Unified Network Management – die Grundlagen

Unified Network Management überwacht alle Endpunkte im Netzwerk, egal ob LAN oder WLAN. Der Vorteil: Eine Oberfläche für alle wichtigen Aufgaben.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Nutzer meldet, dass das WLAN im Konferenzraum nicht funktioniert. Nachdem der Helpdesk feststellt, dass das Problem nicht am Endpunkt liegt, loggt sich der Netzwerk-Admin in die Management Konsole der WLAN-Infrastruktur um eine Diagnose zu fahren. Der Access Point ist weder überlastet, noch fehlerhaft konfiguriert oder kaputt. Es gibt keine Interferenzen. Der WLAN-Controller funktioniert ebenfalls einwandfrei.

Geht es nach der Konsole, ist alles in Ordnung. Allerdings erhält der Helpdesk nur ein unvollständiges Bild. Ohne eine gleichzeitige Einsicht in das kabelgebundene Netzwerk sieht der Netzwerk-Admin unter Umständen nicht, dass die Ursache des Problems die Verbindung zwischen Switch und Wireless Access Point ist.

„Eine Verwaltungslösung, die nur das kabellose oder nur das kabelgebundene Netzwerk im Blick hat, verpasst möglicherweise einige Spitzen in der Auslastung und beschuldigt unter Umständen die falsche Komponente“, schreiben die Autoren des Microsoft-Reports Towards Unified Management of Networked Services in Wired and Wireless Networks. „Ein einzelnes System, das alle Komponenten im Blick hat und Diagnosen über das komplette Netzwerk stellen kann, hat eine deutlich größere Chance, Probleme zu entdecken.“

Genau das ist die Aufgabe von Tools für Unified Network Management. Sie sorgen dafür, dass der Netzwerkverantwortliche einen konsolidierten Blick über alle Endpunkte im Netzwerk erhält.

Was ist Unified Netzwerk Management?

Mit Hilfe eines einzigen Netzwerk-Interfaces können die Verantwortlichen alle kabellosen oder kabelgebundenen Netzwerkgeräte überwachen, konfigurieren, aktualisieren oder identifizieren. Dieser Ansatz – oftmals Single Pane of Glass genannt – verhindert, dass Netzwerk-Admins zwischen verschiedenen Werkzeugen umschalten oder unterschiedliche Tools nutzen müssen.

Viele der traditionellen Netzwerkhersteller – darunter Cisco Systems und HP Networking – verkaufen Lösungen für Unified Network Management, ebenso wie spezialisierte WLAN-Anbieter. Der Markt umfasst zudem Dritthersteller, die sich auf die Verwaltung von Netzwerken spezialisiert haben.

Das Konzept von Unified Network Management wird bereits seit Jahren diskutiert, es handelt sich also nicht um neue Techniken. Dennoch sind ausgereifte Produkte noch nicht langen auf dem Markt.

„Die primären (kabelgebundenen Netzwerk Management) Plattformen können schon länger kabellose Controller und Access Points erkennen und mitverwalten, “ sagt Jim Frey, Vice President für Netzwerk Management Research bei Enterprise Management Associates. „Konfigurations(management) und Leistungsüberwachung waren bislang nicht unbedingt Bestandteil der Werkzeuge, aber ich denke, dass es langsam besser wird.“

Warum sollten Sie sich für Unified Network Management interessieren?

Kabellose Netzwerke spielen schon lange keine untergeordnete Rolle mehr, im Gegenteil. Wo es früher höchstens einzelne WLAN-Hotspots gab, etwa in Konferenzräumen oder in der Lobby, decken WLAN-Installationen inzwischen das komplette Unternehmen ab. Gleichzeitig – oder vielleicht deswegen – erwarten Nutzer vom Unternehmens-WLAN einen ähnlich guten Durchsatz für ihre privaten Geräte wie für Unternehmens-Hardware. Währenddessen nimmt die Komplexität von LANs ebenfalls weiter zu, etwa wenn Netzwerke auch immer mehr Durchsatz bieten.

Eine Plattform auf Basis von Unified Network Management gibt eine holistische Übersicht zu allen Endpunkte und Geräten, die sich im Unternehmens-LAN tummeln. Zeitgleich können Administratoren Diagnosen durchführen, Probleme lösen oder Engstellen erkennen. So lassen sich die Netzwerke weiter optimieren und an neue Anforderungen anpassen.

Dazu kommt das steigende Interesse an Software-defined Networking (SDN). Diese bringen zahlreiche Vorteile, erhöhen aber auch den Aufwand bei der Verwaltung. „Hier werden die Schwerpunkte in jedem Fall auf robuste Management-Ansätze und Automatisierung gelegt. Um das bewerkstelligen zu können, müssen Verantwortliche eine systemische Sicht auf das Netzwerk erhalten – und entsprechend benötigt man einen einheitlichen Ansatz für die Verwaltung“, so Frey.

Praktischerweise werden diese Tools inzwischen immer einfacher im Deployment und dem täglichen Einsatz. „Bislang waren Produkte, die eine einheitliche Übersicht lieferten, relativ High-End und benötigten einen Dienstleister für die Einrichtung und die Anpassung ans Netzwerk“, so Frey. „Inzwischen bieten immer mehr Hersteller aber leichtgewichtige Lösungen, die einfach auszurollen sind … das bedeutet, dass sich diese Lösungen für den mittleren Markt inzwischen ebenfalls eignen – also genau da, wo ein großer Kostendruck herrscht.“

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