaltung.

Mittelgroße Exchange-Implementierungen ohne replizierte Datenbanken sollte auf ein RAID 0+1 oder RAID 6 setzen. Diese Option besteht natürlich auch für kleinere Firmen. Allerdings schrecken die Kosten für solche Lösungen oft ab.

Große Organisationen, die komplett auf die Vorteile von DAGs setzen, brauchen sich möglicherweise gar nicht erst um fehlertolerante RAID-Konfigurationen kümmern. Solche Firmen können beruhigt auf JBOD (Just A Bunch of Disks) setzen, solange eine ausreichende Anzahl an Datenbank-Kopien den Datenschutz gewährleistet. Sollten Sie eine JBOD-Lösung in Betracht ziehen, halten Sie mindestens drei Kopien der Datenbanken und zwei zeitverzögerte Backups vor.

Festplatten mit GUID Partition Table und Exchange 2013

Stellen Sie Festplatten für die Datenbanken von Exchange 2013 zur Verfügung, rät Microsoft zur Benutzung von GUID-Partitionstabellen. Gegenüber Partitionen mit Master Boot Record können diese mit größeren Kapazitäten umgehen. Wollen Sie die Datenbanken der Exchange-Mailboxen auf einem Datenträger ablegen, muss dieser mit dem Dateisystem NTFS formatiert sein. Empfohlen wird eine Größe der Zuordnungseinheit von 64 KByte. Lassen Sie auf solchen Datenträgern am besten die Finger von Betriebssystem-Funktionen wie zum Beispiel NTFS-Verschlüsselung, Defragmentierung und Deduplizierung. Verschlüsselung mit BitLocker wird unterstützt. Allerdings funktioniert Exchange Server in der Regel reibungsloser mit ungeclusterten Mailbox-Servern.

Es gibt im Hinblick auf das Provisioning von Exchange-Server-Storage einige zu beachtenden Punkte. Der Exchange Server 2013 Server Role Requirements Calculator kann Ihnen dabei helfen, sich an die Storage-Vorschläge von Microsoft und die dazugehörigen Best Practices zu halten.

Über den Autor: Brien M. Posey, MCSE, hat bereits Microsofts MVP-Auszeichnung für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server (IIS) erhalten. Posey hat als CIO für eine landesweite Krankenhauskette in den USA gearbeitet und war auch schon für das Department of Information Management in Fort Knox zuständig. Sie finden weitere Informationen zu seiner Person auf seiner Website unter brienposey.com.

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