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DaaS, Hybrid-VDI und GPU-Virtualisierung: Die wichtigsten VDI-Trends 2017

Was bewegt die VDI-Branche im Jahr 2017? Ein Blick auf die wichtigsten Trends rund um Desktop-Virtualisierung, VDI-Management und 3D-Rendering.

Nach dem Jahreswechsel bietet sich die ideale Gelegenheit für einen Blick in die VDI-Kristallkugel (Virtual Desktop Infrastructure) und auf die Trends der Desktop-Virtualisierung für das Jahr 2017. Setzt sich dieses Jahr das DaaS-Modell (Desktop as a Service) endgültig durch? Und welche Lösung zur Bereitstellung grafikintensiver Anwendungen wird sich im Rechenzentrum etablieren?

Robert Young ist Research Analyst bei IDC und gibt im Folgenden einen Ausblick auf die VDI-Trends 2017.

DaaS und Workspaces 2017 groß im Kommen

Das DaaS-Bereitstellungsmodell dürfte 2017 weiter an Popularität gewinnen, vor allem bei größeren Unternehmen. Gleichzeitig wird damit auch der Trend hin zu Workspace as a Service befeuert. Auf Basis bestehender EMM-Lösungen (Enterprise Mobility Management) wird damit eine neue Management-Schicht geschaffen, die die unterschiedlichen Ebenen virtueller Anwendungen in einem Workspace-Portal bündelt.

Über dieses Workspace-Portal interagieren Anwender dann mit ihren virtuellen Desktops und Apps. Dabei geht es tatsächlich aber auch um eine leichtere Verwaltung durch Administratoren, die so ihre EMM-Plattform und das Lifecycle-Management für den einheitlichen Workspace an einem zentralen Ort bündeln können. Auf diese Weise erhalten Admins auch alle Verwaltungs-Tools, die sie für unterschiedliche Betriebssysteme und Client-Geräte benötigen, bequem über eine Plattform.

Workspaces vereinfachen dabei auch SSO-Bereitstellungen (Single Sign-On) und erleichtern Administratoren die Verwaltung von Identitäten und Rollen der Mitarbeiter sowie die entsprechende Rechtezuweisung.

Im Zuge des einheitlichen Managements werden auch erste Vorteile von Machine Learning und entsprechender Analyse-Tools für VDI-Bereitstellungen sichtbar. Administratoren sollten sich auf diese neue Analyseebene einlassen, die vor allem bei der Fehlerbereinigung in VDI-Umgebungen viele Vorteile bieten kann.

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Die wichtigsten Cloud-Trends 2017.

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Die Trends im DCIM-Markt 2017.

Hybride Desktop-Bereitstellungen als VDI-Trend 2017

Ein weiterer Trend rund um die Desktop-Virtualisierung 2017 ist das Aufkommen hybrider Desktop-Bereitstellungen, die zum Beispiel AWS, Microsoft Azure und das lokale Rechenzentrum unter einen Hut zu bringen versuchen. Ein Ansatz in diese Richtung wäre beispielsweise VMware Horizon Air Hybrid-Mode, bei dem die Verwaltung hybrider VDI-Umgebungen zentral über die Cloud erfolgt.

In Zuge dessen werden auch hyperkonvergente Infrastrukturlösungen weiterhin eine große Rolle spielen, wenn VDI-Bereitstellungen lokal durchgeführt werden sollen. Das Wertversprechen hyperkonvergenter Lösungen ist vergleichsweise hoch, weil die hohe Integration verschiedenster Compute-, Storage- und Netzwerkkomponenten Kosten senken und die Komplexität reduzieren kann. Ein großes Problem von VDI-Bereitstellungen ist nach wie vor die richtige Konfiguration von Compute-, Netzwerk- und Storage-Ressourcen. Hyperkonvergente Produkte nehmen Administratoren diese Arbeit ab und liefern ein einzelnes, betriebsfertiges und skalierbares Gesamtpaket.

Grafikintensive Anwendungen werden zum Mainstream

Zu guter Letzt gehören auch grafikintensive virtuelle Anwendungen zu den VDI-Trends 2017. Viele Windows-10-Anwendungen beispielsweise benötigen ein gewisses Maß an 3D-Rendering, was damit nicht mehr nur auf CAD-Anwendungen (Computer-Aided Design) beschränkt ist. Selbst einfache Microsoft-Anwendungen wie PowerPoint benötigen in manchen Fällen inzwischen 3D-Berechnungen.

Mit der zunehmenden Bedeutung grafikintensiver Applikationen wird auch die GPU-Virtualisierung eine immer wichtigere Rolle spielen. Der große Marktführer ist hier nach wie vor NVIDIA mit seiner GRID-Plattform, aber inzwischen stehen mit AMD und Intel interessante Alternativen bereit. IT-Abteilungen sollten sich 2017 zudem auch mit dem Gedanken anfreunden, virtuelle Anwendungen an Virtual-Reality-Geräte und Wearables auszuliefern.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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