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Wie SAP NetWeaver 7.5 in das SAP-Integrations-Portfolio passt

Die SAP-Integrationslandschaft ist übersät mit Anwendungen. Ist SAP NetWeaver 7.5, HANA Cloud Platform oder HANA Cloud Integration die beste Option?

Ein Großteil der Diskussion rund um Integration, Anpassung und Erweiterung von SAP-Anwendungen dreht sich heute um die nativen iPaaS-Angebote (Integration Platform as a Service) SAP HANA Cloud Platform und SAP HANA Cloud Integration.

Gleichzeitig betreiben viele SAP-Kunden ihre SAP-ERP-Anwendungen immer noch in einer On-Premise-Umgebung. Es stellt sich daher die Frage: Ist nicht NetWeaver die zentrale Integrationsplattform für SAP? Das letzte Release von SAP NetWeaver 7.5 scheint dies zu bestätigen. Doch wie passt NetWeaver in das Integrationsportfolio von SAP?

„Ich denke, dass NetWeaver aktuell wieder auflebt, doch es wird nie das glamouröse Tool sein über das jeder spricht und für das Konferenzen veranstaltet werden“, sagt Joshua Greenbaum, Principal Analyst bei Enterprise Applications Consulting. „Die wesentliche Rolle von NetWeaver ist, der Klebstoff zu sein, der die zwei große Themen in der SAP-Kundenbasis zusammenhält: Es verbindet die On-Premise- mit der Cloud-Welt, und es soll dazu beitragen, Prozesse zu orchestrieren und Prozesssilos zu beseitigen.“

Das wichtigste traditionelle NetWeaver-basierte Tool für die Integration und Erweiterung ist SAP Process Orchestration, auf das SAP immer häufiger verweist. „SAP Process Orchestration hat sich seit einiger Zeit zu einem unserer zentralen Angebote entwickelt“, sagt Sindhu Gangadharan, Vice President und Leiter des Produkt-Managements für SAP HANA Cloud Integration, Process Integration und Financial Services Network.

„Wir haben haben Prozessintegration, Business Process Management (BPM), Business Rules Management sowie Gateway- und B2B-Funktionen vereint und bieten das im Lösungspaket Process Orchestration an“, erläutert Gangadharan. „Wir haben es außerdem mit einem Angebot verknüpft, das nativ auf HANA aufbaut und SAP Operational Process Intelligence heißt.“

SAP-Integration ist ein umfangreiches Portfolio

Wenn man heute mit SAP über Integration redet, wird eine Sache schnell klar: Es gibt kein einzelnes Produkt, dass die SAP-Integration dominiert. SAP hält Process Integration als Teil eines breit gefächerten Portfolios von Integrations- und Orchestrierungs-Tools bereit, die Kunden verwenden können, um ihre jeweiligen Geschäftsziele zu erreichen.

Es gibt allerdings Unterschiede im Funktionsumfang der verschiedenen Integrationsangebote von SAP. „In Bezug auf [Forschungs- und Entwicklungs-] Investitionen, liegt der Fokus primär auf der Cloud. Wir bringen diese Investitionen allerdings auch in die On-Premise-Umgebungen unserer Kunden“, sagt Gangadharan.

Als Konsequenz unterstützt SAP HANA Cloud Integration (HCI) nicht nur Cloud-zu-Cloud- sondern auch Cloud-zu-On-Premise-Integrationen, einschließlich Nicht-SAP-Anwendungen. „Das spiegelt sich auch auf Cloud-Seite mit unseren API-Management-Lösungen wider, denn wie man sich vorstellen kann, ist iPaaS in der Regel ein Enterprise Service Bus plus API-Management-Schicht“, erklärt Gangadharan. Die SAP-Integrationsambitionen für HCI beschränken sich aber nicht auf die Cloud.

Das SAP-Integrationsportfolio hat aber noch mehr zu bieten. Zum Beispiel bietet jede Cloud-basierte Branchen- beziehungsweise Fachbereichslösung von SAP (etwa SuccessFactors) eigene Integrationskomponenten, die eine Out-of-the-Box-Integration unterstützen.

„In NetWeaver 7.5 haben wir einige der Core Runtimes aus unsere Cloud Middleware genommen und sie in Process Orchestration integriert, so dass unsere bestehenden Kunden ein Sprungbrett zu den Cloud-Middleware-Funktionen erhalten und sie die nativen Integrationsfähigkeiten in Process Orchestration ausführen können“, erläutert die SAP-Expertin.

In das API-Management eintauchen

Während sich die gängige Integration darauf konzentriert, Prozess- und Synchronisationsdaten zu verketten, stellt SAP auch eine erhöhte Nachfrage für ein anderes Innovationsprojekt fest: Apps. „Jede Abteilung möchte heute neue Apps beziehungsweise kleinere Apps zusätzlich zum Kernsystem bauen“, sagt Christoph Liebig, Produkt-Manager und Lead Solution Architect bei SAP.

„Wenn man das machen möchte, wie bekommt man die Produktstammdaten oder Kundenstammdaten – oder auch Nicht-SAP-Daten – in eine mobile App oder Logistikportale, die Sie einem Supply-Chain-Partner zur Verfügung stellen möchten?“, fragt Liebig. „Das ist der Punkt, an dem API-Management ins Spiel kommt. Hier positionieren wir SAP API Management, da es eine einfache Möglichkeit bietet, Daten aus all unseren SAP-Kernanwendungen herauszuziehen.“

SAP API Management wird sowohl als On-Premise-Installation als auch als On-Demand-Service innerhalb der SAP HANA Cloud Platform angeboten.

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Wenn man SAP Process Orchestration für die On-Premise- zu On-Premise-Integration sowie für die Integration zu Cloud-basierten Anwendungen verwenden kann, und wenn man ebenfalls das Cloud-basierte HCI für die Cloud-zu-On-Premise-Integration einsetzen kann, welche Integrationsmethode sollte man wählen?

„Wenn man einen steigenden Bedarf für die Cloud-zu-Cloud-Integration sieht, dann sollte man unser HANA-Cloud-Integration-Angebot in Betracht ziehen“, sagt Gangadharan. „Ist man dagegen hauptsächlich On-Premise aktiv oder möchte aus der Cloud in eine On-Premise-Umgebung integrieren, kann man NetWeaver 7.5 einsetzen. Das gilt vor allem jetzt, da man von den Vorteilen der beigefügten Integrationspakete profitiert, die kontinuierlich in unseren SAP-Cloud-Branchenlösungen veröffentlicht werden.“

Das Ergebnis ist, dass SAP Integrations-Tools, Pakete und Lösungen zu erst für seine Cloud-basierten Anwendungen anbietet und über SAP HCI diese Feature für SAP Process Orchestration (zum Beispiel NetWeaver) ausrollt. Zudem liefert es mit SAP API Management ein zusätzliches Tool.

Auch wenn einige der Tools überlappende Funktionen bieten, hängt die Entscheidung, welche Integrationslösung zum Einsatz kommt, letztlich davon ab, welches Deployment-Modell in einem Unternehmen In-house unterstützt werden kann (oder nicht) – oder, um es einfacher auszudrücken, ob es ein Cloud- oder On-Premise-Modell bevorzugt.

Der Integrationsdruck wächst

„Was derzeit passiert, unabhängig davon, ob eine SAP-, Workday- oder Salesforce-Anwendung eingesetzt wird, ist, dass Integration und Orchestrierung immer zwingender erforderlich werden, da zum Beispiel Personal-Management und CRM nicht mehr allein stehen“, sagt Analyst Greenbaum. Er weist außerdem darauf hin, dass SAP unter dem zunehmenden Druck steht, die Integration, auch mit Nicht-SAP-Anwendungen, einfacher als zuvor zu machen.

„Heute werden CRM-, Supply-Chain- und Logistik-Anwendungen auch als Service angeboten. Die tiefe Integration ist daher sehr wichtig, und das ist es, was den Erfolg oder Misserfolg der nächsten Generation von SAP-Funktionalitäten bestimmt: Wie gut ist es integriert? Wie einfach lässt es sich integrieren? Wie robust sind die Änderungen?“, sagt Greenbaum abschließend.

 

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