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Wie steht es um die Kompatibilität von OVF-Dateien mit VMware Workstation?

OVF verfolgt den Anspruch, mit unterschiedlichen Virtualisierungs-Lösungen kompatibel zu sein. Wie gut funktioniert OVF mit VMware Workstation?

Beim Abspeichern virtueller Maschinen haben Anwender verschiedene Dateiformate zur Auswahl. Bei VMware-Produkten wird standardmäßig das VMware-spezifische VMDK-Format (Virtual Machine Disk) verwendet. VMDK-Dateien sind aber nicht immer mit anderen Virtualisierungs-Produkten kompatibel, weshalb VMware auch die Möglichkeit bietet, entsprechende Dateien in das OVF-Format (Open Virtualization Format) zu konvertieren.

Es gibt fast so viele VM-Dateiformate wie es Virtualisierungs-Produkte gibt. Microsoft beispielsweise nutzt VHD- und VHDX-Dateien, Oracle Virtualbox standardmäßig OVF und viele Open-Source-Produkte wiederum Raw- oder qcow2-Dateien. Jedes dieser Dateiformate bietet einen unterschiedlichen Funktionsumfang. Wichtige Funktionen wären hierbei beispielsweise die Unterstützung von Thin Provisioning und Snapshots. Andererseits kann man die Sache auch einfach halten und der Virtualisierungs-Lösung direkten Zugriff auf die Hardware geben, was auch als Pass-Through bekannt ist.

Bei all dieser Vielfalt fehlt es natürlich an einer hochgradigen Standardisierung. Eine virtuelle Maschine, die von einem Virtualisierungs-Produkt erstellt wurde, kann meist nicht einfach so von einem anderen Produkt gelesen werden. Dieses Problem lässt sich über OVF-Dateien lösen, genau hierfür wurde der Standard schließlich auch eingeführt. Auf den OVF-Standard haben sich 2007 alle großen Virtualisierungs-Anbieter dieser Zeit geeinigt: VMware, Microsoft, XenSource, Dell, HP und IBM.

OVF geht dabei über die Auslieferung einer reinen Disk-Datei hinaus. OVF beinhaltet zusätzlich zur Image-Datei eine Datei für Metadaten, so ähnlich wie diese eine VMX-Datei in einer typischen VMware-Umgebung speichert. Diese Metadaten-Datei enthält Informationen wie den Namen, Hardware-Anforderungen und manchmal auch Referenzen zu anderen Dateien, die in dem OVF-Paket enthalten sind.

OVF-Unterstützung in VMware Workstation

Auch wenn OVF von VMware offiziell schon seit 2007 unterstützt wird, verwendet VMware als Standardformate noch immer VMDK und VMX. VMware Workstation unterstützt seit Version 6.5 OVF-Dateien, damit kann Workstation OVF-Pakete zwar lesen, vorher müssen diese aber in das VMDK-Format konvertiert werden. Diese Konvertierung kann eine langwierige Angelegenheit werden, da ja die gesamte Disk umgewandelt werden muss.

Virtuelle Maschinen, die mit VMware Workstation erstellt wurden, können auch im OVF-Format abgespeichert, also exportiert werden. Aber was für den Import gilt, gilt genauso für den Export: VMDK bleibt das Standardformat für virtuelle Maschinen in VMware Workstation.

Der Hauptgrund für die OVF-Unterstützung seitens VMware dürfte in der größeren Kompatibilität zu suchen sein. Nachdem eine virtuelle Maschine mit Workstation als OVF-Datei abgespeichert wurde, kann sie auch von anderen Virtualisierungs-Produkten verwendet werden. Allerdings gibt es dabei einen Haken: Beim Exportieren einer Workstation-VM in das OVF-Format gibt es verbleibende Disk-Metadaten, durch die der Import meist nicht reibungslos verläuft.

Aufgrund dieser Einschränkungen über die verschiedenen Virtualisierungs-Produkte hinweg scheint die Frage berechtigt, wie sinnvoll das OVF-Format überhaupt ist. Auch wenn OVF durchaus seinen Teil zu einer plattformübergreifenden Kompatibilität virtueller Maschinen beigetragen hat, sind wir leider noch immer weit davon entfernt, VMDK-Dateien ohne zusätzlichen Mehraufwand konvertieren zu können.

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