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Vernetzte Welt: So ticken künstliche Intelligenzen (KI)

Vom Einzelhandel bis zur Medizin, in vielen Lebensbereichen ist künstliche Intelligenz bereits fest verankert. KI-Anwendungsbereiche im Überblick.

Fest verankert wie ein Fels in der Brandung – für viele ist künstliche Intelligenz (KI) bereits ein fester Bestandteil geworden. Sie schirmt wie die Matrosen auf einem Schiff den Kapitän von den schwierigsten Aufgaben ab, erledigt alle notwendigen, aber lästigen Arbeiten und hält den Betrieb am Laufen.

Etliche Bereiche haben sich durch künstliche Intelligenz bereits nachhaltig verändert: Der Einzelhandel, die Autoindustrie und natürlich unser persönlicher Alltag. Im Folgenden werden die wichtigsten Bereiche aufgezeigt, die durch KI in den nächsten Jahren einen großen Wandel erfahren.

Mit wem spreche ich bitte?

Täglich so viele neue Anfragen, wie soll man die alle selbst beantworten? Das macht neuerdings vermutlich ein Chatbot. Chatbots werden für unterschiedlichste Aufgaben konzipiert und eingesetzt. Große Konzerne wie Maggi und Opel nutzen sie bereits für die Kommunikation mit Kunden, politische Parteien wie die CDU haben sie auf Facebook eingerichtet.

Social Bots ersetzen Hilfstelefone. Der älteste seiner Art heißt Eliza und existiert bereits seit 50 Jahren. Juristen und Versicherungen lassen einfache Anfragen und Aufträge schon komplett von diesen künstlichen Intelligenzen bearbeiten.

Selbst die unkomplizierten, standardisierten Anschreiben der Kanzleien verfasst und verschickt der Chatbot. Sogar im Journalismus haben diese kleinen Computerprogramme schon Fuß gefasst: Leichte Konversationen mit Lesern werden mit aktuellen Nachrichten gespickt, für mehr ist der Bereich des Journalismus allerdings zu komplex und die Chatbots noch nicht weit genug.

Von selbst schreibenden Einkaufszetteln

Auch der Wocheneinkauf hat sich durch den Einsatz von KI stark gewandelt. Nicht nur der Kühlschrank kann mittlerweile reden und zeigt, wie viel von welchen Lebensmitteln noch da ist – inklusive Videoüberwachung per App natürlich. Der Einkaufszettel wird anschließend an den Smart-Home-Assistenten gesendet. Dieser gibt die Bestellung auf, und ohne einen Handgriff gerührt zu haben, werden die Einkäufe vor die Haustür geliefert.

Auch der Onlinehandel hat die Annehmlichkeiten von KI für sich entdeckt. Mit Visual Commerce ist jeder Online-Shopper bereits in Kontakt gekommen. Diese Algorithmen zeigen zum Beispiel an, „was andere Kunden kauften“ und schlagen vor, wie man das ausgesuchte Outfit komplettieren kann.

Sogar der stationäre Einzelhandel beginnt, künstliche Intelligenz in seinen Läden zu installieren. Modeketten wie Orsay bringen in den Umkleidekabinen einen Bildschirm an, über den das gewünschte Kleidungsstück direkt in einer anderen Größe bestellt werden kann. Andere Marken arbeiten daran, das Anprobieren von Klamotten völlig überflüssig zu machen: Über große Bildschirme sollen Kunden die gewünschte Kleidung dann an sich begutachten können, ohne sie anziehen zu müssen.

Aber selbst Mitarbeiter bekommen mit intelligenten Systemen wie Flooresense von Mindtree das Leben erleichtert. Bereits installierte Überwachungskameras werden mit Algorithmen ergänzt und erkennen an den Bewegungen, ob ein Kunde Hilfe benötigt. Daraufhin wird ein Mitarbeiter per App kontaktiert, kann dem Kunden helfen und die Zufriedenheit durch einen schnellen Einkauf so steigern. Die KI lernt aus diesen Begegnungen und optimiert daraufhin ihre Unterstützung.

Und was sagen die Fabriken?

Industrie 4.0 ist auf dem Vormarsch und das kann sie natürlich nur durch den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz sein. Systeme wie Predictive Maintenance sagen in intelligenten Fabriken voraus, wann ein Teil der Produktionskette droht auszufallen und teilt dies mit, damit es rechtzeitig ausgetauscht wird und den Ablauf nicht behindert.

Smart Factories verfügen gar über frei bewegliche Roboter, die sich selbst absprechen und organisieren, wann wer wo arbeitet. Diese Kommunikation ist auch über weit entfernte Standorte möglich – somit erhöht sich die Effizienz der Produktion deutlich.

Weitere Anwendung findet die KI in der Automobilindustrie, denn ohne sie würde das autonome Fahren nur Zukunftsmusik bleiben. Die KI für das autonome Fahren entscheidet selbst und lernt auch dazu, um die Reaktionen des Autopiloten zu verbessern. Genauso wird dabei Wert auf die integrierten Navigations- und Sicherheitssysteme gelegt, die dafür sorgen, dass die Unfallrate mit autonomen Fahrzeugen gering bleibt.

Roboter in der Medizin

Natürlich sind auch Roboter aus der Medizin nicht wegzudenken. Insbesondere bei schwierigen Operationen arbeiten sie signifikant feiner, als Menschen es können. Zwar sitzen Menschen noch am Steuer, aber werden durch den Einsatz dieser elektronischen Helfer größtmöglich unterstützt.

Auch bei der Diagnose selbst sind künstliche Intelligenzen mittlerweile involviert – und dabei sogar häufig präziser als Ärzte. So erkennt KI früher, ob ein Patient an Krebs erkrankt ist.

„Industrie 4.0 ist auf dem Vormarsch und das kann sie natürlich nur durch den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz sein.“

Ralf Reich, Mindtree

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Altenpflege. Demenzpatienten brauchen deutlich mehr Aufmerksamkeit – genau hier können neue Technologien ideal eingesetzt werden. Für diese Zwecke wurden unter anderem bereits kleine Pflegeroboter entwickelt, die mit den Patienten interagieren und kommunizieren. Denn Ansprache verlangsamt nachweislich das Voranschreiten der Krankheit. Ebenfalls werden Heberoboter eingesetzt, welche die Pfleger zusätzlich entlasten. Nicht nur mental, sondern auch körperlich unterstützen hier also KI und moderne Technologien das Pflegepersonal.

Transformers überall

Den größten Einfluss auf uns hat KI bisher im Alltag: das Smartphone mit seiner Spracherkennung und Autokorrektur, der Fitnesstracker am Handgelenk, der Staubsaugroboter im Haus. Sie alle sind nur einige Beispiele, denn alles wird smarter. Selbst das komplette Haus steuert sich mittlerweile selbst – Regen ist angesagt? Schnell die Fenster schließen. Es ist kalt und in zwei Stunden kommen die Bewohner nach Hause? Noch eben die Heizung anstellen, damit es schön warm ist.

Das Spielzeug der Kinder spielt per Sprachbefehl die gewünschte Musik ab und nimmt Videos auf. Deutlich fortschrittlicher als Tamagotchi aus den 90ern. Sogar surfen im Internet wird mit den Smart-Home-Assistenten überflüssig: Wo liegt das Kino? Wie wird das Wetter? Wie backt man eine Sachertorte? Einfach den Gedanken laut aussprechen und Alexa spricht die gewünschten Informationen vor.

Fazit

Es gibt schon heute viele künstliche Intelligenzen in unserem Alltag, die in den nächsten Jahren technisch noch stark weiterentwickelt werden. In vielen Bereichen sind sie aber nicht mehr wegzudenken, besonders Smartphones und andere elektronische Helfer, die uns täglich unter die Arme greifen.

Die hier aufgezeigten Einsatzgebiete können deswegen nur ein Vorgeschmack der Bereiche sein, in denen uns die mitdenkenden Algorithmen in naher und ferner Zukunft unterstützen.

Über den Autor:
Ralf Reich verantwortet das Geschäft in Zentraleuropa bei Mindtree. In seiner Rolle kümmert er sich um das Wachstum von Mindtree hauptsächlich in den Branchen Finanzdienstleistungen, Banken, Versicherungen, Retail, Produktion, Tourismus und Transportwesen. Reich bringt über 25 Jahre IT-Service-Erfahrung mit, in denen er Neukunden und Geschäftsbeziehungen in den verschiedensten Märkten und Regionen aufgebaut hat.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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