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Die wichtigsten Komponenten beim App-Layering mit VMware App Volumes

Das App-Layering mit VMware App Volumes stellt Benutzerdaten getrennt von virtuellen Desktops bereit. Ein Überblick über die Einzelkomponenten.

VMware App Volumes ist ein Werkzeug zur Echtzeitverwaltung von Anwendungen, mit dessen Hilfe Applikationen in VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) ausgeliefert und verwaltet werden können. App Volumes ermöglicht das Provisionieren und Upgraden von Anwendungen über virtuelle Laufwerke, ohne hierfür die Anwendungen jedes Mal erneut verpacken, modifzieren oder streamen zu müssen.

App Volumes ist für den Betrieb mit VMware vSphere optimiert und adressiert gezielt spezifische Nutzer, Gruppen oder Endgeräte. Sobald die IT-Abteilung eine Anwendung per App Volumes installiert, können Administratoren diese in wenigen Sekunden ausliefern oder aktualisieren und kontrollieren dabei den gesamten Lebenszyklus der Anwendung von der Installation über Updates bis hin zum Ersatz der Anwendung. Aus Sicher des Endanwenders verhält sich die Applikation dabei genauso wie eine lokal installierte Applikation.

App-Layering mit VMware App Volumes

App Volumes funktioniert nach dem Prinzip des App-Layerings. So verteilte Anwendungen werden auf virtuellen Laufwerken mit reinem Lesezugriff abgelegt, wobei jedem Anwender wiederum ein schreibfähiges Laufwerk bereitgestellt wird, auf dem beim virtuellen Ein- und Ausloggen die individuellen Anpassungen und die Datenspeicherung abgelegt werden. IT-Administratoren können die Laufwerke auf einem beliebigen, von vSphere unterstützten Datastore anlegen (wie etwa VMware Virtual SAN), so dass IT-Abteilungen die am besten passende Storage-Strategie für ihr Unternehmen implementieren können, statt Anwendungen über das Netzwerk streamen zu müssen.

App Volumes nutzt daraufhin Laufwerke virtueller Maschinen, um Anwendungen per VMware Horizon an virtuelle Desktops auszuliefern. Auf diese Weise kann der Speicherbedarf gesenkt werden, womit auch die Gesamtkosten bei der Verwaltung virtueller Desktops sinken.

App Volumes bietet Anwendern persistente Applikationen auf Basis nicht-persistenter Desktop-Pools und kombiniert so die Vorteile beider Technologien, womit Anwendungen von einem virtuellen Laufwerk auf mehrere Desktops ausgeliefert werden können. Administratoren können Applikationen ohne große Zeitverzögerung bereitstellen und aktualisieren und sie Anwendern unverzüglich zugänglich machen, auch während sie bereits angemeldet sind oder sich bereits im Boot-Vorgang befinden.

Komponenten von VMware App Volumes

Bei der Bereitstellung von App Volumes spielen verschiedene Komponenten eine Rolle, so arbeiten beispielsweise App Volumes, vSphere und Horizon gemeinsam an der Bereitstellung der Applikationen an die virtuellen Desktops, wie Abbildung 1 zeigt.

Abbildung 1: App Volumes im VDI-Stack von VMware.

Der App Volumes Manager Server bietet eine webbasierte Oberfläche für die Administration und Konfiguration von App Volumes. Darüber hinaus können hier die virtuellen Laufwerke mit reinem Lesezugriff (AppStack Volumes) und die beschreibbaren virtuellen Laufwerke (Writeable Volumes) zugewiesen werden. Der App Volumes Manager dient zudem als Broker für den App Volumes Agent, der innerhalb jeder virtuellen Maschine abläuft.

App Volumes nutzt eine SQL-Datenbank für die Speicherung der Konfigurationsinformationen für den AppStack und die Writeable Volumes, die Informationen über Anwender, physische und virtuelle Maschinen, Datentransaktionen und Zugriffsregeln für Anwendungen enthält.

Ein weiterer wichtiger Spieler im App-Volumes-Ökosystem ist der vCenter Server. Zusätzlich zu seiner Aufgabe der Verwaltung der vSphere-Infrastruktur verbindet vCenter Server App Volumes mit VM-, Storage- und vSphere-Host-Ressourcen und macht überdies Informationen zur Anwendungs-Inventarisierung verfügbar. App Volumes ermöglicht über den App Volumes View Broker Service auf dem Horizon View Connection Server schnellere Benutzeranmeldungen.

Schließlich setzt App Volumes voraus, dass die IT-Abteilung auf jeder vSphere-VM einen Agent installiert. Der Agent läuft als Dienst und übernimmt als solcher die Handhabung der Anwendungsaufrufe und Dateisystem-Weiterleitungen an AppStack und Writeable Volumes. Der Agent muss ebenso auf dem virtuellen Ziel-Desktop ablaufen.

So funktionieren AppStack und Writeable Volumes

Das Herzstück des Betriebs von App Volumes sind die AppStack Volumes: Laufwerke mit Lesezugriff, die eine oder mehrere Windows-Anwendungen enthalten. Jedes AppStack Volume kann mehrere Systeme oder Anwender unterstützen. Administratoren können App Volumes einem Active-Directory-Benutzerkonto, Gruppen oder Organisationseinheiten oder auch einem Computerkonto zuweisen.

Für AppStack Volumes gibt es eine Standardvorlage mit 20 GB, Administratoren können jedoch auch angepasste Vorlagen erstellen. Eine angepasste Vorlage kann auf spezielle Anwendungsbereitstellungen abzielen und kleiner als 20 GB sein, womit sie schneller zu verteilen ist als die Standardversion. Gibt es Abhängigkeiten zwischen Anwendungen, so sollten diese auf demselben AppStack Volume betrieben werden. Falls eine Anwendung bei abgemeldeten Benutzern ablaufen soll, etwa Antivirus- oder Sicherheitssoftware, so sollte diese nicht von einem AppStack Volume aus betrieben werden, sondern im Basis-Image abgelegt werden.

Im Unterschied zu AppStack Volumes bieten die Writeable Volumes eine Speicherung der Benutzerdaten an. Jedes davon ist spezifisch für den jeweiligen Anwender und wird zur Speicherung benutzerspezifischer Daten wie lokaler Profil-Information, Anwendungseinstellungen oder vom Benutzer installierter Anwendungen genutzt. Die IT-Abteilung kann jedes Writeable Volume jeweils nur einem einzigen Benutzer zuweisen, womit das Volume mit dem Benutzer von einem virtuellen Desktop zum nächsten „wandern“ kann und immer die gleichen persönlichen Daten liefert. Das (persistente) Volume wird immer dann bereitgestellt, wenn der Anwender sich auf einem virtuellen (nicht-persistenten) Desktop anmeldet.

VMware App Volumes eignet sich als Methode, um Anwendungen in nicht-persistentem Zustand auszuliefern, und gleichzeitig separat Benutzerdaten speichern zu können. Laut VMware soll App Volumes künftig auch virtuelle Desktop-Umgebungen anderer Hersteller unterstützen, so etwa Citrix XenDesktop und Microsoft Remote Desktop Session Host (RDSH). Letztlich werden IT-Abteilungen darüber entscheiden, ob die Vorteile von App Volumes die zusätzlichen Lizenzkosten rechtfertigen, oder ob sie diese Art des Application-Layerings nicht benötigen.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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