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Voraussetzungen und Anforderungen für VMDK-Dateien jenseits von 2 TB Größe

Wenn VMDK-Dateien eine Größte von 2 Terabyte überschreiten sollen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So gelingt die Einrichtung.

Welche Voraussetzungen und Anforderungen muss ich beachten, wenn ich VMDK-Dateien erstellen will, die größer als 2 Terabyte sind?

Die Unterstützung riesiger VMDK-Dateien benötigt unter ESXi mindestens ESXi 5.5 mit dem Virtual Machine File System (VMFS) in Version 5. Das Gastbetriebssystem (z. B. Windows Server 2012 R2) muss ebenfalls mit entsprechend großen virtuellen Laufwerken umgehen können. Darüber hinaus gibt es allerdings einige weitere Aspekte, die Administratoren berücksichtigen müssen, wenn VMDK-Dateien eine Größe von 2 Terabyte überschreiten sollen.

Denken Sie zunächst an das Dateisystem. Wird Speicherplatz über ein Storage-Array auf Basis von Netzwerkdateisystemen bereitgestellt, gilt zwar auch weiterhin der heute großzügige Grenzwert von 64 Terabyte. Die maximale VMDK-Kapazität wird jedoch weiterhin von dem konkret eingesetzten Dateisystem vorgegeben. 

Beispielsweise unterstützt das ext3-Dateisystem nur Medien bis zu einer Größe von 16 Terabyte. Ebenso können riesige VMDK-Dateien Probleme beim Flash-Caching verursachen, da der Flash-Lese-Cache von vSphere ausschließlich Laufwerke mit einer Maximalgröße von 16 Terabyte unterstützt.

Sogar das Erzeugen einer riesigen VMDK-Dateigröße kann einige Finesse erfordern. Um beispielsweise eine bestehende VMDK-Datei über 2 Terabyte hinaus zu erweitern, muss zunächst die virtuelle Maschine heruntergefahren werden, um mithilfe des vSphere Web-Clients das Verwalten, Erzeugen oder Erweitern riesiger VMDK-Dateien zu bewerkstelligen. Während dieses Erweiterungsprozesses wird entsprechend die Verfügbarkeit der Workloads unterbrochen.

Das Booten eines Systems mit riesigen VMDK-Dateien kann im Fall einer GUID-Partitionstabelle (GPT) problematisch werden, da sich ältere System-BIOS-Versionen auf ein Legacy Master Boot Record (MBR)-Laufwerk verlassen, das es bei GPT-Partitionen nicht gibt. Um eine GPT-basierende VMDK-Datei zu booten, benötigt die Serverhardware eine neuere BIOS-Version auf Basis des Unified Extensible Firmware Interface (UEFI). Viele heutige Server unterstützen UEFI, jedoch sollten Sie sich vor einer größeren Hardwareanschaffung beim Händler rückversichern und die Unterstützung riesiger VMDK-Dateien im Voraus prüfen.

Neben Problemen beim Booten können bei der Bereitstellung riesiger VMDK-Dateien auch verschiedenste Features ausfallen, wie etwa VMware Fault Tolerance, bestimmte Speicher-Controller oder Funktionen virtueller Speichernetzwerke. Für Systeme, die auf Funktionen wie Fault Tolerance angewiesen sind, kann die Nutzung einer erweiterten VMDK-Datei ein nicht hinzunehmendes Risiko darstellen. 

Berücksichtigen Sie außerdem, dass ein einziges riesiges Speichermedium nie die Leistungsfähigkeit einer Laufwerksgruppe mit mehreren Spindeln erreichen wird. Für Performance-kritische Aufgaben kann dies ein Problem darstellen, auch wenn zusätzliche Reserven durch Solid-State-Laufwerke oder I/O-Beschleuniger die Situation entschärfen können.

Der Wechsel zu Festplattenlaufwerken jenseits einer Kapazität von 2 Terabyte ist nur einer von vielen unausweichlichen Schritten auf dem Weg jedes Datacenters in die technologische Zukunft, doch der Einsatz riesiger VMDK-Dateien ist noch weit von einem automatisierten Prozess entfernt. 

Umgebungen bedürfen der passenden Hardware, Hypervisoren, Betriebs- und Dateisysteme und weiteren Komponenten, die derart große Medien unterstützen. Viele dieser Komponenten sind noch immer in der Entwicklung und somit in heutigen Infrastrukturen noch nicht anzutreffen. IT-Fachkräfte müssen daher große Umsicht walten lassen sowie Machbarkeitsstudien und Tests zu Rate ziehen, um die Kompatibilitäts- und Performance-Implikationen riesiger VMDK-Dateien zu bewerten, bevor eine solche Technologie konzernweit ausgerollt wird.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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