vSphere 6: Das ändert sich bei Single Sign-On, High Availability und Web Client

VMware vSphere 6 dürfte Anfang 2015 erscheinen. Welche Änderungen bringt die neue Version für Single Sign-On, High Availability und Web Client?

Obwohl es auf der VMworld 2014 die eine oder andere Ankündigung dazu gab, wird VMware vSphere 6 wohl nicht vor Anfang 2015 erscheinen. Es gab in den technischen Vorträgen aber einige interessante Ankündigungen zur neuen Version, die ich im Folgenden zusammenfassen möchte.

Web vs. Desktop: Konkurrenzkampf der vSphere-Clients geht weiter

VMware hat schon länger versucht, IT-Administratoren von den Vorzügen des Web Clients statt des Desktop Clients zu überzeugen. Bisher allerdings ohne großen Erfolg. Denn trotz einiger großartiger Funktionen haben Administratoren durchaus noch ihre Probleme mit dem Web Client. Ein Problem ist die geringe Performance, ein anderes betrifft das Inventar: Der Web Client aktualisiert den Inventar-Status nicht so gut wie der Desktop Client.

Es bleibt zu hoffen, dass VMware mit dem Schritt hin zu HTML5 die Performance des Web Clients weiter verbessert.

Laut VMware wird auch vSphere 6 Unterstützung für den Desktop Client enthalten, um Verbindungen zwischen ESXi-Hosts und vCenter Server zu ermöglichen. Allerdings wird es wohl keine neuen Funktionen geben, aber VMware wird Unterstützung für die Verwaltung der Hardware-Level 10 und 11 im Lesemodus integrieren. Sofern Administratoren, die auf vSphere 6 upgraden, ihre virtuellen Maschinen auf Hardware-Level 9 belassen, wären sie dann immer noch in der Lage, den Desktop Client zu nutzen.

Es bleibt zu hoffen, dass VMware mit dem Schritt hin zu HTML5, wovon sie schon seit längerem reden, die Performance des Web Clients weiter verbessert. Dann dürfte auch endlich die Akzeptanz des webbasierten Clients steigen. Die meisten anderen VMware-Produkte sind ja bereits längst in Web und Cloud angekommen.

Platform Services Controller: Nicht noch ein neuer Single-Sign-On Dienst!

Auch der neue Platform Services Controller wird wahrscheinlich Teil von vSphere 6 sein. PSC verbessert den aktuellen Single-Sign-On-Service (SSO) und bringt einige wichtige neue Services. VMwares Single-Sign-On-Architektur hat sich bereits von vSphere 5.1 auf 5.5 verändert, was für manche VMware-Kunden einige Upgrade-Probleme nach sich zog. Wenn man sich PSC genauer ansieht erkennt man, dass VMware hier in die richtige Richtung geht.

Bei früheren Releases wurde VMware Single Sign-On immer zusammen mit vSphere aktualisiert. Das führte allerdings häufig zu Problemen, wenn der Versionsunterschied zwischen vSphere (und damit SSO) und anderen VMware-Produkten zu groß war. Um diese Probleme zu vermeiden, soll PSC unabhängig von vSphere 6 aktualisiert werden, und zwar noch bevor andere VMware-Produkte das aktualisierte Single Sign-On benötigen.

PSC soll die gleichen Funktionen wie SSO bieten, zusätzlich aber Lizenz-, Zertifikats- und andere Dienste beinhalten. So sollen Administratoren für alle VMware-Produkte eine einheitliche Plattform zur Verwaltung dieser Kernkomponenten erhalten. PSC ist ein verteilter Dienst, der sich selbst um die Daten-Synchronisation kümmert. Redundanz ist in dieser Plattform also bereits von Haus aus mit angelegt. 

In kleineren Umgebungen – VMware spricht hier von bis zu acht vCenter-Servern – würde man PSC auf dem gleichen Server installieren wie vCenter. In größeren Umgebungen empfiehlt VMware die Installation von PSC auf einem separaten Server, die vCenter-Server können dann mit dem PSC-Server-Pool verbunden werden.

Wie geht es mit VMware High Availability weiter?

In der aktuellen vCenter-Architektur sowohl für Windows- als auch für Linux-basierte Appliances ist vCenter Server eine der großen Schwachstellen. Falls ein vCenter Server ausfällt, verliert man die Management-Möglichkeit der gesamten vSphere-Umgebung. Damit sind also auch Tools zum Deployment und Management von virtuellen Maschinen wie vRealize Automation oder Horizon View nicht mehr erreichbar. Bereits Anfang 2014 wurde vCenter Server Heartbeat aus VMwares Produktportfolio entfernt und wurde bisher nicht ersetzt.

Auf der VMworld 2014 wies VMware auf vSphere High Availability (HA) oder VMware Fault Tolerance (FT) hin, um vCenter in der neuen vSphere-Generation abzusichern. Im Fall eines Hardware-Ausfalls wird die vCenter-VM entweder durch VMware HA neu gestartet oder läuft mit VMware FT nahtlos weiter. Natürlich funktioniert das nur dann, wenn vCenter in einer virtuellen Maschine läuft.

Wenn VMware-Kunden also noch physische vCenter-Maschinen nutzen, wird es Zeit diese auf eine virtuelle Maschine zu migrieren. Idealerweise würde man hierzu einen Management-Cluster mit mindestens drei ESXi-Servern nutzen. Dieser Cluster, der von den produktiven Workloads getrennt sein sollte, würde dann zum Ausführen der virtuellen Maschinen genutzt werden, mit denen die virtuelle Umgebung (vCenter, vCAC Server, vCenter Log Insight, vCenter Orchestrator, vCenter Operations Manager und so weiter) verwaltet wird.

Ein anderes Problem mit vCenter auf einer einzelnen Windows- oder Linux-Instanz kann darin bestehen, dass der Service aufgrund eines Software- oder Netzwerkfehlers ausfällt. In diesem Fall wird auch Vmware HA oder FT von keinem großen Nutzen sein. Laut VMware soll dieses Problem 2015 adressiert werden, 2016 soll dann eine verteilte, redundante Lösung bereitstehen.

Zeit für den Wechsel zu einer Linux-Appliance?

In vSphere 6 soll die vCenter Linux Appliance die gleichen maximalen Nennwerte wie die Windows-Version erhalten: 1.000 Managed ESXi-Server, 10.000 Powered-On VMs, 64 Hosts pro Cluster, 6.000 VMs pro Cluster und 10 im Linked-Modus verbundene vCenter-Server.

Früher war der Linked-Modus in Linux-Appliances nicht verfügbar, weil VMware im Applikationsmodus Active Directory nutzte, um per LDAP Konfiguration und Verteilung der Daten zu anderen vCenter-Servern in einem Linked-Modus sicherzustellen. Da der Active-Directory-Applikationsmodus (ADAM) für Linux nicht verfügbar war, gab es hier auch keinen Linked-Modus. Für vSphere 6 will VMware aber eine neue Architektur verwenden, die dann auch für Linux-Appliances erhältlich sein soll.

Interessant ist hierbei auch, dass sowohl die Windows- als auch die Linux-Appliance eine integrierte vPostgres-Datenbank nutzen werden. Zudem wird für Windows eine Auswahl externer Datenbanken zur Verfügung stehen, zum Beispiel auch Oracle.

Auch wenn Linux damit zu einer veritablen Alternative auf vCenter wird, es gibt einen großen Nachteil: Bisher gibt es noch kein Tool, um die Daten von einem Windows vCenter-Server auf eine Linux-Appliance zu migrieren. Auch für vSphere 6 ist so ein Tool nicht angekündigt worden, aber VMware rechnet damit, diese Funktionalität 2015 anbieten zu können. Sobald dies der Fall ist, dürfte der Weg für eine Zukunft geebnet sein, in der Kunden vollständig auf Appliances setzen können.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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