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VM-Verwaltung mit VMware Workstation 12 und vmrun-Utility

Manche Aufgaben in Workstation 12 lassen sich trotz grafischer Benutzeroberfläche bequemer per Kommandozeile erledigen. Hier hilft das vmrun-Utility.

Die meisten Anwender werden nie tiefer in die Funktionalität von VMware Workstation 12 einsteigen, als dies über die grafische Benutzeroberfläche möglich ist. Das ist auch durchaus verständlich, da diese Benutzeroberfläche mehr als genug Funktionen bietet. Allerdings gibt es auch ein paar Befehle für die Kommandozeile, die durchaus von Vorteil sind.

Die Kommandozeilen-Utilities vmware-vdiskmanager und vmrun sind zwei der nützlichsten, die es für Workstation 12 gibt. Das vmrun-Utility unterstützt Anwender dabei bei der Verwaltung virtueller Maschinen über die Kommandozeile, während vmware-vdiskmanager das Management der virtuellen Festplatten ermöglicht. In diesem Artikel widmen wir uns vor allem dem vmrun-Utility, vmware-vdiskmanager wird anschließend in einem separaten Artikel behandelt.

Wer Workstation 12 auf einem Linux-Host betreibt, der kann von zusätzlichen Utilities Gebrauch machen, etwa vmware-netcfg, mit dem sich das Netzwerk über die Kommandozeile verwalten lässt, oder auch vmware-mount, mit dem Disk-Images gemountet werden können.

Der vmnrun-Befehl wurde ursprünglich als Scripting-Befehl für mehrere VMware-Plattformen entwickelt, nämlich sowohl für VMware Workstation, Player und Fusion als auch für ESX- und ESXi-Hosts, die über vCenter verwaltet werden. Wer mehrere virtuelle Maschinen verwalten muss und dabei die Ausführung bestimmter Aufgaben automatisieren will, der kann hierfür das schlanke vmrun-Utility verwenden.

Das vmrun-Utility in Workstation 12

Von einem Linux-Host kann sehr einfach auf das vmrun-Utility zugegriffen werden, hierzu muss einfach nur der Befehl vmrun eingegeben werden, um die verschiedenen Optionen hierzu zu erhalten. Auf Windows- und Mac-Rechnern findet man das Tool im gleichen Verzeichnis, in dem auch VMware Workstation installiert ist.

Auf Windows wäre dies standardmäßig C:\Program Files\VMware\VMwareWorkstation. Die Nutzung von vmrun ist einfacher, wenn der Systempfad so geändert wird, dass er das Verzeichnis von VMware Workstation einschließt. Auf Mac-Systemen findet sich das Tool im Verzeichnis /Applications/VMware\ Fusion.app/Contents/Library.

Für eine Übersicht der möglichen Optionen reicht die Eingabe von vmrun. Als erstes muss festgelegt werden, welche Host-Plattform vmrun kontaktieren soll. So würde zum Beispiel der Befehl vmrun -T ws start "c:\my VMs\thisvm.vmx" eine virtuelle Maschine in VMware Workstation auf Windows starten. Die Option –T ermöglicht die Auswahl einer spezifischen Zielplattform, die Workstation, Fusion, ESXi oder sogar ältere VMware-Produkte sein können. Selbst wenn vmrun lokal ausgeführt wird, muss diese Angabe trotzdem angehängt werden.

Nach der Auswahl der Zielplattform können mit gängigen Befehlen wie start, stop, reset, suspend, pause oder unpause weitere Operationen durchgeführt werden. Als nächstes gibt es Snapshot-Befehle wie snapshot, mit dem sich Snapshots anlegen lassen, listSnapshots, der eine Liste aller aktuellen Snapshots anzeigt, oder auch revertToSnapshot, mit dem sich eine virtuelle Maschine in einen früheren Zustand zurückversetzen lässt.

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Mit am interessantesten sind dann Befehle für das Gast-Betriebssystem, mit denen sich dann direkt mit dem Gast-Betriebssystem interagieren lässt. Allerdings gilt hierfür eine Voraussetzung: Innerhalb des Gast-Betriebssystems müssen die VMware Tools installiert sein. Wenn das der Fall ist, dann können Befehle wie runProgramInGuest, listProcessesInGuest, killProcessInGuest oder copyFileFromHostToGuest ausgeführt werden. Die Hilfe liefert noch viele weitere Befehle.

Wenn Befehle in einem lokal installierten Betriebssystem ausgeführt werden sollen, dann müssen auch die Anmeldedaten für dieses Betriebssystem angegeben werden. Dies ist über die Optionen -gu (Gast-Benutzer) und –gp (Gast-Passwort) möglich. Das Ergebnis könnte dann ein Befehl wie der folgende sein:

vmrun -T ws -gu root -gp password runProgramInGuest "c:\my VMs\linux.vmx" "systemctl start httpd"

Diese Befehl adressiert VMware Workstation ( -T ws) auf einem Windows-Host, wie man auch am vollen Pfadnamen der virtuellen Maschine sieht. Die Anmeldedaten root und password werden für die Authentifizierung auf dem Gast verwendet und anschließend der Befehl systemctl start httpd ausgeführt.

Mit dem vmrun-Tool können also viele verschiedene Aufgaben automatisiert in einer oder mehreren virtuellen Maschinen ausgeführt werden. Damit eignet sich vmrun perfekt für Administratoren, die schnell und unkompliziert mit mehreren VMs gleichzeitig interagieren wollen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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