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Die Unterschiede zwischen Windows Nano Server und Windows Server Core

Nano Server ist eine neue Bereitstellungsmethode von Windows Server, die noch leichtgewichtiger als Server Core ausfällt. Wo liegen die Unterschiede?

Mit dem steigenden Interesse an Microsofts Container-Plattform Windows Nano Server fragen sich viele Administratoren, worin sich dieses minimalistische Betriebssystem vom letzten Versuch Microsofts in diesem Bereich unterscheidet. Windows Server Core erschien als Installationsoption mit Windows Server 2008 und sollte einen leichtgewichtigen Windows Server mit minimaler Benutzeroberfläche einführen, der mehr Performance, geringere Systemvoraussetzungen und eine geringere Angriffsfläche gewährleistet.

Allerdings fand die Server-Core-Bereitstellung von Windows Server anfangs keinen besonders großen Anklang, da Server-Core-Installationen schwierig zu nutzen waren (und es in gewisser Weise bis heute sind) und weder PowerShell-Remoting noch andere Features wie ASP.NET oder gar weiterführende Verwaltungstechnologien unterstützt wurden. Server Core wurde dann mit Windows Server 2012 R2 flexibler und anwenderfreundlicher. So konnten Administratoren nun zum Beispiel PowerShell-Cmdlets verwenden, um die grafische Benutzeroberfläche ein- und auszuschalten, ohne dafür wie zuvor das gesamte Betriebssystem neu installieren zu müssen.

Doch viele der Patches, Updates, Rollenänderungen und andere Routine-Wartungsarbeiten an dem Betriebssystem verlangten noch immer zeitaufwändige und unterbrechende Neustartes. Daher blieb Windows Server Core bis heute nur ein Nischenleben vergönnt.

Windows Nano Server behält den fundamentalen Ansatz von Server Core vollständig bei: Das immer weiter gewachsene Serverbetriebssystem so zu schrumpfen, dass es für einen Anwendungsfall optimiert ist und weniger Ressourcen verbraucht, um mehr Leistung und Sicherheit zu bieten. Nano Server geht aber noch einen radikalen Schritt weiter, so findet sich zum Beispiel keine Spur einer grafischen Benutzeroberfläche mehr und auch die Unterstützung für 32-Bit Anwendungen wurde restlos gestrichen. Mit Nano Server können nur noch 64-Bit-Anwendungen ausgeführt werden.

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Bedeutung von Nano Server ist nicht zu überschätzen

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So verändert Nano Server das VM-Management

Auch so nette Funktionen wie den Windows-Installer sucht man bei Nano Server vergebens. Das Ergebnis ist ein nur remote zu verwaltendes, extrem leichtgewichtiges Windows-Server-Betriebssystem, das für Deployment und Management von Containern, virtuellen Maschinen und Cloud-Instanzen optimiert wurde.

Windows Nano Server bietet sich vor allem für Dienste wie etwa einen DNS-Server (Domain Name System) oder einen Webserver an, die im Hintergrund laufen und nicht die vollständigen Funktionen und Services eines ausgewachsenen Serverbetriebssystems benötigen. Entwickler und Administratoren werden also im Umgang mit Nano Server zunächst herausfinden müssen, ob ein Workload für diese Bereitstellungsoption geeignet ist, bevor dieser dort als virtuelle Maschine oder Container ausgeführt wird. Microsoft stellt hierfür das Tool NanoServerApiScan.exe zur Verfügung, mit dem die Kompatibilität einer Applikation mit Nano Server getestet werden kann.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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