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Kostenanalyse: VMware Cloud on AWS versus lokales vSphere

Bevor man auf VMware Cloud on AWS aufspringt, sollte man evaluieren, ob On-Premises vSphere auf vergleichbarer Hardware nicht die kostengünstigere Option ist.

Da die Preise für VMware Cloud on AWS verfügbar sind, besteht der nächste Schritt für Administratoren darin, die Kosten mit einer lokalen vSphere-Installation auf ähnlicher Hardware zu vergleichen.

Schließlich dürfte jeder gespannt sein, welche Option die kostengünstigere ist. Die Antwort dürfte überraschen.

Preise für VMware Cloud on AWS 

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Basis-Preise von VMware Cloud on AWS. Der Service umfasst zwei Modelle: ein On-Demand- und ein Reserved-Modell mit einer 1-Jahres- oder 3-Jahres-Option. Der On-Demand-Preis beträgt pro Host rund 8,37 Dollar pro Stunde. Das Reserved Modell für ein Jahr schlägt mit 51.987 Dollar pro Host zu Buche, die Option für drei Jahre mit 109.366 Dollar pro Host.

Bevor Sie jetzt vor Schock erstarren, lassen Sie uns die Sache aufschlüsseln. Ein On-Demand-Preis von 8,37 Dollar pro Host erscheint auf den ersten Blick viel attraktiver als eine Horrorrechnung mit 51.987 Dollar. Aber sehen wir uns das genauer an: In beiden Fällen enthält jeder Host zwei CPUs für insgesamt 36 Kerne – oder 72 logische Kerne mit Hyper-Threading – 512 GB RAM und zehn TB Flash-Speicher.

Für weniger als zehn Dollar pro Stunde bekommen Sie eine beeindruckende Menge an Hardware. Es gibt jedoch einige zusätzliche Details zu berücksichtigen. Erstens erfordert die Mindestkonfiguration vier Hosts, so dass die Stundenkosten von 8,37 auf 33,48 Dollar steigen. Obwohl das immer noch nicht nach viel aussieht, denken Sie daran, dass es sich um einen Stundensatz handelt.

Um das ein wenig zu erweitern, nehmen wir einmal an, dass Sie eine Umgebung für einen Tag benötigen. Sie müssen in dem Fall mit 267,84 Dollar für acht Stunden rechnen. Natürlich müssen Sie noch die Setup- und Konfigurationszeit einbeziehen, aber selbst dann ist das immer noch kein schlechter Preis für eine sehr leistungsfähige Umgebung.

Wenn Sie dieses Setup für eine 40-Stunden-Arbeitswoche beibehalten möchten, würde das 1.339,20 Dollar kosten. Der Haken ist jedoch, dass Sie die Server jeden Tag bereitstellen und konfigurieren müssen, es sei denn, Sie wollen die Umgebung rund um die Uhr online halten, was 5.624,64 Dollar pro Woche kosten würde.

Denken Sie daran, bei diesen Zahlen handelt es sich nur um die Basiskosten. Wenn wir unser Projekt auf ein Jahr erweitern, kommt man auf 293.284 Dollar für ein Jahr 24/7 On-Demand-Einsatz. Vergleichen Sie diese Zahl jetzt mit den Kosten für das Reserved Model von 207.948 Dollar. Nun dürfte sich der anfängliche Schock über die 51.987 Dollar für einen Reserved Host gelegt haben.

Die eigentlich zentrale Frage ist: Lohnt sich die Cloud-Variante im Vergleich zu einem On-Premises-Betrieb?

Preise für On-Premises vSphere

Um die Kosten basierend auf Hardwarespezifikationen zu vergleichen, habe ich anhand der Listenpreise von Serverherstellern wie Dell und Hewlett Packard Enterprise folgende Ergebnisse berechnet. So war ich nicht in der Lage, einen Prozessor mit 36 Kernen zu konfigurieren – ich musste mich mit 22 Kernen zufriedengeben. Und ich habe den erstklassigen, aber teuren Intel Xeon Platinum Chip gemieden und stattdessen einen hochwertigen, aber preiswerteren CPU gewählt. Auf diese Weise erhielt ich Serverhardware mit ähnlichen Spezifikationen für rund 54.000 Dollar.

Damit liegt das VMware-Angebot für den reservierten Host im ersten Jahr auf Höhe der Basis Hardwarekostenschätzung. Das Problem aber ist: Was passiert, wenn man das erste Jahr überschritten hat? Wenn Sie die Hardware kaufen, fallen für die nächsten zwei bis drei Jahre keine zusätzlichen Kosten an. Denken Sie auch daran, dass sich die Investitionskosten für den Server normalerweise über drei Jahre erstrecken, die Lebensdauer aber in der Regel vier Jahren in der Produktion und ein fünftes Jahr in einer Test-/Entwicklungsrolle ist.

Mit VMware Cloud on AWS müssen Sie jedoch jedes Jahr erneuern, was 155.961 Dollar pro Host – oder 623.844 Dollar für eine Vier-Host-Umgebung – entspricht. Oder Sie entscheiden sich für einen Dreijahresplan, der Ihnen rund 33 Prozent einspart.

Da Sie in beiden Umgebungen alle Gastbetriebssysteme und Anwendungen gleichermaßen lizenzieren müssen, sind die Kosten für die Einrichtung, Vernetzung und Wartung ausschlaggebend. Diese Elemente sind wichtige Messgrößen zur Abschätzung Ihrer tatsächlichen Total Cost of Ownership (TCO).

Kosten über drei Jahre für VMware Cloud on AWS versus lokales vSphere.
Abbildung 1: Kosten über drei Jahre für VMware Cloud on AWS versus lokales vSphere.

Laut VMware-Website beträgt die TCO für VMware Cloud on AWS im Rahmen des Dreijahresplans 0,06 bis 0,09 Cent pro VM und Stunde – im Vergleich zu 0,10 bis 0,17 Cent für lokale VMs. Das Problem mit diesen Zahlen ist, dass sie von ganz bestimmten Umständen abhängen. Die Anforderungen an Ihr Rechenzentrum sind hingegen einzigartig, und diese Zahlen spiegeln etwas wider, was auf Ihre Umgebung nicht zutrifft.

Ihre Basisformel mit dem besten Preis für VMware Cloud on AWS beträgt 437.464 US-Dollar im Laufe von drei Jahren, verglichen mit vier neuen Hosts für 216.000 Dollar, zuzüglich 75.000 Dollar für VMware-Lizenzen. Wenn Sie im lokalen Betrieb alles zusammenrechnen und die Anzahl der Mitarbeiter und den Zeitaufwand in Betracht ziehen, die Kühlung und Stromversorgung sowie die Anschlussmöglichkeiten und die Wartung, werden Sie feststellen: wenn diese Kosten ungefähr 146.000 Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren erreichen oder überschreiten, spricht das für VMware Cloud on AWS.

Die Umwelt- und Netzwerkkosten sprechen für eine On-Premises-Umgebung, doch dies relativiert sich, wenn man die Arbeitskosten berücksichtigt. Ist VMware Cloud auf AWS letztendlich ein günstigeres Angebot als die On-Premises-Variante? Es hängt davon ab, wie Sie Ihre Zahlen spezifizieren.

Mit einer Gleichung, die so komplex ist, kann das Pendel mal auf die eine und mal auf die andere Seite schwingen. Da VMware und AWS weiterhin zusätzliche Services und Tiers hinzufügen, die auf den KMU- und kommerziellen Bereich ausgerichtet sind, ist es wahrscheinlich, dass die Kostenmodelle ähnlich sind.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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