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SIP Trunking vs. VoIP: Was ist der Unterschied?

SIP Trunking und VoIP weisen einige Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich aber wesentlich in Entstehung und Funktionen. Wie gut verstehen Sie diese Eckpfeiler der Telefonie?

SIP Trunking und Voice over IP sind die Eckpfeiler der IP-Telefonie. Zusammen bilden sie die Grundlage für neue Möglichkeiten, die Geld sparen und die Produktivität der Mitarbeiter steigern. Sie schaffen nicht nur mehr Möglichkeiten für die Sprachkommunikation am Arbeitsplatz, sondern ermöglichen auch die Entwicklung von Plattformen wie Unified Communications. Diese Fähigkeiten sind mit herkömmlichen Telefonnetzen oder der Weiterleitung von Anrufen über das öffentliche Telefonnetz (PSTN) einfach nicht realisierbar. Es ist jedoch wichtig, die wichtigsten Unterschiede zwischen SIP Trunking und VoIP zu verstehen.

Was ist VoIP?

VoIP, oder Voice over IP, ist vielleicht das wichtigste Akronym im Kommunikationsbereich, da jede Echtzeitanwendung, die heute am Arbeitsplatz eingesetzt wird, in die Fußstapfen von VoIP tritt. Es wurde 1995 kommerzialisiert und war ein radikaler Durchbruch, der die Echtzeitübertragung von Sprache über ein Datennetzwerk wie das Internet ermöglichte.

Zuvor wurde die gesamte Festnetztelefonie über eigens dafür eingerichtete Sprachnetze der etablierten Telefongesellschaften abgewickelt. Gemeinsam bildeten diese Netzwerke das öffentliche Fernsprechnetz, das eine felsenfeste Zuverlässigkeit von 99,999 Prozent bot. Allerdings besaßen die etablierten Telefongesellschaften ein Monopol auf den Telefondienst, was der Anstoß für VoIP war, eine Alternative anzubieten.

Für Unternehmen wird VoIP oft mit Telefonsystemen in Verbindung gebracht – und das aus gutem Grund. Die herkömmliche Telefonie wurde lange Zeit durch Telefonleitungen definiert, die über einen Trunking-Dienst, nämlich T1-Leitungen, mit einem standortbasierten PBX-System verbunden waren. Seit den 1970er Jahren war die PBX die Standard-Telefonnetzarchitektur in Geschäftsumgebungen – zumindest bis VoIP aufkam.

Was ist SIP und seine Beziehung zu VoIP?

Das Session Initiation Protocol (SIP) stellt eine Reihe von Protokollen dar, die eine über ein Datennetzwerk laufende Sitzung erleichtern. Eine SIP-Sitzung kann sprachbasiert sein; in diesem Fall ist es analog zum Telefonieren über das PSTN.

SIP kann auch andere Medienmodi unterstützen, wie Video und Instant Messaging. Bei VoIP geht es jedoch nur um Sprache, weshalb SIP eines der Protokolle ist, die verwendet werden, um Anrufe über ein Datennetz zu ermöglichen. Nur zur Klarstellung: Sowohl SIP als auch VoIP haben den Buchstaben P für Protokoll im Namen, aber nur SIP ist ein Protokoll. Bei VoIP werden Sprachanrufe über das Internet geführt, es ist also selbst kein Protokoll. Vielmehr handelt es sich bei VoIP um eine Reihe von Sprachtechnologien, die Internetprotokolle unterstützen, sodass Anrufe über ein Datennetz geführt werden können.

Ähnlichkeiten zwischen SIP Trunking und VoIP

Es ist wichtig zu beachten, dass VoIP ein Telefondienst ist, den Unternehmen abonnieren, genau wie bei einem TDM-Dienst (Time Division Multiplexing) für PSTN-basierte Telefonie. Mit dem Aufkommen von VoIP entstand die IP-PBX, die nun zum Nachfolger für standortbasierte Telefonsysteme geworden ist. In ähnlicher Weise hat sich SIP Trunking als Nachfolger von T1 für den Trunking-Dienst zur Unterstützung der Unternehmenstelefonie herauskristallisiert.

Mit der Erklärung der Beziehung zwischen VoIP und SIP werden die Ähnlichkeiten mit dem SIP Trunking deutlicher. Während SIP eines der für VoIP verwendeten Protokolle ist, stellt SIP Trunking die eigentliche Verbindung zwischen einem Telefonie-Endpunkt, wie einer IP-Telefonanlage oder einem SIP-Telefon, und einem Datennetz her, über das ein VoIP-Anruf läuft. Als solche sind sie in hohem Maße komplementär, insbesondere für Unternehmen, die von älteren Telefonsystemen migrieren möchten.

So verbinden SIP Trunks Anrufe mit dem PSTN und SIP-basierten Endpunkten.
Abbildung 1: So verbinden SIP Trunks Anrufe mit dem PSTN und SIP-basierten Endpunkten.

Unterschiede zwischen SIP Trunking und VoIP

SIP Trunks unterscheiden sich von PBX Trunks dadurch, dass sie alle Arten von Medien übertragen. Da SIP Trunks für den Einsatz in einem Datennetz konzipiert sind, übertragen sie Pakete, die Sprache, Daten oder Video übermitteln können. Dadurch sind sie flexibler als PBX Trunks, die nur Sprache unterstützen. Sie sind dadurch auch kostengünstiger, da Sprache in diesen Kanal eingespeist werden kann, was den Bedarf an herkömmlicher Konnektivität verringert.

Darüber hinaus kann das Unternehmen, sobald Sprache zu einem SIP-Trunking-Dienst hinzugefügt wird, alle Kommunikationsanwendungen durchgängig unterstützen. Das bietet die ideale Umgebung für Unified Communications (UC). Dadurch wird die Telefonie von der reinen Sprachinsel TDM in die integrierte Welt von UC verlagert, wo sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter von heute effektiver unterstützen kann.

Obwohl diese beiden Elemente sehr gut zusammenarbeiten, müssen die Unterschiede zwischen SIP Trunking und VoIP verstanden werden. SIP Trunks sind die Verbindungen, die Sprachdienste zu Ihrem Telefonsystem bereitstellen. Legacy-basierte PBX Trunks übertragen nur Sprache. Sie sind teuer und unflexibel, aber sehr zuverlässig.

Im Gegensatz dazu ist VoIP eine Art von Sprachanwendung, die über SIP Trunks läuft und eine Verbindung zu externen Netzwerken herstellt, die paketvermittelte Sprache unterstützen. VoIP kann auch über PBX Trunks via Media Gateway geroutet werden. Aber um die Möglichkeiten von VoIP voll auszuschöpfen, werden Unternehmen SIP Trunks einsetzen und diese Anrufe in der Regel über einen Session Border Controller (SBC) und dann über ein Datennetzwerk wie das Internet leiten.

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