Bahnt sich zwischen VMware und OpenStack ein Kampf um die Private Cloud an?

VMware gilt noch immer als Marktführer bei Private Clouds. OpenStack kann demgegenüber aber mit verschiedenen Vorteilen aufwarten.

OpenStack und die Private Cloud mögen manche in der sich enorm schnell verändernden Infrastrukturlandschaft fast schon wieder abgeschrieben haben. Für die Enterprise-IT gilt das aber sicherlich nicht, die nach wie vor auf das große Potenzial von OpenStack und Private Cloud setzt.

Gerade die Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Public Clouds drängen IT-Abteilungen großer Unternehmen noch immer in Richtung Private Cloud. Während VMware hier eine führende Rolle einnimmt, führen Performance-Probleme und hohe Lizenzgebühren viele Nutzer immer öfter in Richtung OpenStack-Private-Cloud.

„Viele Unternehmen versuchen derzeit, von VMware loszukommen“, so Al Sadowski, Research Director bei 451 Research in New York. „Sie wollen ganz einfach die VMware-Lizenzkosten nicht mehr tragen und sind auf der Suche nach Open-Source-Alternativen, und die finden sie mehr und mehr bei OpenStack.“

Dave Blodget hat die auf OpenStack basierende Implementation von Expedias Hybrid Cloud verantwortet und innerhalb nur eines Jahres tausende virtuelle Maschinen über das Framework aufgesetzt. Inzwischen ist er als Senior Director of Global Infrastructure and Operations bei HedgeServer mitten in einer weiteren OpenStack-Implementation.

„OpenStack trifft mit dem Aufkommen von Infrastruktur-Automatisierung einen wichtigen Nerv, daher sollte man zukünftig mit standardisierterem Support und Add-on-Funktionalitäten rechnen, die dem breiten OpenStack-Ökosystem zugutekommen werden“, erklärt Blodgett.

Laut Blodgett sind es vor allem Entwickler und Techniker, die Innovationen vorantreiben, und genau diese Mitarbeitergruppen wollen mit ihren Anfragen nicht länger ein Support-Ticket ziehen und warten. Nachdem die Unternehmens-IT Automatisierung und Self-Service in Echtzeit allmählich akzeptiert hat, kann OpenStack hier ansetzen und proprietäre Lösungen von VMware vermeiden helfen.

„Unabhängig von der Größe gibt es eine unglaublich hohe Nachfrage in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, was ein wichtiger Beschleuniger in der OpenStack-Verbreitung ist“, so Blodgett. „Ausschlaggebend sind hier die Orchestrierungsmöglichkeiten und die Transparenz, vor allem aber auch der API-Katalog, mit dem interagiert und so vieles möglich gemacht werden kann.

OpenStack und VMware bei der Private Cloud Kopf an Kopf

IT-Abteilungen wählen die Private Cloud, weil sie Workloads intern hosten und dabei die Kontrolle behalten wollen, OpenStack sei da eine attraktive und vor allem kostengünstige Alternative, so Ellen Rubin, CEO und Mitgründer von Clear Sky Data, einem Start-up aus Boston, das sich auf Enterprise-Infrastrukturen fokussiert hat. „VMwares Preispolitik ist extrem“, so Rubin, „und bei den Funktionen holt VMware vor allem in Sachen Orchestration und On-Demand nur langsam auf.“

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Für Blodgett verfolgen VMware und OpenStack grundlegend unterschiedliche Ansätze. OpenStack hat für ihn derzeit noch einige Defizite bei Hochverfügbarkeit und Workload-Migration, wie sie VMware derzeit bietet, trotzdem hält auch er den Wechsel hin zu OpenStack für durchaus realistisch: „Die Reife einer Private-Cloud-Lösung ist enorm entscheidend. Während VMware einen jahrelangen Vorsprung vor OpenStack hat, stehen hinter OpenStack aber einfach enorm viele Unternehmen aus der IT-Industrie.“

VMware gilt nach wie vor als klarer Marktführer bei Private Clouds, auch wenn einige Analysten darauf hinweisen, dass manche VMware-Kunden ihre virtuelle VMware-Infrastruktur mit einer tatsächlichen Private Cloud verwechseln und so die Zahlen verfälschen würden. 

Auch wenn VMware eine relativ einfache Migration seiner On-Premise-Umgebung ermöglicht und sein Cloud-Angebot ständig erweitert, bleibt die Frage, wie weit das VMware-Angebot die Kundenanforderungen hinsichtlich Orchestrierung und Automatisierung tatsächlich befriedigen kann.

Für James Staten, früher als Vice President bei Forrester Research und mittlerweile bei Microsoft beschäftigt, sind große Unternehmen die hauptsächlichen Treiber beim Thema Private Cloud, und inzwischen gebe es ja auch bereits einige kommerzielle Implementationen von OpenStack. Wer eine multimandantenfähige Cloud mit Self-Service-Portal und hoher Skalierbarkeit aufbauen will, für den sei der Weg über OpenStack laut Staten heute bereits wesentlich einfacher zu bewerkstelligen.

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