Linux: Unkomplizierte Server-Updates mit dem Management-Tools Spacewalk

Ab einer gewissen Anzahl an Linux-Servern im Data Center ist eine manuelle Verwaltung nicht mehr angebracht. Tool wie Spacewalk helfen beim Management.

Wenn Sie mehr als nur ein paar Linux-Server im Data Center haben, ist eine manuelle Verwaltung der einzelnen Geräte nicht länger angebracht oder sogar unmöglich. In so einem Fall sollten Sie Management-Möglichkeiten für Linux wie Spacewalk unter die Lupe nehmen. Damit können Sie Patches und Updates einspielen.

Spacewalk ist ein Open-Source-Projekt, hinter das Red Hat sehr viel Gewicht legt. Der Linux-Distributor gehört auch zu den Gründern der Software. Mit Spacewalk können Sie Fedora, Red Hat Enterprise Linux, CentOS und Debian verwalten.

Red Hat bietet die auf Spacewalk basierende Management-Lösung Satellite für RHEL und Solaris an. Natürlich gibt es auch entsprechend Support dafür. SUSE hat ebenfalls eine Management-Software basierend auf Spacewalk entwickelt, die sich SUSE Manager nennt. Die Software lässt sich sowohl in Verbindung mit Red-Hat- als auch SUSE-Servern einsetzen.

Was Sie mit Spacewalk erledigen können

Spacewalk verwaltet Software-Updates für Linux-Distributionen, die in einem Data Center Einsatz finden. Das Ganze geschieht innerhalb der Sicherheitsgrenzen der Firewall. Ohne das Management-Tool müsste jeder einzelne Server den Update-Server über die Internet-Verbindung des Unternehmens kontaktieren. Das würde natürlich auch ein gewisses Sicherheits-Risiko für die Firmen-Server bedeuten.

Abbildung 1: Das Spacewalk-Management-Interface bietet eine Übersicht von registrierten Systemen und deren derzeitigen Status an.

Mit Spacewalk können Sie so genanntes Staging oder spezielle Testumgebungen recht bequem realisieren. Patches durchlaufen so verschiedene Teststufen und werden zunächst auf nicht produktiven Systemen eingesetzt. Erst wenn die Administratoren alles für Gut befinden und absegnen, landen die Updates auf den produktiven Servern. Spacewalk gibt Ihnen eine Übersicht aller verwalteten Server und wie deren derzeitiger Status ist (Abbildung 1).

Weiterhin können Sie mit Spacewalk komplexe Situationen verwalten. Denkbar sind Server, die über mehrere Firmenstandorte verteilt sind. In diesem Fall kommunizieren Proxy-Server mit der Management-Maschine. Sie können den Außenstellen sogar spezifische Management-Aufgaben auf den Leib schneidern.

Spacewalk kann aber noch mehr als lediglich Patches auf Linux-Server auszurollen. Mithilfe des installierten Agenten lässt sich eine Bestandsaufnahme der einzelnen Server durchführen. Das betrifft sowohl Hardware als auch Software. Diese Bestandslisten können Sie mit dem Paket-Management kombinieren. Somit lassen sich Szenarien kreieren, in denen Updates nur eingespielt werden, wenn eine spezielle Version einer bestimmten Software installiert ist. Das Ganze funktioniert auch mit spezifischen Hardware-Komponenten. Der Linux-Administrator kann innerhalb von Spacewalk ebenso Gruppen definieren. Damit lassen sich Patches und Updates nur auf bestimmte Server einspielen, die eben dieser Gruppe angehören.

Mit der "Kickstart"-Funktion von Spacewalk können Administratoren automatisches Provisioning von virtuellen Maschinen (VM) betreiben. Systemverwalter haben die Möglichkeit, diesen virtuellen Maschinen maßgeschneiderte Konfigurations-Dateien zuzuweisen. Das Tool bietet darüber hinaus einfache Monitoring-Möglichkeiten. Allerdings gibt es an dieser Stelle Software, die für Monitoring-Zwecke besser geeignet ist. Beispiele hierfür wären Nagios oder Zabbix.

Wenn Sie sich das Administrieren von Linux-Servern mithilfe einer Open-Source-Software zutrauen, die ohne Enterprise-Level-Support kommt, sollten Sie Spacewalk wählen. Die Software ist stabil und kann mit vielen Linux-Distributionen umgehen. Sollte Ihre Firma in erster Linie Red Hat Enterprise Linux auf Servern einsetzen und Sie möchten Enterprise-Level-Unterstützung haben, ist Red Hat Network Satellite ganz offenbar die erste Wahl. In einer mit SUSE und Red Hat gemischten Firmen-Umgebung, ist wohl SUSE Manager das geeignetste Verwaltungs-Tool für Linux.

Artikel wurde zuletzt im August 2013 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Serverbetriebssysteme

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close