Drei Tipps zur erfolgreichen Investition in Netzwerk-Innovationen

Ein skalierbares und kosteneffizientes Netzwerk fällt nicht vom Himmel. Offene Standards können eine Lösung sein, meint Johannes Weingart von Brocade.

Viele IT Implementierungen sind in die Jahre gekommen und das wirkt sich inzwischen auch auf die Möglichkeit aus, neue Dienste schnell, kostengünstig und zuverlässig bereitstellen zu können. Neue Ansätze versprechen Besserung: Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) beispielsweise sollen Unternehmensnetzwerke für das Zeitalter des New IP vorbereiten, also Big Data und die wachsende Mobilität. 

So weit, so gut – doch bedeuten Innovationen in der IT meist vor allem eines: ein großes Investment. Diese drei Tipps sollen Ihnen helfen, effizient in eine zukunftssichere Netzwerk-Infrastruktur zu investieren:

1. Auf ein solides Fundament bauen

Kein flexibles, hoch-skalierbares und kosteneffizientes Netzwerk fällt vom Himmel. Die meisten Next-Generation-Network Trends wie SDN oder NFV bauen auf eine stabile und belastbare technologische Netzwerkbasis. Um diese Basis zu schaffen, macht es Sinn, das Netzwerk Schritt für Schritt zu modernisieren, so dass Legacy-Hardware entlastet oder überflüssig wird.

Johannes Weingart,
Principal Solutions Architect,
Brocade

Klassische hierarchische Data-Center-Netzwerke sollten dafür durch eine Ethernet Fabric ersetzt werden. Ethernet Fabrics eigenen sich dafür besonders gut, da sie problemlos in die bestehende Infrastrukturen integriert werden können und somit bereits getätigte Investitionen schützen. 

Gleichzeitig bereiten sie das Data-Center-Netzwerk auf eine virtualisierte und softwarebasierte Zukunft vor. Ethernet Fabrics bereiten den Weg – und zwar weg vom Management physikalischer Ports und hin zur Steuerung von Flows. 

Je nach Bedarf können Ethernet-Fabric-Netzwerke ohne großen Aufwand um zusätzliche Links oder Knoten erweitert werden.

2. Open Source auch im Netzwerk vorantreiben

Für IT-Entscheider wird es immer wichtiger, auf die „Offenheit“ von Produkten und Lösungen zu achten. Die einzelnen Netzwerkkomponenten müssen miteinander kompatibel sein – ganz unabhängig vom jeweiligen Hersteller. Bei der Anschaffung neuer Geräte gilt es deshalb, auf Open Standards zu achten. 

Mit „offenen“ Netzwerkprodukten können IT-Manager in ihrem Rechenzentrum von den Vorteilen unterschiedlicher Hersteller profitieren und sind nicht mehr nur an einen Hersteller gebunden. Innovationen lassen sich dadurch einfacher und schneller umsetzen. Open Source kann auch bedeuten, auf die Innovationskraft einer großen Gruppe von Entwicklern zu setzen und nicht an die oft limitierten Entwicklungsressourcen einzelner Hersteller gebunden zu sein. Die Schwierigkeit dabei ist es zu erkennen, wo Open Source wirklich gelebt wird. 

Initiativen wie OpenDaylight, OpenStack oder die Open Networking Foundation (ONF) können bei der Einhaltung aktueller Standards Orientierungshilfen bieten. Bis 2015 soll Open-Source-Software laut ONF zum Standard für Netzwerke werden. Auch Open SDN und Open NFV rücken dabei immer mehr in den Fokus.

3. Hybride Einstiegsmodelle wählen

Um bestehende Investitionen zu schützen, aber gleichzeitig auch Innovationen zu fördern, muss der  Übergang zu neuen Technologien möglichst fließend vollzogen werden: Eine Möglichkeit ist es, für den Anfang auf hybride Modelle zurückzugreifen. Ein Beispiel hierfür ist OpenFlow im Hybrid-Port Modus mit IP-VPN/MPLS. Hierbei können die an einem Port ankommenden Pakete sowohl mit OpenFlow-Regeln als auch mit IP-VPN/MPLS Regeln (falls keine OpenFlow-Regel greift) verarbeitet werden.

Dies ist für die Umstellung auf OpenFlow-basierte SDN-Lösungen unbedingt notwendig, da eine sofortige Transformation zu „Full OpenFlow“ (alle Packete werden nach OpenFlow Regeln verarbeitet) meist nur schwer realisierbar ist. Bei hybriden SDN-Modellen hingegen werden bestehende Netzwerk-Lösungen mit OpenFlow-Lösungsansätzen kombiniert, so dass sowohl klassische, als auch neue Dienste im softwaredefinierten Netzwerk bereitgestellt werden können.

Fazit

Angesichts der Zeit, dem finanziellen Aufwand und der Arbeitskraft, die IT-Abteilungen derzeit in ihre Legacy-Netzwerke investieren, ist der Übergang zu New IP und Next-Generation-Network keine leichte Aufgabe – schließlich braucht die IT-Abteilung auch das notwendige Know-how, um SDN und NFV in ihrem Rechenzentrum betreiben zu können. 

Doch versperrt das Beharren auf dem Status Quo im Netzwerk auch den Weg zu Innovationen. Unternehmen sollten sich deshalb genau vor Augen führen, welchen Vorteil eine modernisierte IT für die eigenen Geschäftsprozesse haben kann – und vielleicht sogar, wo sich Probleme in der IT bereits oder bald in der Bilanz widerspiegeln. 

Eine stabile und flexible Infrastruktur, die Einhaltung offener Standards und das Einsetzen hybrider Modelle kann ein erster Schritt sein, um sicher in die so dringend benötigte Flexibilität und Agilität im Netzwerk und damit in einen großen Fortschritt für das Unternehmen zu investieren.

Über den Autor:
Johannes Weingart ist Principal Solutions Architect bei Brocade. Brocade ist ein Anbieter von Netzwerklösungen und hat selbst SDN-Produkte im Angebot. Der Vyatta Controller von Brocade basiert auf dem OpenDaylight- Projekt.

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