Schritt 2: Überprüfen Sie die Computerhardware

Bereits durch den Austausch von Hardwarekomponenten kann das BIOS-Passwort gelöscht werden. Spezielle BIOS-Chips können bei der Passwortsuche helfen.

Für den Anfang können Sie eine bewährte Methode für das Zurücksetzen des BIOS-Passworts bei Servern und Desktop-PCs ausprobieren, die allerdings nicht bei Laptops funktioniert. Versuchen Sie, die Batterie der internen Uhr zu entfernen beziehungsweise sie vom Rechner zu trennen. Informieren Sie sich im Handbuch des Herstellers beziehungsweise auf dessen Website darüber, wie dies bei Ihrem Gerät funktioniert. Über die Kontaktaufnahme mit anderen Anbietern erhalten Sie zudem hilfreiche Links zum Thema. Andernfalls kontaktieren Sie direkt Ihren Computerhändler.

Einige Computer haben einen Jumper (eine Steckbrücke), um das Passwort zurückzusetzen, oder einen Schalter, der das BIOS-Passwort löscht. Haben Sie diesen Jumper respektive Schalter gefunden, müssen Sie den Computer üblicherweise ein oder zweimal mit dem Schalter oder Jumper in der richtigen Position starten, damit das Passwort zurückgesetzt wird.

Ein weiterer Trick, den es sich auszuprobieren lohnt, um ohne Passwort in das BIOS zu kommen, ist die Änderung einer Hardwarekomponente, zum Beispiel das Entfernen eines Speicherriegels oder einer Festplatte. Sie können ebenfalls versuchen, die Tastatur vom Computer abzuziehen. Wenn der PC anschließend in das BIOS Setup bootet, können Sie die Tastatur wieder anstecken und sollten in der Lage sein, diese zu benutzen, um das Passwort zurückzusetzen.

Bei Laptops werden BIOS-Passwörter in einem nicht volatilen Sicherheitschip gespeichert. Das heißt, Sie können nicht einfach die Batterie trennen, um es zurückzusetzen. Sind alle bisher genannten Methoden fehlgeschlagen, um an das Passwort zu gelangen, ist Ihre beste Chance, Ihren Laptop wieder nutzbar zu machen, ein Anruf bei einer Firma, die sich auf das Knacken von entsprechenden Passwörter spezialisiert hat. Diese bieten spezielle Chips an, die es ermöglichen, das BIOS-Passwort beim Booten komplett zu umgehen. Dies erfordert allerdings Erfahrung beim Löten und andere technische Fähigkeiten, die Sie gegebenenfalls lieber ihrem lokalen Computerspezialisten überlassen sollten.

Sofern Sie es geschafft haben, den Sicherheitschip auszutauschen und anschließend trotzdem nicht booten oder auf ihre Festplatte zugreifen können, ist Ihre Festplatte wahrscheinlich mit dem (hoffentlich) gleichen BIOS Passwort geschützt. In diesem Fall können Sie den Sicherheitschip ihres Laptops an die Password-Cracker schicken und das Passwort auslesen lassen. Sie können das allerdings auch selbst erledigen, indem Sie sich ein eigenes Gerät zum Auslesen und Programmieren von Speicherchips zulegen.

Ich würde das nicht empfehlen, aber wenn Sie großen Spaß am Basteln und Programmieren ihrer eigenen Speicherchips haben, zeigen ihnen die Hinweistexte (cmospwd.txt) der Software CmosPwd relativ genau, wo diese Passwörter auf den Speicherchips vieler moderner Laptops abgelegt sind.

Ich habe es auch schon erlebt, dass Leute dachten, sie benötigen ein BIOS-Passwort um einen Computer zu starten. Unter Umständen sehen Sie nur einen blinkenden Cursor und hören einige Pieptöne, wenn Sie den Rechner einschalten. Dann denken Sie vielleicht, Sie müssten ein Passwort eingeben, um den PC zu starten. Tatsächlich kann es sich aber um das genaue Gegenteil handeln.

Ihr Computer könnte defekte Hardware aufweisen. So könnte ein beschädigter Speicherriegel installiert sein, es könnte ein falscher Speichertyp verbaut sein, oder es gibt ein Problem mit dem Mainboard, der Grafikkarte oder was auch immer. Üblicherweise können Sie anhand der Pieptöne herausfinden, um welches Problem es sich genau handelt.

Auf der Website des BIOS- beziehungsweise Hardwareherstellers, im Benutzerhandbuch oder auf speziellen Webseiten wie BIOS Central finden Sie entsprechende Informationen. Wenn Sie es nicht riskieren wollen, ihren Computer selbst zu öffnen und Hardware auszubauen, auszutauschen oder zu ersetzen, sollten Sie sich lieber an einen Spezialisten wenden, der sich das Problem anschaut und es lösen kann.

Dies ist Teil zwei einer Artikelserien zum Thema BIOS-Passwort. Im ersten Artikel wird beschrieben, wie man ein BIOS-Passwort unter Umständen erraten kann. Teil drei der Serie beschäftigt sich wiederum mit speziellen Tools für das BIOS-Passwort-Hacking. Im letzten Artikel dieser Serie werden allgemeine Richtlinien für Passwörter diskutiert.

Über den Autor:

Kevin Beaver arbeitet als Berater, Gutachter und Referent zum Thema Informationssicherheit für Principle Logic LLC. Sein Spezialgebiet sind unabhängige Sicherheits-Assessments und Risikomanagementanalysen. Beaver ist zudem Autor und Co-Autor zahlreicher Bücher, darunter „The Practical Guide to HIPAA Privacy and Security Compliance“ und „Hacking for Dummies“.

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