Ohne Datenqualität kein Performance Management

Performance Management ist ein Geschäftsmodell, das einem Unternehmen ermöglicht, Unternehmensziele und Geschäftsprozesse kontinuierlich aufeinander abzustimmen und konsistent zu halten.

Performance Management ist ein Geschäftsmodell, das einem Unternehmen ermöglicht, Unternehmensziele und Geschäftsprozesse kontinuierlich aufeinander abzustimmen und konsistent zu halten.

Performance Management folgt dem Leitsatz: Man kann nur managen, was man auch messen kann. Auf Basis gemessenen Fakten in Form von Kennzahlen und Key Performance Indikatoren dient Performance Management der Unternehmenssteuerung. Was aber, wenn die Qualität dieser Messwerte nicht stimmt. Datenqualität ist die wesentliche Voraussetzung, um mit Information erfolgreicher zu werden.  Das Prinzip „garbage in – garbage out“ ist gnadenlos. Performance Management ohne Datenqualität kann zu fatalen Fehlentscheidungen führen. Die Zahlen müssen einfach stimmen, nicht nur aus der Sicht der Unternehmensführung, sondern auch aufgrund der gesetzlichen Vorschriften (Compliance).

Wie halten es nun die Unternehmen im deutschsprachigen Raum mit der Datenqualität? Hier sind die Ergebnisse des Data Quality Check 2007  mehr als aufschlussreich. Keine Frage, Informationsqualität hat eine große Bedeutung für die Unternehmen. 78,3% der Befragten bei der Marktuntersuchung stimmten dem voll zu – 41,5% sagten sogar „sehr große“ Bedeutung. Das Thema gewinnt im Markt an Bedeutung, so sehen es 93,6% der Befragten. Als Querschnittsthema erlangt Datenqualität immer mehr die Bedeutung eines zentralen Erfolgs- und Wettbewerbsfaktors. 89,8% stimmten dem zu. Allerdings zeigte diese Marktbefragung, die als gemeinsame Initiative der Deutschen Gesellschaft für Informations- und Datenqualität (DGIQ e.V.) und deren Vorsitzenden Michael Mielke, des Instituts für Business Intelligence der Steinbeis Hochschule Berlin und des Wolfgang Martin Teams vom 01.06. bis zum 08.10.2007 durchgeführt wurde, dass die befragten Marktteilnehmer eher Lippenbekenntnisse abgeben. Trotz der Bedeutung, die diesem Thema gegeben wird, wird im Unternehmen bisher wenig dafür getan. In 29% der Unternehmen gibt es keinen Sponsor für Datenqualität und in weiteren 27% ist die Frage nicht klar geregelt. In fast 50% der Unternehmen ist die Rolle eines Beauftragten für Datenqualität nicht klar geregelt und in 31,6% der befragten Unternehmen gibt es keinen Mitarbeiter, der sich Vollzeit mit dem Thema beschäftigen kann.

An der Top Management Unterstützung mangelt es, aber gleichzeitig nahm nach Beobachtungen der DGIQ die Anzahl von Datenqualitätsbeauftragten langsam zu. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass man langsam in Sachen Problemlösung weiter kommt, aber man steht noch ganz am Anfang: Gerade mal 10% der Unternehmen haben Projekterfahrungen und setzen fortgeschrittene Methoden wie Impaktanalysen regelmäßig ein. Der Zielerreichungsgrad wird von 46% der Befragten mit 80% angegeben. Der Support durch das Top Management ist unabdingbar, und dann sollte man die Verantwortungen klar regeln und Ressourcen und Budgets bereitstellen.

Wenn Projekte zur Implementierung von Datenqualitätssoftware durchgeführt werden, dann sind die in der überwiegenden Anzahl innerhalb von 6 Monaten abgeschlossen. Sie werden vorrangig von eigenen Mitarbeitern umgesetzt und das Budget liegt dabei in der Regel unter €50.000. Aber: 61% der Befragten setzen keine Produkte für Datenqualitätsmanagement ein. Gleichzeitig bekräftigen 87% der Befragten in das Thema Datenqualität künftig zu investieren. Das freut die Sponsoren des Data Quality Check, auch wenn die Hauptsponsoren IBM, Informatica und SAP vom Markt nicht als Marktführer gesehen werden. Bei der Marktperzeption hat Co-Sponsor FUZZY! Informatik (jetzt Business Objects) die Nase vorn, in einem total fragmentierten Markt. Da die SAP inzwischen Business Objects gekauft hat, könnte sie mit der Position von FUZZY! Informatik rasch an Marktposition gewinnen. Weitere Co-Sponsoren waren Acxiom, Deutsche Börse, PriceWaterhouseCoopers und tekko.

Die Befragung wurde in der Regel per Online-Fragebogen durchgeführt. Die Antworten erfolgten anonym. 681 Personen nahmen teil, davon beantworteten 118 alle 33 Fragen vollständig. Rund ein Drittel der Antworten kommen von Unternehmen der IT-Branche, ein weiteres Drittel aus Handel, Banken/Finanzen sowie Logistik, das restliche Drittel verteilt sich über alle weiteren Branchen. Ein Drittel der Teilnehmer stammen aus Großunternehmen mit mehr als 1 Mrd. € Umsatz, ein weiteres Drittel aus dem Mittelstand (25 Mio - 1Mrd) Umsatz und schließlich das letzte Drittel aus KMU (bis 25 Mio. € Umsatz). Alle Teilnehmer stammen aus dem deutschsprachigen Raum.

Über den Autor:

Dr. Wolfgang Martin ist unabhängiger Analyst. Vor der Gründung des Wolfgang Martin Teams war Dr. Martin über fünf Jahre bei der META Group, zuletzt als Senior Vice President International Application Delivery Strategies.  Darüber hinaus kennt man ihn aus TV-Interviews, durch Fachartikel in der Wirtschafts- und IT-Presse, als Autor der Strategic Bulletins zu den Themen BI, SOA, EAI und CRM (www.it-research.net) und als Herausgeber und Co-Autor mehrerer Bücher.

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