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Details von Verizon zum bislang größten OpenStack-NFV-Projekt

Das OpenStack-NFV-Projekt soll die Netzwerkarchitektur vereinfachen und agiler machen. Verizon setzt auf Lösungen von Red Hat, Big Switch und Dell.

Der Telekommunikationskonzern Verizon hat das nach eigenen Angaben branchenweit größte OpenStack-NFV-Projekt in fünf seiner US-Rechenzentren mit über 50 Racks abgeschlossen. Das Projekt startete 2015 und wird in weiteren nationalen Rechenzentren und Aggregation Sites implementiert. Außerdem soll es in internationalen Standorten zum Einsatz kommen.

Das NFV-Projekt verwendet eine Core-and-Pod-Architektur und basiert auf OpenStack mit Red Hat Ceph Storage sowie einer Spine-Leaf Fabric für jeden Pod. Die Steuerung erfolgt durch ein Neutron-Plug-in für Red Hats OpenStack-Plattform. Auf den Switches von Dell läuft die SDN-Controller-Software von Big Switch. Die OpenStack-Plattform von Red Hat orchestriert die Lösung.

SearchNetworking.de hat zu dem Projekt mit Chris Emmons, Director Network Infrastructure Planning und Shawn Hakl, Vice President Product and New Business Innovation, von Verizon gesprochen.

Was war der Anlass für dieses Projekt?

Chris Emmons: Verizon baut eine Netzwerkinfrastruktur der nächsten Generation, die völlig programmierbar sein wird. Wir werden Hardware und Software voneinander lösen und mit offenen Schnittstellen für eine höhere Flexibilität arbeiten, mehr Innovationen ermöglichen und ein Vendor Lock-in vermeiden. Hierbei sollen Open-Source-Software und White-Box-Hardware zum Einsatz kommen, um den Wettbewerb zu fördern und die Kosten, wo immer möglich, zu senken.

Beschreiben Sie bitte das Projekt kurz.

Emmons: In den nächsten drei Jahren plant Verizon die sogenannten Directional Netzwerkelemente zu virtualisieren. Die Umsetzung ist bereits in vollem Gange. Virtualisierung ist eine Voraussetzung für 5G-Netzwerkelemente, die wir derzeit im Test haben.

Welche Alternativen zu OpenStack haben Sie in Betracht gezogen?

Emmons: Wir evaluierten sowohl Open-Source-Lösungen wie zum Beispiel CloudStack als auch proprietäre Lösungen wie beispielsweise VMware.

Warum haben Sie sich für OpenStack entschieden?

Emmons: Open Source war grundlegend für das Projekt. Daher haben wir geschlossene, proprietäre Lösungen nicht einbezogen. Open Stack ist eine Open-Source-Lösung, die eine kritische Masse erreicht hat, um damit auch in großen Projekten erfolgreich zu arbeiten. Die Lösung hat zudem ein blühendes Ökosystem und eine Feature-Roadmap, um unsere Ziele zu unterstützen.

Welche Vorteile erhoffen Sie sich von NFV?

Shawn Hakl: NFV bietet viele Vorteile und ermöglicht es beispielsweise, mit einer vereinfachten Netzwerkarchitektur agiler zu sein. Organisationen können so verlässlich, einfach und sicher auf ihre Anwendungen zugreifen und dabei intelligente Netzwerke nutzen, um so eine insgesamt höhere IT-Effizienz zu erreichen.

„Wir haben ein mehrstufiges Trainingsprogramm entwickelt – beginnend mit grundsätzlichen Informationen zu NFV bis hin zu sehr technischen Schulungen für die Mitarbeiter.“

Chris Emmons, Verizon

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Wie schwer ist die Umstellung für Ihre Mitarbeiter gewesen und wie hat Verizon das unterstützt (Trainings etc.)

Emmons: Es war ja nicht das erste Mal, dass wir ein Projekt dieser Größe umgesetzt haben. Als die Planung begann, wussten wir, dass wir die Mitarbeiter dazu schulen müssen, warum wir dieses Projekt starten, und was es für sie bedeutet. So haben wir ein mehrstufiges Trainingsprogramm entwickelt – beginnend mit grundsätzlichen Informationen zu NFV bis hin zu sehr technischen Schulungen für die Mitarbeiter, die an diesem Projekt arbeiten.

Auf welche technischen Schwierigkeiten sind Sie bei der Realisierung gestoßen und wie haben sie diese gelöst?

Emmons: Die technischen Herausforderungen bei diesem Projekt hatten vor allem damit zu tun, dass wir ganz vorne bei dieser Technologie stehen. Wir haben die Branche und unsere Partner dazu gedrängt, die Funktionen und die Zuverlässigkeit zu liefern, die wir benötigen. In vielen Fällen haben wir eng mit unseren Partnern gearbeitet, um Probleme zu lösen und die Software auf den Markt zu bringen. Wir lösten diese Herausforderungen durch einen sehr kooperativen Ansatz, der es uns ermöglicht, Probleme zu entdecken und gemeinsam daran zu arbeiten, um sie so schnell wie möglich zu beheben.

„NFV bietet viele Vorteile und ermöglicht es beispielsweise, mit einer vereinfachten Netzwerkarchitektur agiler zu sein.“

Shawn Hakl, Verizon

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Auf welche sonstigen Schwierigkeiten sind Sie bei der Realisierung gestoßen und wie haben sie diese gelöst?

Emmons: Neben den technischen Herausforderungen arbeiteten wir daran, ebenso kulturell und organisatorisch Änderungen zu vollziehen. Diese neue Art der Bereitstellung und des Betriebs von Netzwerken ändert viele der traditionellen Rollen, Verantwortlichkeiten, Prozesse und Verfahren. Wie in der Frage zum Training schon ausgeführt, setzten wir auf eine umfassende Schulung, aber die Herausforderung, die Änderung umzusetzen, ist in einigen Fällen noch nicht angeschlossen. Aber es bleiben uns noch mehrere Monate, daran zu arbeiten und wir sind gut in unserem Einsatzplan unterwegs.

Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Hakl: Verizon wird weiterhin sein Portfolio von SDN-/NFV-Diensten ausbauen. Im Laufe des vergangenen Jahres hatte Verizon ein Jahr der Premieren. Wir rollten Managed SD-WAN auf Basis von Cisco und dann Viptela Anfang 2016 aus und erweiterten unsere Secure Cloud Interconnect Service, um OpenStack-API-Schnittstellen für L2- und L3-Netzwerkverbindungen zu unterstützen. Für 2016 werden wir mehr Services basierend auf der Open-Stack-Architektur bekanntgeben. Im Frühsommer sollten Sie nach einer großen Ankündigung unserer Enterprise-Unit Ausschau halten.

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