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8 Top-Netzwerk-Mapping-Tools und ihre Funktionen

Netzwerk-Mapping-Tools sind spezielle Anwendungen, um die Struktur und Konnektivität eines Netzwerks visuell darzustellen und IT-Teams beim Performance Monitoring zu unterstützen.

Netzwerk-Mapping-Tools sind speziell entwickelte Softwarelösungen, deren Aufgabe darin besteht, die Struktur und Konnektivität eines Computernetzwerks zu visualisieren. Diese Tools automatisieren das Netzwerk-Mapping. Dabei werden alle Geräte beziehungsweise Knoten innerhalb eines Netzwerks, ihre Konfiguration sowie die Art und Weise, wie sie miteinander kommunizieren, ermittelt und dokumentiert.

Durch die automatische Erkennung von Hardware wie Routern, Switches, Servern und Endpunkten erstellen diese Tools Diagramme oder Übersichten, die veranschaulichen, wie verschiedene Komponenten miteinander interagieren. Diese Visualisierung hilft IT-Administratoren und Netzwerktechnikern dabei, die Performance zu überwachen, Engpässe zu erkennen, Probleme zu beheben und Pläne für die zukünftige Skalierbarkeit zu entwickeln.

Die meisten modernen Netzwerk-Mapping-Tools bieten mehr als nur Visualisierung, da sie auch Echtzeit-Monitoring, Analytics und Reporting beinhalten, um den Traffic zu verfolgen, Anomalien zu identifizieren und die Kapazitätsplanung zu unterstützen. Für hybride Umgebungen, die On-Premises-, Cloud- und Remote-Systeme umfassen, ermöglichen diese Tools essenzielle Sichtbarkeit und Kontrolle, um Sicherheit, Compliance und operative Effizienz zu gewährleisten.

Warum sollten Sie Netzwerk-Mapping-Tools verwenden?

Netzwerk-Mapping-Tools sind zu einem wesentlichen Bestandteil des modernen IT-Infrastrukturmanagements geworden. Dies sind die wichtigsten Gründe, warum Unternehmen diese Tools nutzen sollten:

  • Verbesserte Sichtbarkeit.
  • Schnellere Fehlersuche und Problembehebung.
  • Proaktives Monitoring.
  • Intelligentere Planung und Optimierung.
  • Verbesserte Sicherheit und Compliance.
  • Integration in Monitoring- und Analytics-Lösungen.
  • Change Management. 

Verbesserte Sichtbarkeit

Netzwerk-Mapping-Tools bieten verbesserte Sichtbarkeit, indem sie einen klar strukturierten Echtzeitüberblick über die gesamte Infrastruktur liefern. Hierzu gehören Geräte, Verbindungen und Datenfluss. Diese Sichtbarkeit ist entscheidend, um verschiedene Netzwerktopologien nachzuvollziehen, insbesondere in hybriden oder standortübergreifenden Umgebungen. Ohne Mapping können versteckte oder vergessene Geräte zu Sicherheitsrisiken oder ineffizienten Abläufen führen.

Schnellere Fehlersuche und Problembehebung

Netzwerk-Mapping-Tools vereinfachen die Diagnose und Behebung von Netzwerkproblemen, indem sie eine visuelle Darstellung der gesamten Infrastruktur bieten. Diese Visualisierung ermöglicht es den IT-Mitarbeitern, Probleme schnell zu lokalisieren und genau das Gerät, die Verbindung oder das Segment zu identifizieren, bei dem ein Ausfall oder Engpass vorliegt – ohne Kabel manuell verfolgen oder komplexe Konfigurationsprotokolle durchforsten zu müssen. Durch die grafische Darstellung der Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Geräten ermöglicht die Übersicht auch eine schnellere Root-Cause-Analyse, da klar ersichtlich ist, welche Upstream- und Downstream-Komponenten betroffen sind.

Proaktives Monitoring

Viele Netzwerk-Mapping-Tools verfügen über Monitoring-Funktionen, die Administratoren auf Geräteausfälle, Performance-Einbußen oder Konfigurationsänderungen aufmerksam machen, bevor diese sich auf den Geschäftsbetrieb auswirken.

Intelligentere Planung und Optimierung

Netzwerk-Mapping unterstützt die Kapazitätsplanung, indem es Nutzungsmuster und Leistungsmetriken aufdeckt. Unternehmen sind dadurch in der Lage, fundierte Entscheidungen hinsichtlich Skalierung, Infrastruktur-Upgrades und Ressourcenzuweisung zu treffen.

Verbesserte Sicherheit und Compliance

Netzwerk-Mapping ist für die Verbesserung der Sicherheit und Compliance von entscheidender Bedeutung, weil es automatisch nicht autorisierte und falsch konfigurierte Geräte sowie potenzielle Schwachstellen in der gesamten Infrastruktur identifiziert. Darüber hinaus ist die detaillierte Dokumentation, die von Mapping Tools erstellt wird, unerlässlich, um die Einhaltung wichtiger branchenspezifischer Vorschriften wie DSGVO, PCI DSS und ISO-Standards nachzuweisen. Auf diese Weise können Sicherheitsteams und Auditoren die Topologie des Netzwerks schnell auf Lücken oder Risiken überprüfen.

Integration in Monitoring- und Analytics-Lösungen

Zahlreiche Netzwerk-Mapping-Tools lassen sich in Monitoring-Plattformen integrieren, um Echtzeit-Updates, Alarme und Analytics bereitzustellen. Diese Kombination gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung des Netzwerkzustands und eine proaktive Problemerkennung.

Change Management

Vor der Implementierung von Netzwerkänderungen können Administratoren Netzwerk-Mapping-Tools nutzen, um Abhängigkeiten zu erkennen und die Auswirkungen von Änderungen zu prognostizieren, wodurch das Risiko unbeabsichtigter Ausfälle oder Leistungseinbußen verringert wird.

Die wichtigsten Funktionen von Netzwerk-Mapping-Tools

Professionelle Netzwerk-Mapping-Tools sollen das Netzwerkmanagement durch Automatisierung, Visualisierung und aussagekräftige Einblicke optimieren. Moderne Netzwerk-Mapping-Tools verfügen in der Regel über die folgenden Funktionen:

  • Automatische Geräteerkennung.
  • Echtzeit-Updates.
  • Performance Monitoring.
  • Abhängigkeits-Mapping.
  • Reporting und Dokumentation.

Automatische Geräteerkennung

Netzwerk-Mapping-Tools erkennen Geräte in einem Netzwerk automatisch mithilfe von Protokollen wie SNMP, ICMP, CDP, LLDP oder WMI. Dadurch entfällt die manuelle Inventarisierung, und es wird sichergestellt, dass jedes Gerät, zum Beispiel Router, Switches, Server und Endpunkte, korrekt dargestellt wird.

Echtzeit-Updates

Moderne Tools überwachen das Netzwerk ständig und aktualisieren die Übersichten automatisch, wenn Geräte hinzugefügt, entfernt oder neu konfiguriert werden. So wird sichergestellt, dass IT-Teams stets einen genauen und aktuellen Überblick haben.

Performance Monitoring

Netzwerk-Mapping-Tools verfügen häufig über Funktionen zur Leistungsüberwachung. Sie beobachten wichtige Metriken wie Bandbreitennutzung, Latenz, Uptime und Gerätezustand. Viele Plattformen enthalten außerdem Alerting-Systeme, die Administratoren über Engpässe, Ausfälle oder ungewöhnliche Muster informieren, so dass schnellere Reaktionen möglich sind und Störungen minimiert werden.

Abhängigkeits-Mapping

Netzwerk-Mapping-Tools bieten zudem Abhängigkeits-Mapping (Dependency Mapping), das Upstream- und Downstream-Verbindungen zwischen Geräten und Anwendungen darstellt. Indem es zeigt, wie sich ein Ausfall in einem Bereich auf andere Bereiche auswirkt, verbessert Abhängigkeits-Mapping die Root-Cause-Analyse erheblich und reduziert die Downtime. Eine Studie von Oxford Economics aus dem Jahr 2024 ergab, dass Ausfallzeiten Global-2000-Unternehmen jährlich 400 Milliarden US-Dollar (circa 337 Milliarden Euro) kosten – ein durchschnittlicher Jahresverlust von 200 Millionen US-Dollar (circa 169 Millionen Euro) pro Unternehmen. Wenn IT-Teams die Auswirkungen von Problemen schnell erkennen, können sie diese präzise beheben.

Reporting und Dokumentation

Viele Netzwerk-Mapping-Tools enthalten ebenfalls Funktionen für Reporting und Dokumentation. Damit lassen sich detaillierte Inventaraufstellungen und Berichte für Audits, Compliance-Prüfungen oder die strategische Planung erstellen. Oft sind auch Vergleiche mit Verlaufsdaten verfügbar, mit denen Unternehmen die Entwicklung ihrer Netzwerke verfolgen und wertvolle Erkenntnisse für die Kapazitätsplanung gewinnen können.

Acht Netzwerk-Mapping-Tools

Die folgenden populären Netzwerk-Mapping-Tools werden häufig von Unternehmen eingesetzt:

  • Auvik
  • EdrawMax
  • ManageEngine OpManager
  • Microsoft Visio
  • Nmap
  • Paessler PRTG Network Monitor
  • SolarWinds Network Topology Mapper (NTM)
  • UVexplorer

Auvik

Auvik ist ein Cloud-basiertes Netzwerk-Mapping- und -Monitoring-Tool, das einen Echtzeiteinblick in die Netzwerk-Performance bietet. Es eignet sich besonders für IT-Teams sowie Managed Service Provider (MSP) und umfasst Funktionen wie Traffic-Analyse, Konfigurationsmanagement und Remote-Zugriff. Die benutzerfreundliche Oberfläche von Auvik erfordert nur eine minimale Einarbeitung und empfiehlt sich somit für Teams, die nach effizienten Optionen für das Netzwerkmanagement suchen.

EdrawMax

Bei EdrawMax handelt es sich um ein vielseitiges Diagramm-Tool, mit dem Benutzer Netzwerkdiagramme für LAN-, WAN- und Cloud-Netzwerke erstellen können. Es verfügt über eine Drag-and-Drop-Oberfläche und bietet Vorlagen für verschiedene Arten von Netzwerkvisualisierungen, so dass sich professionell aussehende Diagramme einfach gestalten lassen. Benutzer können ihre Diagramme in verschiedenen Formaten exportieren, was die Weitergabe und Verwendung in Präsentationen erleichtert.

ManageEngine OpManager

ManageEngine OpManager ist ein Netzwerk-Monitoring- und -Management-Tool, mit dem IT-Teams den Zustand, die Leistung und die Verfügbarkeit ihrer Netzwerkgeräte, Server und Anwendungen überwachen können. Es bietet Echtzeit-Dashboards, Alarme und Netzwerk-Mapping, um die Konnektivität zu visualisieren und Probleme in komplexen Infrastrukturen schnell zu erkennen.

Microsoft Visio

Mit Microsoft Visio, einem Diagramm- und Visualisierungs-Tool, lassen sich detaillierte Netzwerkübersichten und IT-Infrastrukturdiagramme erstellen. Es bietet Vorlagen und Drag-and-Drop-Funktionalität, um Geräte, Verbindungen und Netzwerklayouts visuell darzustellen. Visio wird vielfach von IT-Fachleuten verwendet und hilft dabei, Netzwerkstrukturen klar und effizient zu planen, zu dokumentieren und zu vermitteln.

Nmap

Nmap ist ein kostenloses Open Source Tool, mit dem Geräte in einem Netzwerk erkannt und erfasst werden können. Das Programm identifiziert aktive Hosts, offene Ports, laufende Dienste sowie Betriebssysteme und hilft IT-Teams dabei, die Netzwerktopologie zu visualisieren und Sicherheitsrisiken abzuschätzen. Nmap kommt häufig für Netzwerkmanagement, Troubleshooting und Sicherheitsaudits zum Einsatz. Es ermöglicht detaillierte Einblicke in die Verbindungen zwischen Geräten und identifiziert potenzielle Schwachstellen.

Paessler PRTG Network Monitor

Der Paessler PRTG Network Monitor ist ein umfangreiches Monitoring Tool, das unter anderem integrierte Netzwerk-Mapping-Funktionen enthält. Es kann Geräte in einem Netzwerk automatisch erkennen und in strukturierte Übersichten einbinden. Zudem steht ein Drag-and-Drop-Editor zur Verfügung, mit dem sich individuelle Anpassungen vornehmen lassen. Paessler bietet darüber hinaus Monitoring und Alarme in Echtzeit. Damit eignet sich das Tool ideal für IT-Teams, die sowohl ein umfassendes Netzwerk-Monitoring als auch eine visuelle Darstellung ihrer Infrastruktur benötigen.

SolarWinds NTM

SolarWinds NTM ist dazu gedacht, Netzwerktopologien zu erkennen und zu visualisieren. Das Tool automatisiert die Netzwerkerkennung mithilfe von Protokollen wie SNMP, ICMP sowie WMI und erstellt detaillierte Netzwerkübersichten und Segmentierungsdiagramme. Es unterstützt Unternehmen außerdem dabei, Diagramme zu Compliance-Zwecken auf dem neuesten Stand zu halten. SolarWinds NTM ist ideal für Unternehmen, die detaillierte, genaue und Compliance-konforme Netzwerkvisualisierungen brauchen.

UVexplorer

UVexplorer ist ein Netzwerkerkennungs- und -Mapping-Tool, das auf Einfachheit und Effizienz ausgelegt ist und sich insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eignet. Es erfasst detaillierte Gerätebestände und erstellt aussagekräftige Netzwerkübersichten, die Einblicke in die Netzwerkstruktur und -konnektivität bieten.

Hinweis der Redaktion: Die Liste der Netzwerk-Mapping-Tools wurde auf der Grundlage unabhängiger Recherchen von Informa TechTarget erstellt und stellt kein Ranking dar, sondern ist alphabetisch geordnet.

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