Mobile Projekte treiben Investitionen in zusätzliche Technologien und Services

Mobile Lösungen erfordern zusätzliche Investitionen in Netzwerk-Kapazität, Sicherheit und auch Plattformen für Enterprise Mobility Management.

Bring Your Own Device (BYOD) scheint eine Nachricht von gestern zu sein. Laut Brent Iadarola, Global Director of Mobile and Wireless Communications bei Frost & Sullivan, bringen die Mitarbeiter mittlerweile wie selbstverständlich ihre mobilen Geräte mit auf Arbeit und eine wachsende Zahl an Unternehmen setzt mindestens eine an Mitarbeiter gerichtete Mobile App ein, Tendenz steigend.

Eine von Frost & Sullivan veröffentlichte Studie ergab, dass im Jahr 2014 82 Prozent der befragten Unternehmen eine an Mitarbeiter gerichtete App einsetzen. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es noch 73 Prozent. 79 Prozent wollen im Jahr 2015 weitere Apps für mobile Mitarbeiter installieren.

Weitere anspruchsvolle Anwendungen erfordern allerdings höheren Datendurchsatz, ergänzt Iadarola. „Wir sehen erhöhten Bedarf an Netzwerk-Kapazität, Sicherheit und in vielen Fällen auch einer umfassenden Strategie rund um Plattformen für Enterprise Mobility Management.“ 

Bei der Implementierung einer mobilen Projekts müssen häufig andere Systeme aktualisiert oder ergänzt werden. Das Thema Mobile Enterprise agiert also als Treiber für IT-Investitionen. Für den Handel ergeben sich damit gute Chancen, wenn sie Kunden bei deren mobilen Projekten beratend unterstützen.

Dies bestätigt eine Umfrage von TechTarget zum Thema Mobile Device Management (MDM). Hier gaben 58 Prozent der 190 befragten Entscheider an, dass sie eine Vielzahl von zusätzlichen Technologien einsetzen würden, um ein mobiles Projekt zu unterstützen. 42 Prozent verneinten dies.

„Es gibt eine ganze Reihe von Überlegungen rund um die Sogwirkung von Mobility-Projekten. Diese starten damit, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern auch von unterwegs Zugriff auf das Netzwerk gewähren und diese mobilen Geräte verwalten“, sagt Eric Klein, Senior Analyst für mobile Software bei VDC Research. 

Wie Iadarola ist er der Meinung, dass die Netzwerk-Bandbreite und Kapazität die größte Herausforderung darstellt, wenn ein Unternehmen mobile Geräte unterstützt, gleichgültig, ob das Unternehmen Smartphones, Tablets & Co. bereitstellt oder der Mitarbeiter sie selbst mitbringt.

Unternehmen, die auf WLAN setzen, sollten zunächst feststellen, ob die verfügbare Bandbreite für die Belegschaft, die im Gebäude arbeitet, ausreicht. „Der WLAN-Empfang muss in jeder Ecke des Gebäudes möglich sein“, betonte Klein. „Daher müssen Unternehmen sehr viele Access Points und Hotspots vorhalten. Dies kann je nach Unternehmensgröße sehr teuer werden.“

Laut Iadarola gab es in letzter Zeit sehr große Fortschritte bei der WLAN-Technologie, da viele Unternehmen verstärkt auf mobile Projekte setzen. Insbesondere Qualcomm habe die 802.11ac-Technologie enorm verbessert, um die Kapazität in WLAN-Netzwerken zu erhöhen und Datenstaus zu verhindern, die aufgrund der schnell wachsenden Anzahl von Geräten und dem damit verbundenen Datenverkehr in Unternehmensnetzwerken entstehen können, so Iadarola. 

Zudem steigt auch die Nachfrage nach Security-Technologien – nicht nur für mobile Geräte, sondern auch für die Inhalte und Anwendungen, die sich auf ihnen befinden beziehungsweise dort gespeichert sind. Wir sehen hier bereits die nächste Generation von MDM-Lösungen.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Management der Ausgaben für die Telekommunikationsmaßnahmen. Laut Klein investieren viele Unternehmen übermäßig viel Geld in die Mobilfunkrechnungen ihrer Mitarbeiter. Das Management dieser Aufgaben gewinnt zunehmend an Bedeutung. 

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Denn damit sind mit Datenplänen und Haftungsfragen auch Probleme verbunden. „Unternehmen können mit dem so genannten Telecom Expense Management viel Geld sparen“, sagt Klein. So fallen beispielsweise bei ins Ausland reisenden Mitarbeitern hohe Roaming-Gebühren an. Um dies zu vermeiden, gibt es Lösungen zur Steuerung der Roaming-Gebühren bis hin zur Sperrung der Dienste.

TEM Services automatisieren, zentralisieren und standardisieren alle administrativen und finanztechnischen Abläufe der Telekommunikationseinrichtungen. Neben der Kostenkontrolle gehören dazu auch die Bestellung von Geräten und Services, die Bestandsverwaltung inklusive der Zuordnung von Ressourcen, das Management der Anbieter und der zugehörigen Verträge sowie die Rechnungsstellung.

Da eine mobile Infrastruktur sehr komplex sein kann, müssen Unternehmen Komponenten innerhalb und außerhalb der Firewall hinzufügen wie dedizierte Server oder Appliances, Web- und E-Mail-Server, Storage-Lösungen und Lösungen zur Authentifizierung. 

Vor allem der Remote-Zugriff auf lokal installierte Datenbanken und Anwendungen erfordert stabile Systeme für Network Access Control (NAC). Hier sind laut Klein vor allem zusätzliche Investitionen in dedizierte Server notwendig. Mit NAC werden Endgeräte während der Authentifizierung auf Richtlinienkonformität geprüft. 

Ist etwa der Virenscanner nicht aktuell oder fehlt dem Client-Betriebssystem der neueste Security-Patch, wird das betroffene Endgerät unter Quarantäne gestellt und mit aktuellen Updates versorgt, bis es wieder den geltenden Sicherheitsrichtlinien entspricht.

Das heißt: Unternehmen müssen die Prüfung des Aufwands und der Kosten für die mobile Infrastruktur als permanenten Prozess sehen. „Das ist keine einmalige Sache“, sagte Klein. „Das Management mobiler Geräte im Hinblick auf Kosten und Netzwerk-Konnektivität muss über ihren gesamten Lebenszyklus erfolgen.“

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Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

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