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2026: Cybergefahren und KI sind die größten Risiken

Firmen aller Größen stufen Cybervorfälle als ihr größtes Geschäftsrisiko ein. Weltweit macht KI den größten Sprung nach oben und landet auf Platz 2 der Risiken für Unternehmen.

Das sind unter anderem die Ergebnisse des Allianz Risk Barometer 2026. Dieser jährliche Bericht umfasst in diesem Jahr die Antworten von 3.338 Befragten aus 97 Ländern und Gebieten.

Sowohl bei der weltweiten Betrachtung als auch bei den deutschen Ergebnissen landen Cybervorfälle auf Rang 1 der größten Risiken für Unternehmen. Die nunmehr seit einiger Zeit anhaltende Spitzenposition der branchenübergreifenden Bedrohung für den Geschäftsbetrieb von allen Unternehmen spiegele die aktuelle Bedrohungslandschaft wider. Diese sei durch geopolitische und regulatorische Veränderungen nicht einfacher geworden. So seien insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aufgrund fehlender Ressourcen zunehmend ins Visier von Angreifern geraten. Ähnliches haben bereits frühere Untersuchungen ergeben.

Weltweit macht das Thema künstliche Intelligenz den größten Sprung bei den Risiken für Unternehmen und landet nun auf Rang 2. Also deutlich vor Betriebsunterbrechungen, Regulierung und Gesetzgebungen oder auch politischen Risiken oder makroökonomischen Herausforderungen. In Deutschland rangiert KI auf Rang 4 der Risiken, hier liegen Betriebsunterbrechungen auf Rang 2. Auf dem dritten Platz folgen hierzulande Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung. Bei Betriebsunterbrechungen muss natürlich immer berücksichtigt werden, dass hierfür mannigfaltige Ursachen verantwortlich sein können - von Cybervorfällen bis hin zu Naturkatastrophen.

In Deutschland machen insbesondere Cybervorfälle und Betriebsunterbrechungen Unternehmen Sorgen. Künstliche Intelligenz landet auf dem vierten Rang.
Abbildung 1: In Deutschland machen insbesondere Cybervorfälle und Betriebsunterbrechungen Unternehmen Sorgen. Künstliche Intelligenz landet auf dem vierten Rang.

KI als eines der größten Risiken für Unternehmen

Das Thema KI wird nun von Unternehmen weltweit mit 32 Prozent als zweitgrößtes Risiko für Unternehmen eingestuft. Das Thema Neue Technologien, worunter KI im Vorjahr fiel, rangierte damals auf Rang 10. In den USA, im asiatisch-pazifischen Raum, in Afrika und im Nahen Osten landet KI auf Rang 2. In Europa auf Platz 3. Grund hierfür sei unter anderem, dass die Einführung von KI immer schneller voranschreite. Dies habe zur Folge, dass die Einbindung in das Kerngeschäft immer tiefer gehe. Und daraus resultierend, erwarten die Befragten eine Zunahme der KI-bezogenen Risiken, dies insbesondere auch im Hinblick auf Haftungsfragen. So habe der zunehmende Einsatz generativer KI in der Praxis das Bewusstsein dafür geschärft, welchen Risiken Unternehmen damit ausgesetzt seien.

„Unternehmen sehen KI zunehmend nicht nur als eine leistungsstarke strategische Chance, sondern auch als eine komplexe Quelle für operative, rechtliche und Reputationsrisiken. In vielen Fällen schreitet die Einführung schneller voran, als Governance, Regulierung und Unternehmenskultur mithalten können“, so Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz.

Unternehmen würden sich zudem den zunehmenden Herausforderungen bewusst. So befänden sich viele noch in einer Pilot- oder Testphase hinsichtlich des KI-Einsatzes. Die Gruppe derer, die KI unternehmensweit einsetzen, sei noch begrenzt. Dies zeige die Kluft zwischen Ambitionen und Realität.

Neben Cybervorfällen betrachten weltweit Unternehmen künstliche Intelligenz als Risiko für ihren Geschäftsbetrieb. Politische Risiken und Gewalt landen auf der bisher höchsten Platzierung für dieses Thema.
Abbildung 2: Neben Cybervorfällen betrachten weltweit Unternehmen künstliche Intelligenz als Risiko für ihren Geschäftsbetrieb. Politische Risiken und Gewalt landen auf der bisher höchsten Platzierung für dieses Thema.

Apropos Ambitionen, die Investitionen und Erwartungen würden steigen, aber der geschäftliche Nutzen bleibe möglicherweise aus. Vielerorts würde auch die zunehmende operative Belastung durch die Einführung von KI erkannt. Und, obwohl viele Unternehmen KI nach wie vor eher als vorteilhaft als risikobehaftet betrachten, würde sie von vielen mittlerweile als eigenständige und komplexe Risikokategorie eingestuft.

„2026 werden immer mehr Unternehmen versuchen den Einsatz von KI auszuweiten. Sie werden sich vermehrt mit Problemen hinsichtlich der Systemzuverlässigkeit, Datenqualität, Integrationshürden und dem Mangel an qualifizierten Fachkräften konfrontiert sehen. Gleichzeitig entstehen neue Haftungsrisiken im Zusammenhang mit automatisierten Entscheidungsprozessen, voreingenommenen oder diskriminierenden Modellen, dem Missbrauch geistigen Eigentums und der Ungewissheit darüber, wer haftet, wenn durch KI generierte Ergebnisse Schaden verursachen.“, so Ludovic Subran.

Politische Risiken, Marktentwicklung und Klimawandel

Angesichts der täglichen Nachrichtenlage nicht unbedingt erwartbar landen bei der Betrachtung der deutschen Befragten das Thema Politische Risiken auf Rang 10 - im Vorjahr noch auf Rang 6 zu finden. Das Thema Klimawandel wird unverändert auf Rang 7 eingeordnet, auch hier können ja wie bei anderen Wechselbeziehungen zu Ursachen bei Betriebsunterbrechungen oder Naturkatastrophen bestehen. Marktentwicklungen werden von deutschen Befragten hingegen als größeres Risiko eingestuft als im Vorjahr.

Weltweit sieht die Betrachtung etwas anders aus, hier landen politische Risiken und Gewalt auf Rang 7. Dies sei die höchste Platzierung seit Bestehen des Risk Barometers. So würden 51 Prozent der Befragten eine Lähmung der globalen Lieferketten aufgrund eines geopolitischen Konflikts für das wahrscheinlichste Black-Swan-Szenario halten, das in den nächsten fünf Jahren eintreten könnte.

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