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Ab wie vielen virtuellen Maschinen braucht man einen neuen Host-Server?

Die Kapazitätsplanung gehört unweigerlich zur Server-Virtualisierung. Aber ab wie vielen virtuellen Maschinen benötigt man einen neuen Host-Server?

Wir hosten auf zwei Dell PowerEdge R720 Servern (Dual Intel Xeon 8-Core-Prozessor, 2,6 GHz, 96 GB RAM, 6- 16 GB RDIMM, 8-600GB 15K RPM SAS) derzeit fünf virtuelle Maschinen und benötigen jetzt zwei virtuelle Maschinen mehr – brauchen wir hierzu bereits einen neuen Host-Server?

Server-Kapazitäten richtig einzuschätzen ist ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg virtueller Umgebungen, aber jede Umgebung ist natürlich anders und hat andere Anforderungen. Die Möglichkeit zur Erhöhung der Workloads eines Host-Servers hängt maßgeblich von Kapazität und Geschwindigkeit des Prozessors, Arbeitsspeichers und Festplattenspeichers ab. Hinzu kommen dann noch spezifische Einschränkungen beim verwendeten Hypervisor und Host-Betriebssystem, VMware ESXi 5.1 beispielsweise begrenzte den gesamten physischen Server auf 32 GB Arbeitsspeicher.

Wer die Hardware schon vor Ort und ein paar virtuelle Maschinen darauf laufen hat, der muss sich bereits mit einigen Vor- und Nachteilen abfinden. Die Hardwaremöglichkeiten beispielsweise sind schon sehr eingegrenzt, aber immerhin lassen sich Server-Benchmarks anfertigen. Damit lässt sich herausfinden, welche Kapazität die Server haben und wie viel Luft nach oben noch ist. Von außen kann man unmöglich Aussagen über die mögliche Anzahl darauf gehosteter VMs machen, ohne einen genauen Blick auf System und Benchmarks zu werfen. Und selbst dann sollte ein großer Zeitraum gewählt werden, in dem es auch zu sehr hoher Auslastung gekommen ist. Der Monatsende ist beispielsweise oft eine Zeit sehr hoher Server-Auslastung.

Man sollte bei der Kapazitätsplanung aber unbedingt auch den Ausfall eines Host-Servers bedenken. Wenn man nur zwei Host-Server betreibt, muss im Fall eines Ausfalls ein Server alle virtuellen Maschinen übernehmen. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Desaster-Szenario, routinemäßige Patches oder Updates oder auch einfach nur ein Versehen oder menschliche Fehler handelt – in all diesen Fällen können Downtime und Ausfälle von Applikationen und Services vermieden werden, wenn alle virtuellen Maschinen per Live-Migration auf einen Server migriert werden können.

Im Idealfall hätte man auch zu Spitzenzeiten noch etwa 50 Prozent der Kapazitäten auf jedem Host zur Verfügung, um die gesamte Last übernehmen zu können. In der Praxis würde man aber wohl auch mit etwas weniger als 50 Prozent freier Kapazitäten noch durchkommen. Natürlich ist es am wichtigsten, dass die Anwendungen und Dienste verfügbar sind, aber es dürfte in den meisten Fällen auch in Ordnung sein, wenn sie im Notfall etwas langsamer ausgeführt werden.

Mit all dem im Hinterkopf sollten die Workloads der beiden neuen virtuellen Maschinen in die Benchmarks mit einfließen, um so herauszufinden, wie sich die Server-Auslastung dadurch verändert. Mit dem Ergebnis lässt sich dann die Entscheidung treffen, ob ein neuer Host-Server nötig ist. Wer unter Zeitdruck steht – und nur, falls es sich ausdrücklich nicht um geschäftskritische Anwendungen handelt – kann natürlich auch einfach die beiden virtuellen Maschinen erstellen und im Live-Betrieb ausprobieren, wie sich Auslastung und Performance verhalten. Im schlimmsten Fall würde man die neuen virtuellen Maschinen dann einfach wieder herunterfahren und eben doch neue Hardware kaufen.

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