Dieser Artikel ist Teil unseres Guides: SAP HANA: Die In-Memory-Lösung von SAP verstehen und nutzen

Drei Möglichkeiten zur Implementierung von SAP HANA

Die Implementierung von SAP HANA kann einzelne Geschäftsprozesse oder die gesamte ERP-Landschaft betreffen. HANA-Experten erläutern die Ansätze.

Es wird langsam schwer, IT-Profis zu finden, die sich noch nicht mit der In-Memory-Datenbank SAP HANA beschäftigt haben. Das Potenzial von SAP HANA wird von mehr und mehr Unternehmen erkannt und hat mittlerweile die Agenden der Geschäftsführungen erreicht. Während die In-Memory-Datenbank heute einzelne Geschäftsprozesse beschleunigt, kann morgen bereits das komplette ERP-System für die Echtzeit-Nutzung umgewandelt werden. SAP HANA genießt diese Aufmerksamkeit, da die In-Memory-Datenbank große Mengen unterschiedlicher Informationen deutlich schneller verarbeitet als vorhandene Lösungen.

Zwei Beispiele hierzu: Einer unserer Kunden, ein weltweit aktiver Nahrungsmittel- und Landwirtschaftskonzern, migrierte sein Data Warehouse auf SAP HANA, um alle wichtigen Geschäftsbereiche zu überwachen. Die Berichte werden mittlerweile  zwischen 100- und 400-mal schneller verarbeitet als in der Vergangenheit. Kunden- und Klientenabfragen werden bis zu 60-mal schneller abgearbeitet.

Wir unterstützten ein führendes Raumfahrtunternehmen bei der Implementierung von SAP HANA, um Finanzprozesse zu optimieren und eine mögliche Überarbeitung der Zahlen auf ein Minimum zu reduzieren. Als Resultat verbesserte sich die Genauigkeit bei der Bearbeitung um rund 100 Prozent.

Drei Ansätze zur Implementierung von SAP HANA

Prozessbeschleunigung steht im Zentrum der HANA-Implementierung. Die Transformation des Enterprise Resource Planning (ERP) ist für uns aber der nächste logische Schritt. Bisher haben wir drei Wege feststellen können, die Unternehmen bei der Implementierung von SAP HANA gegangen sind. Diese variieren von der rein taktischen (betrifft nur einen bestimmten Geschäftsprozess) bis zur vollständigen Umgestaltung des ERP-Systems.

Der erste Ansatz ist eine Lösung, um bestimmte Geschäftsanforderung abzudecken. Diese Variante beinhaltet Hardware, Software und Services, die von einem Provider angeboten werden – On-Premise oder Cloud-basiert. Hierbei ist die Implemenierung ohne großes Risiko, da HANA nur für ein bestimmtes Geschäftsziel verwenden wird.

Die zweite Möglichkeit ist die Nutzung der HANA-Architektur, um ein oder mehrere Geschäftsprozesse zu beschleunigen. Bei dieser Variante arbeitet HANA häufig in einer gesonderten Umgebung. Dies bietet die Möglichkeit, ohne störende Veränderungen am bestehenden System, die Vorteile von HANA auszukosten.

Echtzeit-Unternehmen durch ERP-Transformation

Ein dritter Weg ist die vollständige Übertragung des ERP-Systems auf die In-Memory-Technologie. Dieser Ansatz gewinnt dadurch an Dynamik , da HANA künftig als Plattform für die gesamte SAP-Business-Suite dient und immer mehr Provider branchenspezifische Templates entwickeln. Die Business Suite auf Basis von HANA schafft  Echtzeit-Unternehmen, da die Daten im ERP-System in Echtzeit verarbeitet werden können. Es befähigt Unternehmen beispielsweise dazu, die Nachfrage ihrer Produkte durch die permanente Analyse von Social-Media-Aktivitäten zu überwachen und damit einem Echtzeit-Supply-Chain-Management (Lieferkettenmanagement) näher zu kommen.

Die ERP-Transformation zu HANA beinhaltet eine Aktualisierung der Anwendungs- und Systemlandschaft sowie die Umwandlung der bestehenden Geschäftsprozesse. Es bietet zudem die Chance, die bestehende SAP-Landschaft zu konsolidieren. Wir beobachten, dass es bereits Unternehmen gibt, die die Vorteile der IT-Transformation durch die Implementierung von HANA wahrnehmen und für einzelne Geschäftsprozesse einsetzen. Dies kann der erste Schritt zu einem Echtzeit-Unternehmen sein.

SAP HANA kann Unternehmen in drei kritischen Bereichen helfen: Das Unternehmen zu führen, Wachstum zu erzeugen und umzugestalten. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg für die Einführung von SAP HANA. Eines der großen Vorteile der In-Memory-Datenbank ist, dass sich mehrere spezifische Geschäftsziele zur gleichen Zeit erreichen lassen. Einige SAP-Anwender verfolgen zumindest einen der drei Ansätze in naher Zukunft. Weitere werden folgen.

Über die Autoren: Nicola Morini Bianzino leitet das Geschäftsfeld SAP Analytics und HANA bei Accenture. Alexander Zeier leitet das Geschäftsfeld In-Memory-Technologie bei Accenture.

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