Drei Argumente für ein Upgrade auf Exchange 2013

Wenn Sie aktuell über ein Upgrade von Exchange 2010 auf Exchange 2013 nachdenken, unterstützen Sie diese drei Argumente bei der Entscheidung.

Wenn Sie aktuell darüber nachdenken, ob Sie Office 365 verwenden möchten, sprechen mehrere Argumente dafür: Anwender erhalten praktisch unbegrenzte Speicherkapazitäten, während sie gleichzeitig immer auf dem Laufenden bleiben.

Allerdings muss man einige Hürden überwinden, um dies zu realisieren. Das umfasst beispielsweise, dass sie Risiken bei der Datenhoheit beseitigen müssen, da die NSA eventuell auf E-Mails zugreifen kann. Zudem haben Sie keine Kontrolle über die Upgrade- Geschwindigkeit, müssen Kompromisse bei der Kompatibilität von Geschäftsanwendungen in Kauf nehmen oder verlieren unter Umständen die Möglichkeit auf Serviceanfragen direkt zu reagieren, da Sie auf externe Dienstleister angewiesen sind.

Egal, ob Sie auf absehbare Zeit bei einer On-Premise Exchange-Umgebung bleiben oder darauf warten, dass Exchange Online ihren Bedürfnissen gerecht wird, ein Update auf Exchange 2013 macht Sinn. Hier sind drei Gründe, die dafür spreche.

1. Sie können die Exchange-Infrastruktur vereinfachen

Mit einem Upgrade auf Exchange 2013 erhalten Sie die Gelegenheit, die Belastung in Exchange zu reduzieren. Die Anzahl der zu installierenden Rollen ist in Exchange 2013 geringer geworden. Microsoft empfiehlt, Exchange mit mehrere Serverrollen zu installieren.

Wenn Ihre Exchange 2010 Infrastruktur dedizierte Server für Unified Messaging (UM) beinhaltet oder wenn Sie Clientzugriffs- und Hub-Transport-Rollen vom Postfach-Server getrennt haben, können Sie nun die Zahl der verwendeten Server konsolidieren. Dies umfasst auch Unternehmensbereiche, die auf Basis einer virtuellen Infrastruktur mit kombinierten Clientzugriffs- und Hub-Transport-Server arbeiten. Eine Data Availibility Group mit zwei Knoten und ein oder mehrere UM-Server ersetzen sechs oder mehr Exchange-2010-Server durch zwei Exchange-2013-Server.

Für Multisite-Installationen lässt sich außerdem die Infrastruktur vereinfachen. Ein typisches Szenario ist zum Beispiel eine zweiseitige Installation mit einer primären und einer Disaster-Recovery- (DR-) Site. In Exchange 2010 bedeuten mehrere Clientzugriffs-Arrays, primäre und sekundäre HTTPS Namensräume und Ausfallsicherung, dass der Disaster-Recovery-Plan (DRP) kompliziert wird. Nach einem Upgrade auf Exchange 2013 muss man sich keine Sorgen über einen DRP für Clientzugriffs-Arrays machen, da sich ein einziger HTTPS Namensraum verwenden lässt und die Ausfallsicherung einfacher gestaltet ist.

Die Arbeit wird zudem einfacher, wenn man eine Lastenverteilung für Exchange einrichtet. Dank der Unterstützung von Layer-4-Lastenverteilung, benötigt man keinen teure oder leistungsstarke Lösung für Exchange 2013. Wenn sie mit dem Netzwerklastenausgleich von Microsoft hadern, bietet sich nun die Gelegenheit, den Service Ihrer Wahl zu nutzen.

2. Ein Upgrade auf Exchange 2013 hilft beim effizienteren Einsatz vorhandener Hardware

Eines der Hauptargumente für Exchange 2010 war die geringe Anforderung an den Festplattendurchsatz, so dass Exchange auch auf langsamen SATA-Festplatten arbeitet. Die geringeren Durchsatzanforderungen macht die Verwendung einer virtuellen Umgebung leichter, da das Postfach den Storage weniger als frühere Versionen belastet.

Wenn Sie Ihre vorhandene Infrastruktur noch ein paar Jahre einsetzen möchten, kann ein Upgrade auf Exchange 2013 Ihre verwendete Storage-Infrastruktur noch besser ausreizen. Es gibt wenig Exchange-2010-Umgebungen, die JBOD für den Betrieb von Exchange ohne RAID-Storage verwenden, da es eine komplexe Verwaltung erfordert.

Exchange 2013 hat neue Automatic-Reseed-Funktion, was den Austausch von Festplatten fast so einfach macht wie die Nutzung von RAID-Storage. Das bedeutet, dass man die Anzahl seiner Festplatten halbieren und mehr Storage für die virtuelle Infrastruktur bereitstellen oder das Postfach-Kontingent erhöhen kann.

Wenn Sie einer der ersten Anwender von Exchange 2010 waren, nähert sich Ihre Hardware langsam der Fünf-Jahres-Marke. Anstatt noch mehr Storage oder virtuelle Ressourcen zu nutzen, lassen sich die Kosten durch den Einsatz billiger Server mit einer kleineren Anzahl großer Festplatten reduzieren. Damit ersetzen Sie große, energiehungrige Einheiten mit kleineren Rack-Servern, die weniger Festplatten benötigen, um die gleiche Anzahl an Nutzern zu versorgen.

3. Die Verwendung von Managed Availibility verringert die Sorgen

Die meisten Exchange-Umgebungen laufen mit minimalen Eingriffen. Doch alles was dabei hilft, Exchange sorgenfrei zu gestalten, ist ein Plus. Es ist im eigenen Interesse von Microsoft, wenn Exchange Online so wartungsfrei wie möglich arbeitet. Von den Vorteilen der Cloud profitieren auch Exchange-2013-Installationen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die Funktion Managed Availibility.

Exchange 2013 bietet damit eine eingebaute Funktion, die sich um die Überwachung der Umgebung und das Ausführen von Korrekturen, wie zum Beispiel den Neustart abgestürzter Services oder die Bereitsstellung von Ressource für kritische Anwendungen, kümmert. Wenn etwas nicht funktioniert, unterstützt Managed Availibility Sie bei der Suche nach dem Absturzgrund. Auf diese Weise stellt man sicher, dass Anwender nicht vom Fehler betroffen sind.

Schließlich erhalten Microsoft-Operation-Manager-Admins (System Center Operations Manager, SCOM) einen doppelten Nutzen. Die von SCOM erzeugte Warnung wird in einer oberen Schicht und nicht durch einen SCOM-Agenten generiert, so dass sich die Warnung konkret auf ein Problem bezieht und damit weniger Ressource benötigt.

Über den Autor: Steve Goodman ist Exchange-MVP und technischer Architekt bei der britischen Phoenix IT Group. Goodman ist seit 14 Jahren in der IT-Branche tätig und beschäftigt sich intensiv mit Microsoft Exchange ab Version 5.5.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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