Oracle stößt mit Mobile Cloud Service in den App-Entwicklungsmarkt vor

Mit Oracle Mobile Cloud Service können Entwickler Apps bauen, ohne Code schreiben zu müssen. Damit steigt Oracle in den App-Entwicklungsmarkt ein.

Oracle ist seit rund einem Jahr mit einem eigenen Entwicklungs-Tool für Mobile Apps am Markt vertreten. Mit Mobile Cloud Service bietet das Softwareunternehmen eine eigene Entwicklungsplattform an und befindet sich damit in Schlagdistanz zu bereits etablierten Branchenvertretern.

Auch wenn Oracle bisher nicht für seine Mobility-Produkte bekannt war, bot das Softwareunternehmen doch Entwicklungs-Tools für Java an. In den letzten Jahren hat Oracle den Support für andere Sprachen peu a peu ausgebaut. Im Juni genoß das Unternehmen dann eine erhöhte Aufmerksamkeit, da es sich mit seinen Mobile Cloud Services (MCS) einen Platz im Magic Quadrant für Mobile App Development Platforms von Gartner sichern konnte.

Oracle ist allerdings noch ziemlich neu in diesem Marktsegment, und das Unternehmen wird weiteren Zuspruch von seinen Kunden benötigen, um als ein führender Anbieter in diesem Bereich wahrgenommen zu werden, erläutert Van Baker, Research Vice President of Mobility bei Gartner.

„Oracle hat mittlerweile zu den restlichen Anbietern aufgeschlossen“, sagt Baker. „Der Grund, warum wir Oracle bisher nur in der Mitte des Anbieterfelds platziert haben, ist, dass dieser Prozess sehr schnell stattfand. Sie müssen sich einen führenden Platz daher noch verdienen.“

Mobile Cloud Service wurden im Juni 2015 veröffentlicht. Der Service bietet ein umfassendes Portfolio an Entwicklungs-Tools für mehrere Programmiersprachen und zusätzlich eine Anwendung zum Rapid Mobile Application Development (RMAD) ohne Code an. Allerdings liegt Oracle laut Gartner mit seiner Entwicklungs-Suite noch hinter etablierten Anbietern zurück, darunter IBM, Kony und Salesforce.

Bevor Oracle MCS auf den Markt brachte, bot der Softwarekonzern das Mobile Application Framework (MAF) an, welches nur Java unterstützt. MAF ist nun Teil der Mobile Cloud Services, die außerdem HTML5 und JavaScript unterstützen. Das Mobile Application Framework bietet den Vorteil, dass Entwickler den Code für verschiedene Betriebssysteme nur einmal schreiben müssen.

„JavaScript ist die am weitesten verbreitete Programmiersprache“, sagt Baker. „Oracle hatte bis zur Veröffentlichung von MCS kein Portfolio von Tools, mit dem sie konkurrieren konnten. Nun haben sie eins.“

Mit den Mobile Cloud Services versucht Oracle mit Anbietern wie Microsoft, IBM und Kony zu konkurrieren. Doch die haben einen Vorsprung am App-Entwicklungsmarkt, ist Jack Narcotta, Senior Analyst beim Marktforschungsunternehmen Technology Business Research, überzeugt: „Es gibt Unternehmen mit einem großen Namen und hoher Markenbekanntheit in diesem Bereich.“

Oracle hat sich einen Namen mit Datenbank-Management-Systemen (DBMS) gemacht, und wird sich auch künftig auf diesen Bereich konzentrieren. „Doch Unternehmen mit einem ähnlichen Hintergrund, zum Beispiel SAP, haben erfolgreiche Anwendungen im Enterprise-Mobility-Bereich veröffentlicht. Oracle kann das auch“, fügt Narcotta hinzu.

Was Oracle Mobile Cloud Service bietet

Eines der größten Feature von MCS ist ein RMAD-Tool mit dem Namen Mobile Application Accelerator (MAX), das einen Schritt-für-Schritt-Prozess für den Bau von Apps bietet, ohne Code schreiben zu müssen. Die Software stellt Entwicklern die Option zur Verfügung, die Frontend-Darstellung einer Anwendung zu konfigurieren. Daneben bietet es einen Katalog von APIs für entsprechende Backend-Services. Da es auf dem Mobile Application Framework aufbaut, können Entwickler eine einzige App ohne Code bauen, die für verschiedene Betriebssysteme bereitgestellt werden kann, einschließlich iOS, Android und Windows.

Die im Mai 2016 veröffentlichte Version Oracle Mobile Cloud Service 2.0 hat nun auch Standorterkennungsfunktion, die Entwickler in Apps implementieren können. Entwickler der AW Rostamani Group, einem Konglomerat aus verschiedenen Unternehmen, das Firmen im Automotive-, Immobilien und anderen Bereichen betreut, konnten bereits das Entwicklungs-Tool verwenden. Das Unternehmen verkauft rund 60.000 Autos pro Jahr in 72 Standorten. Mit den Mobile Cloud Services und der Standortfunktion hat das Unternehmen Apps entwickelt, mit denen sie den Standort aller Fahrzeuge verfolgen und spezifische Fahrzeuge finden können.

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„Jedes Mal, wenn jemand ein Auto anfordert, müssen wir nach einer spezifischen [Fahrzeugidentifikations-] Nummer suchen, so dass das Auffinden ohne die Apps nicht einfach ist“, sagt Sebastian Samuel, CIO der AW Rostamani Group.

Darüber hinaus kann das Unternehmen mit den Apps die Standorte der Vertriebs- und Servicemitarbeiter verfolgen und messen, wie viel Zeit sie mit Kunden verbringen. Sie können damit zusätzliche Informationen sammeln, zum Beispiel Verkaufs- und Lead-Daten, und diese in Diagrammen und Grafiken organisieren beziehungsweise abbilden.

In naher Zukunft plant AW Rostamani weitere Apps mit den Entwicklungs-Tools zu bauen, um ihren Papieraufwand zu verkleinern. Hierfür sollen Apps für Kostenabrechnungen und Arbeitsvisa entwickelt werden. „Wir wollen, dass unsere Geschäftsprozesse über Applikationen ausgeführt werden und dabei den E-Mail-Verkehr verringern, um die Effizienz und Produktivität zu verbessern“, sagt Samuel.

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