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Welche sind die führenden Software-Plattformen für NFV-Infrastruktur?

Wenn Sie eine NFV-Infrastruktur betreiben wollen, gibt es dafür gewisse Voraussetzungen. Populäre Optionen sind OpenStack und VMware vCloud NFV.

Einige Service-Provider berichten von einem erfolgreichen Einsatz von NFV (Network Functions Virtualization) in produktiven Umgebungen. Es ist aber wichtig, sich die Infrastrukturen und die verfügbaren Optionen anzusehen, die dahinterstecken. Die führenden Software-Plattformen für NFV-Infrastruktur sind OpenStack und VMwares vCloud NFV. Die Service-Provider können auf eine ganze Reihe an OpenStack-Optionen zurückgreifen. Dazu gehören sowohl der Einkauf bei einem Zulieferer als auch internes Open-Source-Fachwissen im eigenen Haus.

Die Anwendungsfälle für NFV unterscheiden sich teilweise stark. Darin enthalten sind drahtlose Kernnetzwerke, Geräte bei Endkunden (Customer Premises Equipment, CPE), IT-Sicherheit und Internet of Things (IoT). Während der zweiten Jahreshälfte 2017 und 2018 werden führende Service-Provider NFV großflächig einsetzen und dabei auch die entsprechenden Anwendungen in Ihren Netzwerken betreiben.

NFV-Infrastruktur (NFVI) setzt skalierbare und zuverlässige Software-Plattformen mit geringer Latenz voraus, um Anwendungs-Virtualisierung umsetzen zu können. Service-Provider bedienen mehrere Millionen Kunden und richten Data Center in der Regel anders als die typischen großen Unternehmen oder die Hyperscale-Cloud-Provider ein. Die Computer-Ressourcen sind bei NFV in Stufen aufgeteilt. Sie enthalten zentralisierte Kernel, Aggregationspunkte und lokale Präsenzpunkte.

Eine NFV-Infrastruktur hat eine Reihe an Anforderungen. Dazu gehören:

  • Maßgeschneiderte IT-Standards, um Hochgeschwindigkeits-Netzwerkanwendungen ausliefern zu können.
  • Ein großes Anwendungsökosystem, das durch Partnerschaften mit Dutzenden unabhängiger Software- und Netzwerkhardware-Anbieter realisiert wird.
  • Die Möglichkeit, NFV-Anwendungen in herkömmliche Netzwerkarchitekturen integrieren und mit existierenden produktiven und Bezahlsystemen verbinden zu können.

Software-Plattformen für NFV-Infrastruktur

Folgend widmen wir uns den Infrastrukturplattformen OpenStack und VMware vCloud NFV:

OpenStack: OpenStack ist ein Satz an Open-Source-Software-Tools, um Cloud-Computing-Plattformen zu erstellen und zu managen. Service-Provider können damit Pools an Data-Center-Ressourcen ausgeben und orchestrieren. Das gilt für Rechenleistung (Compute) und Storage. Zu den Service-Providern, die OpenStack für die NFV-Infrastruktur einsetzen gehören AT&T, Verizon, XO Communications, Comcast, Time Warner Cable, NTT, SK Telecom, China Mobile Ltd., China Unicom, Deutsche Telekom, Swisscom, British Telecom Group und Telefónica. Die Service-Provider können OpenStack-Plattformen von diversen Anbietern beziehen. Darunter befinden sich Red Hat, Dell, Hewlett Packard Enterprise, Ericsson, VMware und Mirantis. Natürlich ist auch eine Eigenentwicklung durch Open Source möglich.

VMware vCloud NFV: VMware ist der Marktführer in Sachen Virtualisierungs-Software für große Unternehmen und für die internen IT-Abteilungen der meisten großen Service-Provider. VMware vCloud NFV ist eine integrierte, modulare und mandantenfähige Infrastrukturplattform. Sie ist für Service-Provider optimiert, die auf NFV setzen. VMware kann mehr als 80 NFV-Einsätze vorweisen und mehr als 45 davon sind Service-Provider. Bisher wurden über 34 NFV-Anwendungen für Virtual Network Functions zertifiziert. Das geschah als Teil des VNF-Kompatibilitätsprogramms für Partner VMware Ready for NVF.  VMwares integriertes OpenStack ermöglicht es einem Service-Provider, NFV-Anwendungen schnell auf OpenStack-Plattformen einzusetzen.

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