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10 Strategien zur Vorfallreaktion für Unternehmen

Optimierte Incident-Response-Strategien helfen Unternehmen, Cyberangriffe früh zu erkennen, wirksam einzudämmen, die Compliance zu erfüllen und ihre IT resilient auszurichten.

Es wird immer schwieriger, die IT-Infrastruktur vieler Firmen zu beschützen, da sie zunehmend Lösungen von Drittanbietern, Cloud-Dienste sowie hybride Modelle in ihre Umgebungen integrieren. Traditionelle Strategien zur Abwehr von Cyberangriffen, gleichwohl unverzichtbar, werden den komplexeren Bedrohungen und Schwachstellen jedoch oft nicht mehr gerecht. Um den Angreifern aber weiterhin einen Schritt voraus zu sein, sollten Unternehmen sich von rein reaktiven Maßnahmen verabschieden und zu einem vorausschauenden und zugleich resilienten Vorgehen bei ihrer Incident Response übergehen.

Dieser Artikel stellt zehn fortgeschrittene Strategien für das IT-Management vor, damit die Mitarbeiter ihre Rahmenwerke zur Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle überdenken und überarbeiten können. Sie erhalten damit die Möglichkeit, Cybergefahren früher zu erkennen, sie effizienter einzudämmen und schneller zu beheben als es bislang möglich war.

Grundlagen der Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle

Unter Incident Response versteht man eine strukturierte Vorgehensweise beim Erkennen, Eindämmen und Beheben von Cyberbedrohungen wie etwa Datendiebstähle, Infektionen mit Malware und nicht autorisierte Zugriffe. Die wichtigsten Ziele einer Incident-Response-Strategie sind daher:

  • Minimieren der Schäden für Systeme, Dienste und Daten.
  • Begrenzen der Unterbrechungen von Diensten, damit das Unternehmen weiter seine Geschäfte fortführen kann.
  • Verkürzen der für die Behebung der Vorfälle benötigten Zeit sowie der Kosten.
  • Sicherstellen von Beweisen für die rechtliche und regulatorische Aufarbeitung der Vorfälle.

Erstellung eines Plans für die Reaktion auf Vorfälle

Ein Incident-Response-Plan sollte mehrere grundlegende Strategien umfassen, um seine Bereitschaft und Widerstandsfähigkeit zu garantieren:

Prävention und Schutz

  • Legen Sie grundlegende Sicherheitsmaßnahmen fest und halten Sie sie auf dem aktuellen Stand.
  • Nutzen Sie Zero Trust Network Segmentation, um die laterale Ausbreitung der Angreifer während einer Cyberattacke zu verhindern.
  • Entwickeln Sie Strategien zur Risikominderung für Schwachstellen in der Lieferkette sowie für Risiken durch Dritte.

Entdecken und Analysieren

  • Setzen Sie auf eine KI-basierte Erkennung von Bedrohungen, um sie leichter und schneller identifizieren und eindämmen zu können.
  • Schützen Sie die Kommunikation beim Incident Management.

Wiederherstellung und Business-Continuity

  • Erstellen Sie geprüfte Prozesse für Backup und Wiederherstellung, die mit einer Redundanz der Daten kombiniert werden, um besonders kritische Informationen vor Verlust zu bewahren.
  • Legen Sie Wiederherstellungs-Sites (Hot, Warm und Cold) an, die auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten sind.

10 fortgeschrittene Incident-Response-Strategien

Über diese grundlegenden Protokolle hinaus verwandeln die folgenden fortgeschrittenen Maßnahmen eine bislang meist rein reaktive IT-Security in einen proaktiven Schutzwall. Damit erhalten Sie eine wirklich widerstandsfähige Umgebung.

1. Bauen Sie abteilungsübergreifende Resilience-Teams auf

Die Bildung spezieller Teams, die technisches Fachwissen mit geschäftlichem Verständnis verbinden, sorgt für umfassendere und besser miteinander abgestimmte Reaktionen auf sicherheitsrelevante Vorfälle. Die Mitglieder sollten aus allen wesentlichen Bereichen des Unternehmens wie IT, Personalwesen, Betrieb, Recht sowie Public Relations (PR) stammen.

Zu den wesentlichen Vorteilen dieser Maßnahme gehören:

  • Fundiertere Entscheidungsfindungen. Die unterschiedlichen Perspektiven bringen sowohl technische als auch geschäftliche Prioritäten schneller miteinander in Einklang.
  • Gründlichere Analysen nach dem Vorfall. Das heterogene Team kann die Auswirkungen eines sicherheitsrelevanten Vorfalls leichter über verschiedene Bereiche hinweg bewerten, was in Zukunft die Vorsorge verbessert.

So kann zum Beispiel während eines Angriffs mit einer Ransomware ein übergreifend aufgestelltes Resilience-Team auf folgende Arten reagieren:

  • IT-Abteilung. Sie isoliert die betroffenen Systeme und beginnt mit der Wiederherstellung.
  • Personalwesen. Die Abteilung informiert die Mitarbeiter über den Vorfall sowie über zu treffende präventive Maßnahmen.
  • Betrieb. Er sorgt für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs durch zum Beispiel Verschieben betroffener Workloads in andere Bereiche.
  • Rechtsabteilung. Sie berät in Fragen der Compliance und bei juristischen Problemen, wenn es etwa um eine Erpressung geht.
  • Public Relations. Diese Abteilung kümmert sich um die externe Kommunikation, um unter anderem den Ruf des Unternehmens zu bewahren.

2. Auslagern von Diensten zur Incident Response

Unternehmen, die über keine internen Spezialisten für die Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle verfügen, profitieren von einer Auslagerung dieser Aufgaben an einen externen Dienstleister. Diese Anbieter verfügen in der Regel über umfangreiche Erfahrungen in Bereichen wie Digital Forensics, Malware Analysis und Datenwiederherstellung.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Schneller Zugang zu Expertenwissen. Die Provider setzen in der Regel erfahrene Spezialisten sowie fortgeschrittene Tools ein.
  • Kosteneffizienz. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können damit die hohen Kosten vermeiden, die sie für die Beschäftigung eigener Vollzeit-Experten aufbringen müssten.
  • Flexibilität. Auf Anfrage verfügbare Dienste reduzieren den Druck auf die internen Teams.

3. Sicherstellen einer regelkonformen und Compliance-bewussten Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle

Unternehmen sollten ihre Prozesse für Incident Response mit den juristischen Anforderungen abgleichen. Das gilt ganz besonders für global tätige Konzerne, aber auch für diejenigen Firmen, die auf Cloud-Dienste angewiesen sind.

So muss zum Beispiel ein international tätiger E-Commerce-Anbieter, der Opfer eines Datendiebstahls mit geklauten Kundendaten in mehreren Ländern wird, in Zusammenarbeit mit seinen juristischen Beratern für die Einhaltung der Compliance-Vorgaben in allen betroffenen Bereichen sorgen. Das für Incident Response verantwortliche Team sollte dazu die Standorte der Daten prüfen, um Verletzungen der Souveränität betroffener Staaten zu vermeiden. Anschließend sollte es die Kunden innerhalb der erforderlichen zeitlichen Fristen über den Vorfall informieren. Außerdem muss es ihn an die zuständigen Behörden unter Beachtung von Vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder dem California Consumer Privacy Act (CCPA) in Kalifornien melden.

Zu den wichtigsten Vorteilen dieser Maßnahmen gehören unter anderem:

  • Kenntnis der Standorte. Durch ein Nachverfolgen der Daten vermeiden die Teams Verletzungen der Souveränität betroffener Länder.
  • Verhindern von Strafen. Auf die Einhaltung der Compliance-Vorgaben fokussierte Strategien reduzieren das Risiko von Geldstrafen oder Reputationsschäden wegen eines möglicherweise unsachgemäßen Umgangs mit Daten.
  • Vertrauen der Kunden. Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben erhält das Vertrauen der Kunden sowie der Teilhaber des Unternehmens.

4. Planen einer effizienten Kommunikation bei sicherheitsrelevanten Vorfällen

Nicht immer geht es beim Thema Incident Response nur um Technologie. Der menschliche Faktor ist genauso entscheidend. Klare Vorgehensweisen und Protokolle zur Kommunikation im Krisenfall sind deshalb essentiell, um kein Vertrauen zu verspielen, um Unsicherheiten auszuräumen und um schnell und zeitnah während eines Vorfalls reagieren zu können.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Bewahren von Vertrauen. Transparente und kontinuierliche Benachrichtigungen beruhigen interessierte Gruppen wie Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner.
  • Weniger Panik und Verwirrung. Klare Protokolle zur Kommunikation tragen dazu bei, Ängste abzubauen und Fehlinformationen zu vermeiden. Alle Beteiligten können somit die Situation und ihre Rolle bei der Reaktion auf den Vorfall besser einordnen.
  • Verbesserte Koordination. Strategisch veröffentlichte Benachrichtigungen beschleunigen die Entscheidungsfindung und den Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen (Fachkräfte, Hardware, Gelder, Partnerfirmen) beschleunigen.
  • Verbessertes Reputationsmanagement. Eine vorausschauende Kommunikation mit externen Gruppen, zu denen auch etwa die Medien gehören, zeigt Verantwortungsbewusstsein und Professionalität. Das trägt nachhaltig zum Schutz des öffentlichen Images des betroffenen Unternehmens bei.

5. Einführen eines SOAR-Systems

SOAR-Plattformen (Security Orchestration, Automation and Responsev) erweitern die Vorteile der Automatisierung auf die Incident Response. Diese Tools und Frameworks erlauben es Unternehmen, ihre Prozesse zu verschlanken, die Reaktionen auf Vorfälle zu koordinieren und sich wiederholende Aufgaben effizienter zu managen.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Standardisierung von Prozessen. SOAR-Tools enthalten Leitfäden, die bei allen sicherheitsrelevanten Vorfällen einheitliche Reaktionen ermöglichen.
  • Effizienz. Automatisierung reduziert die für Reaktionen benötigten Zeiten und minimiert zugleich die Gefahr menschlicher Fehler bei sich wiederholenden Aufgaben.
Abbildung 1. Empfehlenswerte Strategien für die Vorfallreaktion im Überblick.
Abbildung 1. Empfehlenswerte Strategien für die Vorfallreaktion im Überblick.

6. Erstellen Sie an bestimmte Vorfallsarten angepasste Leitfäden

Mit sogenannten Incident Playbooks beziehungsweise Leitfäden für bestimmte Vorfälle standardisieren Sie die im Unternehmen genutzten Prozeduren, um auf verschiedene Arten von Cyberangriffen angemessen reagieren zu können. So könnte zum Beispiel ein Leitfaden für Ransomware-Attacken alle notwendigen Schritte enthalten, um verseuchte Systeme schnellstmöglich zu isolieren. Damit verhindern Sie das Ausbreiten der Ransomware über das Netzwerk. Außerdem können Sie in dem Leitfaden Anweisungen zum Wiederherstellen betroffener Systeme aus Backups aufführen oder auch beschreiben, wie sich Dateien wieder entschlüsseln lassen oder wie die Integrität der reparierten Daten überprüft werden kann.

Zu den wichtigsten Vorteilen dieser Maßnahmen gehört:

  • Vorbereitung. Durch das Festlegen von Verfahren im Voraus ist das Team besser darauf vorbereitet, in einer komplexen Krisensituation richtig zu handeln.
  • Verantwortlichkeit. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten, die in den Leitfäden festgelegt werden, erleichtern im Ernstfall die Koordination der Mitarbeiter miteinander.
  • Anpassung. Die Leitfäden lassen sich darüber hinaus an regulatorische Vorgaben, relevante IT-Security-Protokolle oder an bestimmte PR-Anforderungen anpassen.

7. Threat Intelligence integrieren

Durch das Integrieren von Threat-Intelligence-Daten in die Incident-Response-Prozesse werden sie von einem reaktiven zu einem proaktiven Vorgehen. Das Verwenden von Echtzeit-Feeds mit aktuellen Bedrohungsdaten erlaubt einem Unternehmen, ungewöhnliche Verhaltensmuster schneller zu erkennen, die etwa auf eine Phishing-Kampagne gegen die Mitarbeiter hinweisen. Anschließend kann das Security-Team die erkannte Bedrohung priorisieren, präventive Maßnahmen wie das Blockieren bösartiger Domains in Kraft setzen und die Mitarbeiter im Erkennen von Phishing-Versuchen schulen. All dies wird möglich, noch bevor sich der Angriff ausweiten kann.

Die wichtigsten Vorteile dieser Vorgehensweise:

  • Proaktive Erkennung von Bedrohungen. Threat-Intelligence-Daten in Echtzeit erlauben es Unternehmen, neue Gefahren und Schwachstellen bereits im Entstehen zu identifizieren, bevor sie sich ausbreiten können.
  • Verbesserte Entscheidungsfindung. Ein Zugriff auf aktiv nutzbare Intelligence-Daten ermöglicht dem Team bereits während der Reaktion auf einen sicherheitsrelevanten Vorfall informierte Entscheidungen zu treffen. So kann es sich sofort auf die gefährlichsten Bedrohungen konzentrieren.
  • Intensivere Zusammenarbeit. Der Austausch von Bedrohungsdaten zwischen unterschiedlichen Teams und Unternehmen stärkt nicht nur das kollektive Bewusstsein. Er fördert kontinuierliche Verbesserungen.

8. Durchführen von Kontrollen nach einem Vorfall sowie Analysen der tatsächlichen Ursachen

Nach sicherheitsrelevanten Vorfällen durchgeführte Überprüfungen bewerten die Reaktion eines Unternehmens auf eine Cyberattacke, während eine Ursachenanalyse (auch Root Cause Analysis, RCA) die zugrundeliegenden Faktoren systematisch zu identifizieren versucht, die zu einem Vorfall geführt haben.

Beispielsweise kann das Incident Response Team nach dem Beheben einer Sicherheitsverletzung eine gezielte Überprüfung durchführen, um die Effektivität der getroffenen Maßnahmen zu bewerten. Dabei stellt das Team zum Beispiel fest, dass Verzögerungen bei der Kommunikation die Reaktionszeit negativ beeinträchtigt haben. Durch eine zusätzliche Ursachenanalyse findet das Team dann heraus, dass unklar formulierte Eskalationsprotokolle und Lücken im Training zu den Verzögerungen geführt haben. Diese Erkenntnis führt im Anschluss zu aktualisierten Prozessen sowie gezielten Schulungen, die künftig für eine schnellere und besser koordinierte Reaktion sorgen.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Möglichkeiten zum Lernen. Die Teams erfahren durch die Analysen, was gut funktioniert hat und was verbessert werden muss. Damit fördern sie eine Kultur des Wachstums und einer erhöhten Widerstandsfähigkeit.
  • Identifizieren der zugrundeliegenden Ursachen. Eine Root Cause Analysis deckt die fundamentalen Gründe hinter einem Vorfall auf. Das können fehlerhafte Abläufe, menschliche Irrtümer, Sicherheitslücken oder unerwartete Schwachstellen sein. Die Analyse führt zu verbesserten Strategien zur Behebung künftiger Vorfälle.
  • Verhinderung von Wiederholungen. Unternehmen können die Erkenntnisse aus der durchgeführten Ursachenanalyse nutzen, um neue Maßnahmen zu entwickeln, die ähnliche Vorfälle in Zukunft verhindern.
  • Verbesserte Zusammenarbeit im Team. Nach sicherheitsrelevanten Vorfällen durchgeführte Überprüfungen fördern die offene Diskussion zwischen den Mitgliedern des Teams und stärken die Kommunikation sowie die Zusammenarbeit bei künftig auftretenden Vorfällen.

9. Kontinuierliche Verbesserung durch Kennzahlen und KPIs

Ein systematisches Tracking der anfallenden Incident-Response-Daten durch Metriken und Key-Performance-Indikatoren (KPIs) führt zu kontinuierlichen Verbesserungen und einer höheren Verantwortlichkeit.

Durch zum Beispiel das Überwachen der mittleren Zeit bis zur Entdeckung (Mean Time to Detect, MTTD) sowie der mittleren Zeit bis zur Lösung (Mean Time to Resolve, MTTR) kann ein Unternehmen herausfinden, welche spezifischen Vorfälle länger als erwartet bis zu ihrer Entdeckung benötigt haben. Durch weitere Analysen lässt sich dann etwa bestimmen, dass veraltete Monitoring-Tools für die Verzögerungen mit verantwortlich waren. Aufgrund dieser Erkenntnis kann das Unternehmen seine Werkzeuge aktualisieren und für ein zusätzliches Training seines Reaktions-Teams sorgen. Im Ergebnis führt das zu schnelleren Erkennungs- und Lösungszeiten.

Zu den am häufigsten verwendeten Kennzahlen gehören unter anderem:

  • Durchschnittliche Zeitmessungen. Einschließlich der bereits erwähnten MTTD, der mittleren Zeit bis zur Bestätigung sowie der MTTR.
  • Zahl der Vorfälle. Damit ist die Gesamtzahl der insgesamt bearbeiteten Vorfälle gemeint.
  • Lösungsquote beim ersten Kontakt. Die Anzahl der bereits beim ersten Versuch gelösten Vorfälle.
  • Rate der wieder eröffneten Tickets. Dieser Wert beschreibt die Häufigkeit von Vorfällen, die erneut aufgegriffen werden müssen.
  • Verfügbarkeit von Systemen, Services und Netzwerk. Steht für die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der kritischen Infrastruktur eines Unternehmens.
  • Ergebnisse aus Umfragen zur Kundenzufriedenheit. Hierzu gehört das Feedback der Kunden zur Bearbeitung und Lösung von Vorfällen.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Setzen realistischer Ziele. Das Definieren von Grundsätzen und erreichbaren Zielen hilft Unternehmen, realistische Erwartungen festzulegen und den Fortschritt besser zu bewerten.
  • Identifizieren von Schwächen. Mit den genannten Kennzahlen lassen sich Schwachstellen oder Ineffizienzen aufzeigen und Erkenntnisse über gezielte Verbesserungen gewinnen.
  • Verantwortlichkeit und Audits. Das Verfolgen der erreichten Fortschritte stellt sicher, dass die Teams ihrer Verantwortung auch wirklich nachkommen. Außerdem liefert es Nachweise für Audits und Compliance-Prüfungen.

10. Datenbasierte Designs für die Reaktion auf Vorfälle

Auf Daten basierende Designs für die Incident Response nutzen evidenzbasierte Frameworks, um sicherheitsrelevante Vorfälle effizienter vorhersagen, priorisieren und lösen zu können.

So kann zum Beispiel ein Security Operations Centerv (SOC) historische Daten analysieren, um Muster bestimmter Vorfallsarten zu identifizieren. Die Daten könnten etwa belegen, dass Phishing-Versuche zu bestimmten Zeiten im Jahresverlauf, wenn viele Unternehmen ihre Steuererklärungen machen, besonders häufig auftreten. Das SOC könnte dann mit proaktiven Maßnahmen wie einem gezielten Training der Mitarbeiter sowie verstärkten E-Mail-Filtern während der hoch-riskanten Periode reagieren.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören unter anderem:

  • Systematischere Entscheidungsfindungen. Auf Daten basierende Designs setzen auf Metriken und andere Kennzahlen. Das stellt sicher, dass ihre Reaktionen durch echte Fakten gesichert sind und nicht aufgrund von Mutmaßungen oder unvollständigen Informationen getroffen werden.
  • Verbesserte Priorisierung von Vorfällen. Historische Daten und Analysen von Trends erlauben es Unternehmen, Vorfälle auf Basis ihrer potenziellen Auswirkungen und ihrer Dringlichkeit zu priorisieren.
  • Verbesserte Bereitschaft. Evidenzbasierte Frameworks helfen Unternehmen, sich besser auf eine breite Palette verschiedener Vorfallsarten vorzubereiten. Das gilt ganz besonders für diejenigen Situationen, die kaum oder gar nicht vorauszusagen sind.
  • Kontinuierliche Optimierungen. Das Integrieren von auf Daten basierenden Designs in Initiativen für kontinuierliche Verbesserungen sorgt dafür, dass die Prozesse zur Incident Response an neue Bedrohungen und die sich verändernden Bedürfnisse eines Unternehmens schneller angepasst werden können.

Fazit: Verbesserung der Unternehmensstrategie zur Reaktion auf Vorfälle

Ein sorgfältig vorbereiteter Notfallplan zur Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorfälle ist ein guter Ausgangspunkt, aber nicht mehr. Es ist unverzichtbar, ihn später noch zu erweitern, um auch auf die neuesten Gefahren vorbereitet zu sein.

Durch das Integrieren von Techniken wie Automatisierung, KI, fortgeschrittenen Kommunikationsprotokollen, auf die Einhaltung der Compliance ausgerichteten Prozessen sowie Leitfäden für spezielle Vorfallsarten stärken Unternehmen ihre Bereitschaft auch in komplexen Situationen. Diese Verbesserungen minimieren Ausfallzeiten und Service-Unterbrechungen. Außerdem sorgen sie für widerstandsfähigere und effizientere Antworten auf künftige Herausforderungen.

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