prevero übernimmt Winterheller

Der BI-Anbieter prevero hat heute die Übernahme von Winterheller bekanntgegeben. Damit konsolidiert sich die deutsche BI-Landschaft weiterhin.

Heute gab prevero die Übernahme von Winterheller bekannt - eine weitere Konsolidierung in der deutschen BI-Landschaft. Winterheller hatte vor allem in den Jahren 2008-2009 erhebliche Schwierigkeiten, fing sich dann aber 2010 wieder. prevero hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und wächst nun auf mehr als die doppelte Größe, da hier der kleinere (aber dynamischere) Anbieter den größeren (aber angeschlagenen) übernimmt.

Mit zirka 130 Mitarbeitern und von uns geschätzten acht Millionen Software-Umsatz in Deutschland und 13 Millionen Euro Gesamt-Umsatz entsteht durch den Zusammenschluss ein neuer größerer mittelständischer BI-Spezialist, der sich knapp unterhalb der von amerikanischen Anbietern (außer SAP) dominierten Top 10 der BI-Anbieter in Deutschland platzieren sollte.

Softwareseitig handelt es sich im Kern eher um komplementäre Lösungen. Prevero bietet eine Plattform, auf deren Basis Planungs-, Analyse- und Reportinglösungen entwickelt werden können. Winterheller verfolgt den Ansatz der standardisierten Finanzplanung, die von einer eingebauten betriebswirtschaftlichen Logik unterstützt wird. Dieser starke Planungskern von Winterheller wird durch Analyse- und Reportinglösungen von Partnern ergänzt, z.B. Bissantz, QlikTech und Cubeware.

In einem perspektivischen Zusammenwachsen der Produktlinien könnten genau diese ergänzenden Funktionen für Winterheller von prevero gestellt werden, während die beiden Planungsansätze der Produkte sicherlich parallel weitergeführt werden können: Einerseits eher der offene Planungsplattformansatz von prevero, der hohe Flexibilität und Funktionen für verteilte Planung unterstützt und tendenziell eher von größeren Unternehmen eingesetzt wird; auf der anderen Seite Winterheller mit dem hohen Grad an Standardisierung und Vordefinition für die Finanzplanung, die tendenziell eher von kleineren Unternehmen oder kleineren Gruppen im Unternehmen eingesetzt wird (auch wenn Winterheller mit neuen Entwicklungen jetzt auch auf größere Szenarien abzielt).

Technisch gesehen sind die Lösungen unterschiedlich entwickelt (Winterheller auf .NET und prevero auf Java). Dies verhindert ein schnelles Verschmelzen der Applikationen. Ein Zusammenspiel ist dennoch gut möglich, da beide Lösungen eine relationale Datenbank, präferiert den Microsoft SQL Server, als Basis nutzen. Die mit Winterheller geplanten Daten können von prevero so direkt aus der Datenbank zum Beispiel in Berichte aufbereitet werden.

Insgesamt macht prevero einen deutlichen Sprung auf der deutschen BI-Softwarelandkarte. Bisher überwiegend nur in der Branche Energieversorger verbreitet kann nun ein deutlich breiteres Marktsegment noch besser adressiert werden. Zu den ehrgeizigen Expansionsplänen paßt auch die kürzliche Einstellung des ehemaligen QlikTech Deutschland Geschäftsführers Ulrich Beckmann. Wir können also davon ausgehen, dass prevero deutlich sichtbarer wird und sowohl den größeren BI-Anbietern als auch den Rivalen im Planungsbereich wie Corporate Planning ein stärkerer Wettbewerber erwachsen kann.

Über den Autor:

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2011 aktualisiert

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