Von der konventionellen IT-Landschaft zur hyper-konvergenten Infrastruktur

Hyper-konvergente IT verbindet Data-Center-Kernfunktionen mit den Möglichkeiten der Cloud. In der Folge erhöhen sich Sicherheit und Verfügbarkeit.

Wer zum ersten Mal über den Begriff Hyper-Konvergenz stolpert und sich fragt, was damit gemeint sein mag, ahnt wahrscheinlich nicht, dass er oder sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gerät in der Jackentasche trägt, das genau das bietet – Hyper-Konvergenz. Das Smartphone zählt zu den Paradebeispielen für eine neue Art, Daten und Funktionen auf einer Plattform zusammenzuführen – und genau das ist mit Hyper-Konvergenz im Data Center gemeint. 

Der handliche, elektronische Tausendsassa macht unterschiedliche Services – Telefonie, Internetzugang, Kommunikationsdienste, Bildarchive oder Sammlungen von Musikdateien – mit wenigen Handbewegungen auf einer kleinen Glasfläche zugänglich. Die vielen Apps, die sich die User auf ihrem Smartphone installieren, bieten auf der einen Seite ein zentrales und vor allem einfaches Management der Daten und Funktionen und auf der anderen Seite jederzeit Zugriff zu den Dingen, die die Anwender gerade benötigen.

Vom Smartphone zur hyper-konvergenten Infrastrukturlösung

Was für Otto Normalverbraucher funktioniert, ist auch eine Lösung für Unternehmen. Klassisches Szenario ist das Rechenzentrum von Unternehmen, in dem ebenfalls verschiedene Systeme und Hersteller mit unterschiedlichen Funktionalitäten aufeinandertreffen. Der Konsolidierungsgedanke herrscht hier seit vielen Jahren. 

Wolfgang Huber,
Regional Sales Director
Europe, SimpliVity

Vor allem durch das Thema Virtualisierung konnten bisher maximale Ergebnisse erzielt werden. Aber wie kann man das weiter treiben? Weiterhin stellt sich die Frage, wie viele Ressourcen Unternehmen im Zuge einer Zusammenführung von Plattformen und Funktionen sinnvoller und effizienter nutzen könnten? Die Antwort auf diese Fragen führt hin zu einer neuen Technologie: der hyper-konvergenten Infrastruktur.

Nun scheint es so, dass Hyper-Konvergenz heute in aller Munde ist, aber ist alles „hyper“, was für sich beansprucht, „hyper“ zu sein?

Das klassische Rechenzentrum bietet Server und meist auch virtuelle Maschinen, Verteiler für Speicher, hochverfügbare Speicher, Cloud Gateways, Storage Caching und vieles mehr – hochspezialisierte Hardware mit einem sehr beschränkten Funktionsumfang. In dessen Folge benötigt das Data Center auch ebenso spezialisierte Fachleute für Betrieb und Wartung. Um die verschiedenen Speicherfunktionen in eine effizientere Struktur zu überführen, hat man in einem ersten Schritt vorintegrierte Storage und Server-Ressourcen gebündelt, wobei vielfach der Best-of-Breed-Ansatz verfolgt wurde. Man spricht hierbei von integrierten Systemen.

Die Cloud als Herausforderung für integrierte Systeme

Best-of-Breed besagt, dass man jeweils den Hersteller mit der besten Lösung für die jeweilige Aufgabenstellung konvergiert. Mit dem vorintegrierten Storage in Verbindung mit den Server-Ressourcen hat man bereits die erste Stufe der Konvergenz, Konvergenz 1.0, erreicht.

Unternehmen, die diesen Schritt gegangen sind, konnten von den Vorteilen konvergenter Hardware wie einer besseren Performance, mehr Dateneffizienz, einem höheren Datenschutz und einer Zusammenfassung ihrer Kommunikationslösungen profitieren.

Natürlich lässt sich dieser Ansatz noch erweitern hin zu einer partiellen Konvergenz oder Konvergenz 2.0. Die verschiedenen vorintegrierten Storage-Elemente sind nun zu einem konvergenten Storage in einer Hardwareressource zusammengefasst, was Wartung und Betrieb erheblich vereinfacht. Die Zeit und Manpower, die man bisher aufwenden musste, um sich um die verschiedenen Einzelkomponenten zu kümmern, entfällt und das spart vor allem Kosten.

Allerdings ist bei einer partiellen Konvergenz noch nicht die Cloud mit ihren Möglichkeiten miteinbezogen. Mit dem Zugang zur Cloud stehen Unternehmen vor neuen Herausforderungen, auch was die Hardware betrifft. Man benötigt Backups für den Fall, dass Probleme auftreten sowie WAN-Optimierungstechnologien, um Dateien von ganz unterschiedlicher Art, Größe und Priorität innerhalb eines sehr großen geografischen Bereichs optimal zu ihren Empfängern zu leiten. Nötig ist zudem ein Cloud Gateway ­– dieses sorgt dafür, dass Daten problemlos von den Block- und File-Speichersystemen in den Unternehmen in den Speicher der Cloud übertragen werden können, obwohl die Protokolle der jeweiligen Systeme nicht direkt kompatibel zueinander sind.

Trotzdem liegt für Unternehmen der Vorteil von Cloud-Lösungen klar auf der Hand: Sie senken Kosten, weil die Speicherressourcen insgesamt effizienter genutzt werden können und weil sie nach Bedarf erweiterbar sind. Gerade diese Flexibilität ist für Unternehmen in Expansionsphasen von hoher Bedeutung.

Hyper-Konvergenz 3.0 bringt die Flexibilität der Cloud

Sowohl die Flexibilität als auch die geringeren Kosten von Cloud-Lösungen lassen sich mit den Vorteilen der partiellen Konvergenz zur Hyperkonvergenz 3.0 verbinden. Genau das erreicht SimpliVity mit der Hardwarelösung Omnicube. Sie führt die Vorteile beider Welten zusammen und schafft damit ein System, das zusätzliche Technologie integriert und bis zu zwölf Lösungen auf einer Plattform vereint. Auf diese Weise wird eine heterogene und komplexe IT-Landschaft, die sich aus verschiedenen Hardwarekomponenten zusammensetzt, in einer einzigen Ressource konvergiert und die IT maßgeblich vereinfacht.

Eine hyper-konvergente Struktur ist dieser Definition zufolge eine virtuelle IT-Infrastruktur, in der nahtlos verschiedene Dienste von Rechenzentren in einer Anwendungsform zusammengeführt werden. Die hyper-konvergente Struktur beschleunigt die Geschwindigkeit und Flexibilität der eingesetzten virtualisierten Workloads und reduziert deren Komplexität. Wer hyper-konvergente Infrastruktur mit der heterogenen und komplexen IT-Landschaft vergleicht, an deren Stelle sie getreten ist, stellt schnell die verbesserte Effizienz und die merklich verringerten Kosten fest.

Skalierbarkeit wichtigster Grund für Hyper-Konvergenz

Da die Produkt- und Herstellervielfalt reduziert ist, gewinnen Unternehmen Freiräume für Innovationen, die vorher für das Management dieser Vielfalt gebraucht wurde. Außerdem ist die neue Infrastruktur sicherer und sie vermeidet Ausfälle, die durch die Integration von Einzelkomponenten auftreten konnten. Diese Einzelkomponenten werden nun nicht mehr benötigt. Auch aus diesem Grund eröffnen sie ein beachtliches Einsparpotenzial. Außerdem verringert sich der Aufwand für Schulung und Training der Mitarbeiter, denn das zentrale Management vereinfacht sich ebenfalls.

Diese Gründe zählen auch, wenn die Entscheidung für eine hyper-konvergente Infrastruktur ansteht. In der Marktstudie 2015 State of Hyperconverged Infrastructure Market Report, bei der 512 Unternehmen weltweit befragt wurden, nimmt die Konsolidierung von Rechenzentren mit 61 Prozent die erste Stelle unter den Befragten ein. Als nächstes folgen der Aufbau einer Private-Cloud-Infrastruktur und Verbesserungen für die Anwender in den Unternehmen. 

Zwar haben etwa drei Viertel der Befragten noch keine hyper-konvergente Infrastruktur in ihren Unternehmen umgesetzt, dennoch scheint das Thema vielen Entscheidern auf den Nägeln zu brennen; immerhin gaben 41 Prozent der befragten Großunternehmen mit 5.000 und mehr Mitarbeitern und 36 Prozent der größeren Mittelständler mit 500 bis 4.999 Mitarbeitern an, in den nächsten 36 Monaten eine hyper-konvergente Infrastruktur aufbauen zu wollen. Die Gründe dafür liegen in erster Linie in der hohen Verfügbarkeit der IT-Infrastruktur und in den erwarteten Einsparungen.

Die Studie stellt ebenfalls heraus, welche Vorteile Unternehmen von einer hyper-konvergenten Infrastruktur erwarten. An erster Stelle steht die Skalierbarkeit, also die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Systems durch das Hinzufügen von Hardwareressourcen zu verbessern. Eine hyper-konvergente Infrastruktur rückt gerade auch deshalb in den Fokus des Interesses, weil sie die Leistungsfähigkeit des IT-Systems ganz allgemein verbessert. Damit scheint die Richtung schon abgesteckt: Eine hyper-konvergente Infrastruktur wird mehr Leistung auf weniger Raum in die Rechenzentren bringen und damit die Performance pro Quadratmeter und pro eingesetzter Kilowattstunde erheblich steigern.

Über den Autor: 
Wolfgang Huber ist als Regional Sales Director Europe bei SimpliVity für den Vertrieb, den Aufbau der Organisation und des Partner Eco-Systems in Zentraleuropa verantwortlich. Zuvor war er drei Jahre bei VMware tätig und kann auf insgesamt 15 Jahre Erfahrung in diversen Rollen in Vertrieb und Alliance Management zurückgreifen.

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