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Citrix USB Redirection to Cloud: Stylus-Eingabe für virtuelle Desktops

USB Redirection to Cloud ist eine neue Art der USB-Weiterleitung an virtuelle Desktops. Vor allem für Designer ergeben sich so neue Anwendungsfälle.

Auf der VMworld 2015 wurde von Citrix USB Redirection to Cloud vorgestellt, eine neue Funktion für XenDesktop/XenApp, mit der sich USB-Geräte für Stylus-Eingaben mit virtuellen Desktops nutzen lassen.

Über die Weiterleitung von USB-Geräten an virtuelle Desktops kann Citrix die Nutzererfahrung sowie die Verfügbarkeit lokaler USB-Geräte enorm verbessern. Die generische USB Redirection von Citrix ermöglichte es auch bisher bereits, lokal angeschlossene USB-Geräte mit virtuellen Desktops zu nutzen.

Beispielsweise könnte ein Anwender auf diese Weise ein Flash-Speichergerät mit dem USB-Anschluss seines lokalen Computers verbinden und über den virtuellen Desktop auf die darauf gespeicherten Inhalte zugreifen. USB Redirection to Cloud bringt nun auch Unterstützung für druckempfindliche USB-Geräte für die Stylus-Eingabe mit XenDesktop und XenApp in WAN-Verbindungen (Wide Area Network).

In der heutigen Zeit liegt der Innovationsdruck im Bereich Desktop-Virtualisierung klar bei 3D- und ressourcenintensiven Applikationen. Citrix USB Redirection to Cloud ermöglicht dabei einige interessante Anwendungsfälle, die vor allem für Unternehmen wichtig werden könnten, die hin zum papierlosen Büro wollen. Künstler beispielsweise sollen über USB Redirection to Cloud nahezu ohne Performance-Probleme mit XenDesktop und XenApp arbeiten können und Arbeitnehmer fast überall Unterschriften geben oder empfangen können.

Was steckt hinter USB Redirection to Cloud?

Citrix USB Redirection to Cloud basiert auf Citrix Remote-Protokoll HDX und NVIDIA-GRID-Technologie und wurde mit XenDesktop/XenApp 7.6 Service Pack 3 im Oktober 2015 veröffentlicht.

USB Redirection to Cloud ist mit zwei Operationsmodi verfügbar: Über den Capture-Modus können über virtuelle Desktops und USB-Geräte Dokumente unterschrieben werden, während der Interactive-Modus die Stylus-Eingabe bei grafikintensiven Applikationen für Designer, Grafiker und Ingenieure unterstützt.

Auf der VMworld 2015 wurde beispielsweise die Stylus-Eingabe auf einem USB-Zeichenbrett gezeigt, während die Zeichnung selbst auf dem virtuellen Desktop berechnet wurde, der 50 Kilometer weit weg gehostet wurde. Während der gesamten Demonstration gab es keine nennenswerten Performance-Probleme, obwohl das Konferenz-WLAN genutzt wurde, um die Dateien per XenDesktop 7.6 in das NVIDIA-Rechenzentrum zu übertragen.

Citrix USB Redirection to Cloud ist Teil der HDX-Technologie, mit der Citrix die native Benutzererfahrung traditioneller, lokaler Desktops auch in VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) ermöglichen will. HDX versucht hierbei eine Balance zwischen Skalierbarkeit und Multimedia-fähigen Anwendungsszenarien zu finden, indem sowohl software- als auch hardwarebasiertes Rendering zum Einsatz kommt.

Dabei spielt aber auch HDX 3D Pro eine entscheidende Rolle. Diese Citrix-Technologie bietet die Möglichkeit zur Grafikbeschleunigung, bei der der CPU-basierte Deep Compression Codec die Latenz bei der Verbindung zwischen virtuellen Desktops und Applikationen und lokalen Peripheriegeräten vermindern kann.

Citrix USB Redirection to Cloud benötigt Citrix Receiver, um mit XenDesktop und XenApp zu kommunizieren und die Bandbreiteneffizienz zu vergrößern. Auch auf dem Client wird Citrix Receiver benötigt, es müssen aber keinerlei Treiber oder High-End-Grafikkarten installiert sein.

Citrix bietet seinen Kunden auch optimierte virtuelle Kanäle für USB-Geräte, die nicht von der generischen USB-Weiterleitung unterstützt werden, was etwa auf Digitalkameras, Wiedergabegeräte oder PoS-Geräte (Point of Sale) zutreffen könnte. Standardmäßig können nur bestimmte USB-Geräte auf diese Funktion zurückgreifen, Administratoren können aber auch kontrollieren, welche Geräte sie erlauben.

Die Rolle von NVIDIA GRID vGPUs

Citrix selbst geht wenig auf die Rolle von NVIDIA bei USB Redirection to Cloud ein, aber NVIDIAs GRID-Technologie trägt durchaus einen wichtigen Teil zur Unterstützung dieser grafikintensiven Applikationen bei. Letztlich ist es keine leichte Aufgabe, die von Citrix angekündigte Bandbreite über WAN-Verbindungen weiterzuleiten.

NVIDIA GRID Grafikkarten unterstützen die Hardwarebeschleunigung virtueller Grafikkarten für mehrere virtuelle Desktops. NVIDIA virtualisiert die GPU direkt über die Hardware, wodurch sich mehrere virtuelle Maschinen problemlos eine physische GPU teilen können. NVIDIA GRID verweist und übersetzt dabei die virtuellen Adressen einer virtuellen Maschinen an die physischen Adressen des Host-Servers. Zusätzlich steht pro virtueller Maschine dedizierter Input-Buffer zur Verfügung, wodurch jede virtuelle Maschine in ihrem eigenen Adressraum arbeitet, ohne mit anderen virtuellen Maschinen in Konflikt zu geraten.

USB Redirection to Cloud erweitert die Weiterleitung von USB-Geräten also um einen weiteren Anwendungsfall, was die Desktop-Virtualisierung für immer mehr Unternehmen zu einer möglichen Alternative zu lokal verwalteten Desktops werden lässt. Ein weiteres Beispiel für das Bemühen von Citrix, im VDI-Umfeld Innovationstreiber zu bleiben, ist die X1-Maus, mit der sich von iPads aus per Maus virtuelle Desktops nutzen lassen.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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