vCHS und vCAC: VMwares Wandlung zum Cloud-Services-Provider

VMware ist unbestreitbar auf dem Weg in die Cloud. Welche Rolle spielen dabei vCloud Hybrid Services (vCHS) und vCloud Automation Center (vCAC)?

VMware ist der unbestrittene König der Virtualisierungswelt. Allerdings wechseln immer mehr Unternehmen mit ihren Servern in die Cloud, wo VMware nicht zu den Platzhirschen gehört. Um ein Cloud-Modell mit VMware zu erstellen, müssen Unternehmen einiges beachten.

Generell stellt sich  die Frage, ob das Unternehmen seine Versprechen im Zusammenhang mit verschiedenen Cloud-Lösungen halten kann. Mit vielen neuen Produkten, Versionen und Meldungen in den vergangenen Monaten hat VMware zwar versichert, dass es definitiv eine Cloud-Offensive geben wird und dass VMware-Kunden vom Wechsel in einen Cloud-zentrierten Ansatz mit neuen Diensten profitieren sollen. Aber noch ist nicht sicher, ob die vorgestellten Möglichkeiten und Dienste ausreichen werden, auch Neukunden in VMware-Infrastrukturen zu ziehen.

Dies ist nur eine der vielen Fragen, die IT-Experten an VMware haben, wenn es um die Cloud-Strategie des Unternehmens geht. Mit ihnen beschäftigt sich der folgende Beitrag.

Was geschah mit vCloud Director?

Bei seinen Bemühungen, mehr Unternehmen für die eigenen Cloud-Technologien zu begeistern, hat VMware seine Karten neu gemischt und auch neue Dienste wie vCloud Director aufgenommen. Während der VMworld 2013 im vergangenen August teilte der Anbieter mit, seine Kompetenz bezüglich vCloud Director auch in andere Teile seiner vCloud Suite, vCloud Automation Center und vCenter, einfließen zu lassen. Obwohl das keine Besonderheit ist, sagte ein Sprecher von VMware, es sei anzunehmen, dass vCAC Funktionen wie Mandantenverwaltung erhalten werde und vCenter das virtuelle Datenzentrum in der Cloud verwalten soll.

Aber was passiert mit bestehenden vCD-Kunden? Aufgrund der jüngsten Migrationsfragen versicherte VMware seinen Kunden, es werde einen reibungslosen Übergang geben und Stand-alone-vCD Kunden würden in die vCloud-Suite verschoben werden. vCloud-Suite-Kunden sollten speziell auf vCAC setzen - mithilfe von Migrations-Tools.

Was ist VMware vCAC und welche Dienste sind hier enthalten?

Nachdem vCloud Director bekannt war, lernten VMware-Kunden mehr über das vCloud Automation Center (vCAC). VMware vCAC baut auf DynamicOps auf. Dieses Unternehmen wurde im Jahr 2012 übernommen. Die Technologien von DynamicOps werden jetzt mehr und mehr in die VMware-Cloud-Technologien übernommen. Die Funktionen werden in vCAC integriert, um VCDs-Hüllen zu unterstützen. Im Dezember teilte VMware bereits mit, dass vCAC 6.0 Enterprise Edition den Application Director enthält, bisher als vFabric Application Director bekannt. Die Technologie wird in Data Director und vCenter Orchestrator integriert.

Welche Veränderungen wird VMware mit Hybrid-Cloud-Service durchführen?

Das Abkündigen von vCloud Director ist nicht die einzige Nachricht seitens VMware zum Cloud-Markt mit den eigenen Produkten. Experten sind der Meinung, dass die Einführung von vCloud Hybrid Service (vCHS) der Schlüssel zur Verbreitung von VMware in der Cloud sein kann. Zuvor weigerte sich VMware, einen eigenen Public-Cloud-Service anzubieten und verwies Virtualisierungskunden stattdessen an Partner wie Bluelock und CSC. Außerdem wurde dazu geraten, das vCloud-Connector-Tool zu verwenden. Doch mit der Einführung der vCloud Hybrid Services im Jahr 2013 hat VMware seinen Kurs geändert.

Warum sollte Ihr Unternehmen VMwares vCloud Hybrid Service nutzen?

Wenn Sie bereits Kunde von VMware sind, können Sie generell mit vCHS einen nahtlosen Übergang zu Public-Cloud-Services vollziehen. Für viele Firmen ist das der Weg des geringsten Widerstandes. Zusätzlich haben Sie bereits Personal und Know-how im Haus, um Probleme bei der Umstellung von virtuellen Umgebungen zur Cloud in den Griff zu bekommen. Für Nicht-Kunden indes halten sich die Vorzüge der Umstellung in Grenzen.

Shawn Wiora, Chief Information Officer von Creative Solutions in Healthcare, wollte eigentlich Cloud-Dienste von Microsoft – genauer Microsoft Azure – einsetzen. Doch als er bei der Migration auf Probleme stieß, kam ihm VMware zu Hilfe. VMware bot Wiora kostenlose Schulungen und Implementierungs-Services an, wenn er zu vCHS wechseln würde. Laut VMware-CEO Pat Gelsinger ist genau dies der Weg, den sein Unternehmen beschreitet, um zu erreichen, dass sich Kunden mit unterschiedlichen Ansprüchen und Umgebungen für VMware entscheiden, wenn es um Cloud-Strategien geht.

Hat VMware im Cloud-Markt wirklich eine Chance gegen Amazon?

Sechs Monate nach der allgemeinen Verfügbarkeit der vCloud Hybrid Services behauptete VMware, es würden bereits Hunderte von Unternehmenskunden auf das Produkt setzen. Zwar hat der Hersteller durchaus einige Veränderungen vollzogen, um ein Cloud-zentriertes Unternehmen zu werden. Aber um wirklichen Erfolg zu haben, müssen noch sehr viel mehr Kunden auf VMwares Cloud-Portfolio setzen. Im Vergleich zu Amazon Web Services (AWS) ist die Kundenzahl bei VMware noch viel zu gering.

"Heute sehen wir eine Welt, die gespalten ist in Anbieter wie Amazon, die quasi in der Cloud geboren sind und für tolle Next-Gen-Targeting-Apps stehen, und in andere Anbieter, die traditionelle Apps in ihrer Produktpalette haben", erklärt Bill Väter, Senior Vice President und General Manager der VMware Hybrid Cloud Business Unit, unserer Schwesterpublikation SearchCloudComputing.com. "Doch wenn Sie ein x-beliebiges Unternehmen fragen, was es wirklich will, werden sie hören: Wir brauchen jemanden, der beides kann." Und das ist der Grund, warum er glaubt, dass VMware durchaus eine Chance gegen AWS hat.

Aber mit vCHs und Disaster Recovery-as-a-Service (DRaaS) in der Beta werden potenzielle Cloud-Kunden mindestens bis September warten müssen, wenn vCHs in die allgemeine Verfügbarkeit geht. Erst dann können sie feststellen, ob sich das Produkt für sie lohnt.

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