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Wie Salesforce mit Einstein die KI-Welle antreibt

Salesforce Einstein ist die nächste Stufe intelligenter Sales- und Marketing-Systeme für die das Unternehmen auf seiner Hausmesse Dreamforce warb.

Salesforce schließt eine große Wette darauf ab, die Versprechen der künstlichen Intelligenz einzulösen. Außerdem möchte es damit das nächste Kapitel seines beispiellosen Wachstums anfachen. Mit einer Flut von Akquisitionen in den letzten Jahren und der Integration von Analytics Tools in seine Plattform, möchte Salesforce neue intelligente Systeme zu seinen Kunden bringen.

Nachdem Salesforce die Vorteile seiner Analytics-Plattform Wave bewarb, war das Unternehmen in den letzten zwei Jahre auf Einkaufstour, um Unternehmen und talentierte Teams zu übernehmen, die einen Querschnitt der Branche abbilden. Das Ziel: die Einbettung künstlicher Intelligenz (KI) in jeden Aspekt seiner Tätigkeiten und Angebote unter dem Namen Einstein.

Das Marketing Team des Anbieters hat bereits die PR-Maschine angeschmissen, um den Hype für seine neue KI-Plattform anzufachen, die eine neue Generation von intelligenten Diensten beheimatet und die analytischen Fähigkeiten von IBM Watson herausfordern soll. Der stetige Strom von Nachrichten, Interviews mit CEO Marc Benioff und Briefings während der Salesforce-Hausmesse Dreamforce Anfang Oktober 2016, sollten die Erwartungen noch steigern.

Jeder, der bereits einige Jahre in der Branche tätig ist, kennt das regelmäßige Aufleben des KI-Begriffs. Das Konzept künstliche Intelligenz (oder Artificial Intelligence) existiert bereits eine längere Zeit und gewann vor allem in den 1980er und 90er Jahren durch Innovationen bei der Softwareentwicklung und Moore’s Law (Mooresches Gesetz) viel Aufmerksamkeit.

Trotz der enormen Leistungen während dieser Zeit, die auch die Art und Weise verändert haben, wie viele Branchen noch heute arbeiten, verblasste der Hype und viele sahen KI als gescheitert an. Die Realität ist, dass die M2M-Fortschritte (Machine-to-Machine) der letzten zehn Jahre durch die KI-Entwicklungen der erste Generation angetrieben wurden.

Die Cloud, Open-Source-Software und eine Reihe anderer neuerer technologischer Entwicklungen haben eine neue Generation von KI-Technolgien erzeugt. Unternehmen wie Salesforce, Microsoft und Oracle versuchen, diese in praktisch alle Anwendungen zu integrieren. Das hat auch dazu beigetragen, dass Interesse am Internet der Dinge anzufachen.

Dennoch ist es selten, dass in der Buzzword-verrückten IT-Industrie alte Begriffe wie KI auferstehen, um neue Marktchancen zu fördern. Künstliche Intelligenz wird mittlerweile als kritische Komponente betrachtet, um operative Effizienz, Kundenbindungen sowie Produkt- und Servicequalität zu verbessern.

Mit dem stetigen Strom von Akquisitionen verfolgt Salesforce seine Vision einer KI-Plattform. Das Unternehmen hat 2016 Übernahmen im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar abgeschlossen, einschließlich dem Kauf von BeyondCore, einem Enterprise-Analytics-Unternehmen für 110 Millionen Dollar im Juli 2016.

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Während der letzten neun Monate hat Salesforce außerdem das Sprachverarbeitungs-Start-up Metamind, das Data Center Analytics Start-up Coolan, den Datenspezialisten Implisit Insights sowie den Open Source Machine-Learning-Anbieter PredictionIO übernommen. Bereits 2014 hat Salesforce RelateIQ für 390 Millionen Dollar gekauft.

Diese Akquisitionen kommen zusätzlich zu vorherigen Einkäufen, welche die funktionalen Fähigkeiten von Salesforce stärken und generell frische Ideen für die Erzeugung neuer Cloud-basierter Tools bringen sollen. Die Käufe sollen außerdem die internen Abläufe des Unternehmens und den Support für das rapide wachsende Portfolio optimieren.

Salesforce hat dazu beigetragen, die Messlatte für Analytics am SaaS-Markt hochzusetzen, indem es Management Dashboards in seine Basisanwendungen bereits vor Jahren integrierte. Das Unternehmen hat nicht nur seine grundlegenden Funktionen weiterhin verbessert, sondern Drittanbieter-Entwickler dazu ermutigt, eigene Analytics-Anwendungen anzubieten, die sich mit den Salesforce-Lösungen integrieren lassen.

Salesforce hat darüber hinaus dafür geworben, die Fähigkeiten der eigenen Kunden zu fördern, so dass sie datenversierter geworden sind. Zudem bietet es die Möglichkeit, Entwickler mit Basiswissen auszustatten, so dass sie mit der Salesforce-Entwicklungsplattform arbeiten können.

Salesforce hat die Akquisitionen dafür verwendet, sein Cloud-Angebot auszubauen, einschließlich ExactTarget, um die Marketing Cloud anzufachen, und Demandware, um in den E-Commerce-Bereich vorzudringen. Zudem kaufte Salesforce SteelBrick für 360 Millionen Dollar, einem Lösungsanbieter für die Preis- und Angebotserstellung.

Obwohl Salesforce daran arbeitet, eine umfassende 360-Grad-Kundensicht zu bieten, damit Unternehmen besser ihre Anforderungen verstehen, hat der Cloud-Anbieters es bisher nicht geschafft, alle Akquisitionen vollständig in eine einzige Plattform zu integrieren, mit der sich alle Funktionsbereiche einsehen lassen. Dieser Umstand macht es für seinen Vertrieb umso schwerer, die neuen Angebote zu verkaufen, da dies die Integration professioneller Beratungspartner erfordert.

Salesforce liefert weiterhin beeindruckende Finanzergebnisse, doch es gibt bereits Anzeichen, dass sich das Wachstum in Zukunft verlangsamen könnte. Während Salesforce die Erwartungen der Börse erfüllen möchte, besteht am Ende kein Zweifel, dass es alle Akquisition in einem KI-Portfolio verschmelzen muss, damit seine Ressourcen intelligenter zusammenarbeiten.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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