OAUG-Präsidentin Alyssa Johnson über die Zukunft der Oracle Fusion Applications

Die Zukunft von Oracle Fusion Applications ist ungewiss. Im Interview erläutert die OAUG-Präsidentin Alyssa Johnson mögliche zukünftige Szenarien.

Die Oracle Fusion Applications basieren auf der Fusion Middleware und bieten rund 100 verschiedene Lösungen von ERP- bis zu CRM-Anwendungen. Doch die Zukunft der Software ist ungewiss - insbesondere da Oracle künftig den Schwerpunkt auf Cloud-basierte Anwendungen legen will.

Wie geht es also weiter mit Fusion? Die Meinungen sind zweigeteilt: Einige glauben, dass Cloud-Anwendungen der Fusion-Software den Wind aus den Segeln nehmen werden. Andere sind überzeugt, dass aufgrund der Fähigkeiten von Fusion Applications diese weiter zusammen mit der Cloud bestehen bleibt - oder in diese integriert wird. Damit würde Fusion wichtiger denn je werden.

In diesem Interview gibt Alyssa Johnson, Präsidentin der Independent Oracle Users Group (OAUG), einen Einblick in die Zukunft von Oracle Fusion Applications.

Wie geht es weiter mit Oracle Fusion Applications?

Alyssa Johnson: Oracle hat in der Vergangenheit in seine Fusion Applications viel investiert und der Konzern wird diese Anwendungen weiterhin unterstützen. In den letzten Jahren haben die Entwickler daran gearbeitet, die Software ihren Kunden bestmöglichst auszuliefern und daran wird sich auch im Rahmen einer Cloud-basierten Strategie nichts ändern. Vieles aus der Cloud-Strategie wird für Fusion Applications genutzt. Ich denke, wir werden davon in Zukunft deutlich mehr sehen. Und wir werden eine Menge koexistenter Strategien für Fusion und andere etablierte ERP-Systeme sehen.

Sie meinen also, dass die beide Bereiche in Zukunft stärker zusammen arbeiten werden?

Johnson: Eine von Oracle’s Strategie ist es, künftig Software as a Service (SaaS) auszuliefern. Speziell für Fusion und einige der technisch ziemlich komplexen Dinge, die erforderlich sind, um Fusion Applications zu implementieren, macht es Sinn, Fusion als SaaS auszuliefern. Bedenken Sie: Cloud-Anwendungen bieten eine breitere Palette von Anwendungen. Fusion Applications wäre dann eine von vielen Anwendungen, die Oracle als Teil ihrer Cloud-Application-Services anbieten könnte.

Ich denke, es macht Sinn, Fusion in der Cloud zu haben. Aber zwingen wird Sie niemand, Fusion in der Cloud zu betreiben. Es ist kein Muss. Sie können Fusion Applications tatsächlich auch on premise nutzen, und alles, die Hardware, die Software selbst weiterhin Inhouse betreiben. Aber ich denke, für eine Vielzahl von Unternehmen macht es Sinn, Fusion Applications in der Cloud zu haben.

Wandern Oracle Fusion Applications tatsächlich in die Cloud?

Johnson : Ja, ich denke, das ist die Message, die wir gerade von Oracle hören. Für viele Unternehmen ist es sinnvoll, dass Fusion Applications in der Cloud bereitgestellt wird.

Was sagt Oracle über Fusion Applications?

Johnson : Ich glaube, Oracle konzentriert sich auf verschiedene Bereiche. Aus Anwenderperspektive gibt es unzählige Fusion-Applikationen, die Sie implementieren können. Unternehmen sind natürlich nicht verpflichtet, alle einzusetzen. Aber ich habe beispielsweise viele Aktivitäten im Bereich Human Capital Management (HCM) gesehen - ein Bereich, in dem Fusion Applications recht leistungsfähig ist. Ein weiterer Bereich ist CRM. Das sind die beiden wichtigen Segmente, bei denen Oracle Fusion Applications eine breite Kundenbasis hat.

Eine kleinere Anzahl von Unternehmen hat tatsächlich ein komplettes ERP-System in Fusion Applications umgesetzt. Andere Unternehmen nutzen Fusion Applications zusätzlich zu dem ERP-System, das bereits eingeführt wurde. Aus dieser Perspektive verfolgt Oracle also eher eine Strategie der Koexistenz. Ich glaube, dass Sie künftig viel über die Nutzung der Fusion Applications in einer Koexistenz-Strategie hören werden.

Eine solche Strategie hat einige Vorteile: Mit einer Koexistenz-Strategie können Sie sich auf Ihre Geschäftsanforderungen fokussieren und die Fähigkeiten nutzen, die Fusion Applications zur Verfügung stellt. Man könnte sagen: "Nimm das, was passt. Das wird am besten den Anforderungen gerecht, die ein Anwender hat." So können Sie genau die Applikation nutzen und umsetzen, die für Sie am sinnvollsten ist, und das ERP-Systen, das Sie bereits haben, können Sie weiter verwenden. Fusion Applications setzen Sie dann nur dort ein, wo es wirklich sinnvoll für Ihr Unternehmen ist.

Was sagen die Fusion-Anwender zu der Diskussion?

Johnson : Wenn Sie zu Openworld, Collaborate oder eine der regionalen Anwendergruppen gehen, sehen Sie, dass es dort in der Regel auch Fusion-Sessions gibt. Auf Openworld habe ich Chris Leone’s Session über die Fusion-Roadmap besucht - dort war es ziemlich voll. Ich glaube, dass das Interesse der Anwender-Community an Fusion weiterhin groß ist. Die wollen hören, was Fusion alles zu bieten hat.

Auf der Collaborate 2014 hatten wir einige Fusion Application Sessions. Die Besucher dort zeigten ein anhaltendes Interesse, mehr über Fusion zu erfahren. Beim Lebenszyklus von Fusion Applications sind wir jetzt an den Punkt gekommen, dass wir tatsächlich Anwender haben, die live in Fusion Applications Fallstudien von Kunden teilen. Man wird davon noch mehr zu sehen bekommen, wenn sich Fusion Applications weiter verbreitet. Wir werden künftig diese Fallstudien von Kunden zeigen - das ist immer eine große Attraktion für unsere Nutzer.

Wird die Software künftig häufiger eingesetzt?

Johnson: Ja. Es gibt jedes Jahr einen Zuwachs. Sie sehen eine Zunahme bei der Implementierung vor allem in Szenarien, in denen verschiedene Softwaresysteme zum Einsatz kommen.

Dies ist der erste Teil eines zweiteiligen Interviews. Der zweite Teil erscheint am Freitag auf SearchEnterpriseSoftware.

Folgen Sie SearchEnterpriseSoftware.de auch auf Facebook, Twitter und Google+!

Erfahren Sie mehr über Enterprise Resource Planning (ERP)

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close