Business Intelligence im Mittelstand: Mobile BI setzt sich durch

Eine aktuelle Studie zeigt, dass BI-Software in vielen mittelständischen Unternehmen angekommen ist. Vor allem Mobile BI wird in den Firmen immer beliebter.

Mittelständler haben die strategische Bedeutung von Informationen für die Führungsebene erkannt. Die Möglichkeiten für zeitnahe Berichterstattung und Datenanalyse bis hin zu dynamischer Planung und Forecasting sichern entscheidende Wettbewerbsvorteile und rechtfertigen den Aufwand für Business-Intelligence (BI) -Projekte. Bisher waren vor allem große Unternehmen dazu bereit, die teilweise erheblichen Investitionen zu tragen. Das zeigen die Ergbnisse der aktuellen Umfrage "Business Intelligence im Mittelstand 2011/2012" des BARC-Instituts.

Trends im Mittelstand

Die Einbeziehung unstrukturierter Daten in Business-Intelligence-Umgebungen wird bereits von fast 20 Prozent der Unternehmen genutzt.

Als weitere wichtige Entwicklung wurde der Zugriff auf entscheidungsrelevante Daten über mobile Endgeräte (Mobile BI) identifiziert. 18 Prozent der Befragten nutzen diese Möglichkeit bereits und weitere 38 Prozent planen einen Einsatz innerhalb von 12 Monaten. Dies repräsentiert den höchsten Wert innerhalb des Planungshorizontes von 12 Monaten, somit ist Mobile BI der stärkste Trend, der in dieser Umfrage festgestellt werden kann. 87 Prozent der Befragten setzen zum aktuellen Zeitpunkt das Apple iPad ein, gefolgt vom Apple iPhone mit 70 Prozent. Besonders im Management (86 Prozent) und im Vertrieb (68 Prozent) sehen die Befragten großen Nutzen für den Zugriff auf Informationen über ein mobiles Endgerät. Die Übersicht von Kennzahlen (86 Prozent) wird dabei mit deutlichem Abstand als wichtigster Einsatzbereich erachtet. Vorteile versprechen sich die Teilnehmer insbesondere in der besseren Verfügbarkeit von Informationen (82 Prozent), der schnelleren Reaktionsgeschwindigkeit (68 Prozent) sowie einer Erleichterung des Arbeitsalltages (50 Prozent). Vorhersageverfahren (Predictive Analytics) ist ein weiterer Bereich, in den über 30 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten 12 Monate investieren wollen.

Deutlich verhaltener sehen sowohl Einsatz als auch Planung für Business-Intelligence-as-a-Service (BIaaS) Lösungen aus. Datensicherheit (73 Prozent), Datenschutz (63 Prozent) und Abhängigkeit vom Provider (43 Prozent) werden als größte Bedenken beim Einsatz einer BI-as-a-Service-Lösung genannt. Als größte Vorteile einer BI-as-a-Service-Lösung benennen die Teilnehmer niedrige Verwaltungs- und Infrastrukturkosten (63 Prozent), anfallende Kosten in Form eines Mietmodells (43 Prozent) sowie Software mit den neuesten Funktionen (40 Prozent).

Zentrale Ergebnisse der Umfrage "Business Intelligence im Mittelstand 2011/2012":

  • Zufriedenheit: Teilnehmer sind am zufriedensten mit der Aktualität von Berichten (Schulnote 2,0). Auch die Verfügbarkeit und Qualität der Berichte, der Informationszugang sowie die Detailtiefe der Berichte und die Qualifikation der Mitarbeiter werden durchschnittlich mit „gut“ bewertet. Ebenfalls scheint die Detailtiefe ausreichend zu sein. Am schlechtesten wird die Integration von Daten sowie der Aufwand für die Erstellung von Berichten bewertet (2,7).
  • Aktualität der Daten: Die Ergebnisse zeigen, dass 84 Prozent der Teilnehmer aus mittelständischen Unternehmen ihre Daten mindestens einmal täglich aktualisieren. Davon aktualisiert nur eine kleine Gruppe in Echtzeit (Real-time, sieben Prozent). Ebenso gibt es wenige mit einem monatlichen Aktualisierungszyklus (vier Prozent).
  • BI-Einsatz in verschiedenen Abteilungen: Bei der Frage nach den Einsatzbereichen von Business Intelligence wurde Controlling an erster Stelle genannt (89 Prozent), gefolgt von Management (70 Prozent) und Vertrieb (57 Prozent).
  • Nutzung von BI-Funktionen: Der größte Anteil der Mitarbeiter im Unternehmen (43 Prozent) sind Berichtsempfänger, 22 Prozent führen Analysen durch, 13 Prozent sind in die Erstellung von Berichten involviert und 13 Prozent sind für die Planung zuständig.
  • Kaufgründe: Die Gründe für die Software-Auswahl sind vielfältig: Für mehr als 90 Prozent der Befragten sind kurze Einführungszeiten, Integration von Analyse, Planung und Reporting sowie die Webfähigkeit entscheidend. Auffällig ist die Tatsache, dass mehr als drei Viertel der Befragten die Bekanntheit des Herstellers als unwichtig erachten.

Über den Autor:

Melanie Mack ist Senior Analyst beim Business Application Research Center (BARC) und verantwortet den Bereich Marktforschung.

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