Softwarelizenz-Management wird durch mobile Anwendungen noch komplizierter

Viele Firmen behaupten, dass das Lizenz-Management im mobilen Zeitalter einfacher sei. Doch viele Probleme lauern gerade bei mobilen Business-Apps.

Auch wenn Anbieter ihre Kunden gern davon überzeugen wollen, dass das Softwarelizenz-Management im mobilen Zeitalter simpler wird, sieht die Realität anders aus.

Es gibt viele Möglichkeiten, mobile Anwendungen bereitzustellen – und jede von ihnen hat ein anderes Lizenzierungsmodell. So können Unternehmen mobile Apps aus der Cloud bereitstellen und über ein Lizenzabo abrechnen, oder sie aus einer virtualisierten Umgebung heraus anbieten und die verwendeten Prozessorkerne oder den Arbeitsspeicher berechnen. Eine weitere Option ist die Bereitstellung über die Server des eigenen Rechenzentrums und die Zahlung pro Nutzer oder Gerät.

„Für ihre Innovationen und Produkte verwenden Unternehmen zwar gerne das Wort ‚simpel‘. Doch eigentlich ist ihnen bewusst, dass sie den Prozess weiter vereinfachen müssen, damit Erneuerungen keine Schwierigkeiten darstellen“, sagt Eric Klein, Senior Mobility Analyst bei der VDC Research Group.

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Laut Amy Konary, Research Vice President für Softwarelizenzierung und mobile Geschäftsanwendungen bei IDC, muss die Lizenzierung in einigen Fällen so komplex sein, um den Kunden das zu liefern, was sie wollen.

„Die Kunden sind unzufrieden, wenn sie die Lizenzierung nicht verstehen“, so Konary. „Dabei rührt die Komplexität aus dem Wunsch nach Flexibilität her. Gibt es beim Kauf von etwas nur eine Option, erfüllt es kaum ihre Bedürfnisse.“

Flexibilität habe ihren Preis und die IT müsse die durch Komplexität erkaufte Flexibilität eben durch ihre Ressourcen ausgleichen, sagt James Gordon, First Vice President für Informationstechnologie bei der Needham Bank.

„Die IT-Abteilungen sind selbst schuld an allem“, meint Gordon. „Wenn man sich Apple ansieht, könnte es gar nicht einfacher sein. Sie kaufen ein Gerät und bekommen eine Lizenz. Doch die klassischen Macs sind nicht verbreitet genug und es gibt keine Apple-Serverumgebung.“

Laut Gordon habe die Virtualisierung Szenarien geschaffen, an die früher niemand gedacht hat, und dies führe dazu, dass Anbieter ihre Produkte heute anders lizenzierten. „Ob nun unbegrenzte Lizenzierung, pro Kern, pro Gigabyte Arbeitsspeicher – es wird immer komplizierter“, sagt er.

Darüber hinaus erfolgt die Lizenzierung inzwischen häufig pro Nutzer und nicht mehr pro Gerät. In der Theorie lässt sich Software so leichter nachverfolgen, doch in der Regel kommt das Pro-Benutzer-Modell den Kunden teurer als die Abrechnung nach Geräten. Theoretisch verkaufen Anbieter den Kunden beim Nutzermodell weniger Lizenzen als beim Gerätemodell.

IT-Abteilungen benötigen Softwarelizenz-Management-Tools

Den IT-Abteilungen sei damit geholfen, wenn sie über eine prüffähige Methode verfügten, um den Überblick über ihre Lizenzen zu behalten – nicht nur darüber, wie viele Lizenzen sie hätten, sondern auch, wie viele tatsächlich genutzt würden, ist Gordon überzeugt. Aber das entspricht nicht immer dem, was die IT von den Softwareanbietern geliefert bekommen.

„Viel zu oft ist das bereitgestellte Portal verwirrend und es gibt keine Möglichkeit, zu ermitteln, wie viele Lizenzen ich tatsächlich nutze“, sagt Gordon. Aus diesem Grunde ist die IT in vielen Fällen auf Drittanbieter angewiesen, um die Lizenzen im Blick zu behalten. So setzte die Needham Bank beispielsweise beim letzten Microsoft-Audit auf die Dienste des Serviceanbieters CDW. „CDW nahm an jedem einzelnen Audit-Termin teil“, so Gordon.

Laut Konary sei die Wahrscheinlichkeit eines Lizenz-Audits bei Unternehmen größer, die gerade fusionieren oder ein anderes übernehmen. Auch nach der Migration vom eigenen Rechenzentrum in die Public Cloud kann die IT plötzlich gegen Lizenzvereinbarungen verstoßen.

Zwar gibt es keine eigenen Tools für mobile Geschäftsanwendungen, so Konary, doch stehen Unternehmen Drittanbieter-Tools zum Beispiel von Flexera Software, Aspera, 1E und Snow Software zur Verbesserung des Softwarelizenz-Managements zur Verfügung.

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